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FAA-Warnung: Macbook-Pro-15-Nutzer sollten vor dem Fliegen aufpassen

Wer ein Macbook Pro mit 15-Zoll-Display aus dem Modelljahr 2015 hat, sollte sich vor einem Flug genau informieren: Die Fluggesellschaften sind vor defekten Akkus dieser Notebooks gewarnt worden und müssen handeln. Auch wer ein nicht betroffenes Notebook gleichen Aussehens hat, sollte sich vorbereiten.
/ Andreas Sebayang
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Wer ein Macbook dieser Form hat, sollte sich informieren, auch wenn dieses 2012er-Modell nicht betroffen ist. (Bild: Feng Li/Getty Images AsiaPac)
Wer ein Macbook dieser Form hat, sollte sich informieren, auch wenn dieses 2012er-Modell nicht betroffen ist. Bild: Feng Li/Getty Images AsiaPac

US-Luftfahrtbehörde FAA warnt laut Informationen von Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) vor potenziell riskanten MacBook-Pro-Akkus. Der Schritt kommt kurz nachdem die europäische Agentur EASA bereits Anfang August 2019 vor der Gefahr von defekten Macbook-Akkus gewarnt hat(öffnet im neuen Fenster) .

Bei der EASA war es letztendlich nur eine Erinnerung an das Safety Information Bulletin SIB 2017-01(öffnet im neuen Fenster) , das natürlich auch vor Notebooks warnt, deren Akkus eine Brandgefahr darstellen. Es stellte nur damit klar, dass die Notebooks, die seitens Apple wegen Überhitzungsrisiko zurückgerufen wurden , auch unter dieser Richtlinie zu behandeln sind.

Die Details zur Kommunikation der FAA sind derzeit vage. Ein entsprechendes Statement liegt Bloomberg vor, ist aber bisher nicht auf den Seiten der FAA zu finden. Anscheinend hat die FAA nur auf das potenzielle Problem aufmerksam gemacht. Den Fluggesellschaften ist dann überlassen, wie mit dem Problem umzugehen ist.

Bloomberg zufolge sind auch schon die ersten Fluggesellschaften dabei, ihre Passagiere zu warnen. Interessanterweise kommt die Initiative von einem Bodendienstleister. Das Frachtunternehmen Total Cargo Expertise warnt laut Bloomberg seine Mitarbeiter, was Flüge von TUI, Thomas Cook und etwa Air Italy betrifft. Aber auch hier ist der Bericht sehr vage.

Für die Fluggesellschaften wird die Umsetzung der Richtlinie bei den Macbook Pro sehr schwer. Betroffen sind nämlich nur bestimmte Chargen eines Modells (Macbook Pro 15, 2015), das zwischen September 2015 und Februar 2017 verkauft wurde. Erkennbar ist das an der Seriennummer. Doch das Personal am Einstieg wird kaum betroffene und nicht betroffene Geräte unterscheiden können, zumal Notebooks mit bereits getauschtem Akku natürlich an Bord gebracht werden dürfen. Für Fluggäste versteht sich von selbst, dass Risikogeräte nicht an Bord gebracht werden dürfen. Aber auch diese dürften nicht immer wissen, ob sie ein solches Gerät mit sich tragen.

Lieber vor dem Flug vorbereiten

Wie viele betroffene Geräte es gibt, ist unklar, denn Zahlen gibt es nur für die USA und Kanada. Dort sind es aber alleine fast eine halbe Million Geräte. Die schiere Masse sorgt offenbar für eine Warnung sowohl von der FAA als auch der EASA. Bei kleineren Rückrufen hört man davon nichts, obwohl auch hier die Geräte nicht einfach an Bord genommen werden dürfen. Sie fallen, wie auch das jetzt betroffene Macbook Pro 15 2015, schlicht unter die längst bestehenden Richtlinien.

Da noch nicht absehbar ist, wie die Fluggesellschaften global reagieren, sollten sich Besitzer eines Macbook Pro 15 2015(öffnet im neuen Fenster) detailliert vor dem Abflug informieren. Sollte das Gerät betroffen sein und der Akku getauscht worden sein, empfiehlt es sich, die Dokumentation dafür mitzunehmen.

Vor allem bei einem Rückflug kann dies sehr unangenehm werden, wenn der Passagier vor die Wahl gestellt wird, sein Notebook zurückzulassen oder den Flug nicht anzutreten. Auch wenn das Gerät nicht betroffen ist, empfehlen wir, das Ergebnis des Seriennummerntests(öffnet im neuen Fenster) als Screenshot ausgedruckt mitzunehmen.

Ein Restrisiko besteht trotzdem. Schlimmstenfalls kommt es sogar zu Modellverwechslungen, da sich das 2015er-Modell von außen kaum von den Modellen der vorherigen Jahre unterscheidet. Die eingravierte Modellnummer kann nicht jeder zuordnen. Dazu kommt, dass sowohl an den Sicherheitskontrollen als auch beim Einstieg oft kein im IT-Bereich fachlich geschultes Personal steht. Selbst Flughäfen und Fluggesellschaften machen bei Angaben zu Akkus oft grobe Fehler(öffnet im neuen Fenster) . Zuletzt verwirrte die Lufthansa mit Pre-Flight-E-Mails ihre Kunden, in denen viel zu pauschal vor Batterien und nicht nur Akkus gewarnt wurde. Akkus sind zwar Gegenstände des Alltag, aber doch insbesondere in der Luftfahrt zu einem sehr komplexen Thema geworden.


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