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Fab 21 in Arizona: "TSMC muss auf einen 8-Stunden-Arbeitstag umstellen"

Die Halbleiterfertigung in Taiwan läuft anders als in den USA, weshalb sich TSMC -Angestellte der Fab 21 in Arizona ebenfalls umstellen müssen.
/ Marc Sauter
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TSMC ist der größte Auftragsfertiger der Welt. (Bild: TSMC)
TSMC ist der größte Auftragsfertiger der Welt. Bild: TSMC

Derzeit entsteht mit der Fab 21 im US-Bundesstaat Arizona das erste Halbleiterwerk von TSMC außerhalb von China und Taiwan. Die dort übliche und in die USA importierte Arbeitskultur aber ist herausfordernd, wie die EE-Times(öffnet im neuen Fenster) mit Verweis auf Jobbeschreibungen bei Glassdoor(öffnet im neuen Fenster) vermeldet.

Vor allem die langen Arbeitszeiten und die Vorgehensweise des Managements treffen auf Unverständnis: "TSMC muss auf einen 8-Stunden-Arbeitstag bei einer 5-Tage-Woche umstellen" , sagt ein US-Ingenieur. Er fügt hinzu, dass es für taiwanische Angestellte normal sei, oft mehr als zwölf Stunden zu arbeiten - hinzu kommen Nachtschichten und solche am Wochenende sowie auf Abruf. Überstunden werden von TSMC allerdings bezahlt oder können ausgeglichen werden.

Hintergrund ist, dass Fabs durchgängig - also 24/7 - laufen müssen. TSMC solle ungeachtet dessen auf eine "vernünftige" Anzahl Stunden pro Tag umstellen, um besser mit lokalen Unternehmen wie Intel konkurrieren zu können, findet der seit einem Jahr für TSMC tätige Ingenieur. Er glaubt aber, dass dies sehr schwierig wird - denn mittelfristig könnte die Hälfte der Angestellten in der Arizona-Fab aus Taiwan kommen.

Ramp-Up-Phase für den Start in zwei Jahren

Laut Sprecherin Nina Gao heuert TSMC derzeit verstärkt Personal an: 2020 gab es Gao zufolge rund 8.000 Neuanstellungen, was mehr als zehn Prozent der gesamten Beschäftigtenzahl von etwa 60.000 darstelle. 2022 plant TSMC, eine ähnliche Anzahl an Personen beim Auftragsfertiger ins Boot zu holen. Ein von der EE Times befragter Principal Engineer sagte, durch den Labor Standards Act habe sich das Verständnis der Arbeitszeit überdies geändert. In Taiwan liegt das Limit seitdem bei 48 Stunden pro Woche.

Ein Problem sei auch das Management, welches sich darauf einstellen muss, einen 8-Stunden-Arbeitstag umzusetzen. Die Fab 21 selbst wird von Rick Cassidy als CEO geleitet, der West-Point-Absolvent arbeitet seit 24 Jahren für TSMC in Kalifornien. Laut Nina Gao wurde kürzlich ein weiterer US-Amerikaner als Senior VP für das Tagesgeschäft implementiert.

Derzeit sei überdies eine Hochphase der Fab 21, betont die Sprecherin. Die Angestellten müssen die künftige 5-nm-Fertigung vorbereiten, weshalb auch Trainings in Taiwan erforderlich sind und bereits 400 Personen des US-Werk außer Landes waren. 2024 soll die Produktion starten, neben einigen Intel-Standorten ist das TSMC-Werk dann das modernste in den USA.


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