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FAA: WLAN im Flugzeug kann Displays des Piloten abschalten

Die US-Flugsicherheitsbehörde FAA hat angeordnet, Displays in Boeing-Jets auszutauschen. Es besteht offenbar eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass Bildschirme bei WLAN -Betrieb ausfallen.
/ Achim Sawall
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Sofia, eine zum Forschungsflugzeug umgebaute Boeing 747SP, mit ausgeräumten Cockpit (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Sofia, eine zum Forschungsflugzeug umgebaute Boeing 747SP, mit ausgeräumten Cockpit Bild: Werner Pluta/Golem.de

Die US-Flugsicherheitsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat Fluglinien aufgefordert (PDF)(öffnet im neuen Fenster) , Cockpit-Displays in Hunderten Boeing-Jets auszutauschen. Wie die BBC berichtet(öffnet im neuen Fenster) , tritt laut der FAA bei Phase-3-Displays ein Ausfall auf, wenn WLAN-Verbindungen aufgebaut werden.

Die Displays dienten zur Anzeige der Fluggeschwindigkeit, der Höhe und des Kurses für den Piloten und ein Ausfall könne einen Absturz verursachen. Die FAA erwartet, dass in mehr als 1.300 Flugzeugen Displays ersetzt werden müssen. Betroffen seien die Boeing 737 und 777, der gesamte Austausch werde 13,8 Millionen US-Dollar kosten.

Honeywell, der Hersteller der Displays, erklärte laut BBC dagegen, dass das Problem noch nie während eines Fluges aufgetreten sei. "Das einzige bekannte Auftreten war während eines Entwicklungstests, der am Boden durchgeführt wurde" , sagte Sprecher Steve Brecken. Auch Virgin Australia, Air France und Ryanair hätten sich gegen die Anweisung der FAA gewehrt. Ryanair habe erklärt, so entstünden "hohe und unnötige finanzielle Belastungen für die Betreiber" . Alle Fluggesellschaften zu zwingen, die Displays auszutauschen, sei "unnötig" .

Honeywell schlug vor, dass die Displays nur ausgetauscht werden sollten, wenn im Cockpit Tablets oder andere Geräte mit WLAN zum Einsatz kämen. Die FAA lehnte jedoch alle Einwände ab, weil jedes Risiko einer Störung "eliminiert" werden müsse. Die Fluggesellschaften haben jedoch fünf Jahre Zeit, um die Displays auszutauschen oder zu reparieren.

Stephen Trimble vom Flight International Magazin sagte der BBC: "Es gibt eine Menge von Redundanzen in den Flugzeugsystemen." Es sei extrem unwahrscheinlich, dass die Störung der Displays wirklich eintrete. Die Southwest Airlines hätten erklärt, dass sie mehrere Boeing 737 mit den Displays 2.300.000 Stunden zusammen mit WLAN in der Maschine betrieben hätten, ohne dass es jemals zu einer Störung gekommen sei.


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