F-Secure im Interview: "Wir erkennen Staatstrojaner und wollen das nicht ändern"
Kurz vor seiner Keynote-Ansprache auf der Cebit gab Mikko Hypponen(öffnet im neuen Fenster) von F-Secure Golem.de ein ausführliches Interview. Der Finne arbeitet seit 15 Jahren für den Antivirenhersteller und ist dort "Chief Research Officer" – er erforscht unter anderem, wie hoch entwickelte Schadprogramme funktionieren und wie man sie erkennen kann.
Laut finnischem Recht darf es dabei bisher keine Ausnahmen für Staatstrojaner geben: "Wir wollen keine White Lists. Wir wollen keine Backdoors" , sagte Hypponen. Gegenwärtig laufen laut dem Programmierer aber Initiativen in Finnland, das einzuschränken. "Wenn die Gesetze sich ändern, sind uns die Hände gebunden."
Als kritisch für die Sicherheit der Anwender sieht Hypponen die sich steigernde Qualität von staatlicher Malware an. 0zapftis war als ziemlich stümperhaft entlarvt worden, zuerst durch Analysen des CCC. Andere Programme seien dagegen "Regierungs-Malware von Weltklasse" , sagte der F-Secure-Manager. Vor allem Programme mit militärischem Auftrag wie Stuxnet oder Flame seien so fortschrittlich, dass man sie ohne Wissen um ihr Vorhandensein kaum finden könnte.
Jedes Unternehmen, das auf Anfragen von Behörden Daten herausgeben müsse, sollte Transparenzberichte erstellen, schlug Hypponen vor. Die Nutzer hätten seit den Enthüllungen von Edward Snowden viel Vertrauen in den Datenschutz verloren. Zu Nutzerdaten von Unternehmen, die für die Verfolgung von schweren Straftaten angefordert wurden, sagte der Finne: "Wie erfolgreich waren denn die Ermittlungen dann? Das sollten wir wissen."
Im weiteren Gespräch erklärte Hypponen, wie politische Bewegungen in Zukunft Einfluss nehmen sollten – und in welchem Dilemma unter anderem US-Unternehmen beim Thema Datenschutz steckten. Das vollständige Interview erscheint am kommenden Sonntag bei Golem.de.
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