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'Einen Picasso hören und einen Mozart sehen'

Ob Harbisson wirklich der erste Cyborg ist, darüber lässt sich streiten. Gehören nicht Träger von Hörgeräten oder Herzschrittmachern ebenfalls in diese Kategorie? Jedenfalls fällt er mehr auf als sie: In Venedig hätten Leute gedacht, er nehme für Google Street View auf oder er filme Menschen, erzählt er. Menschen finden ihn unheimlich. Oder fragen ihn, ob er mit seinem Eyeborg auch Paranormales sehen wolle.

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Auch für die Behörden war er ein Sonderfall. Als er mit seinem Eyeborg für ein Lichtbild für seinen neuen Ausweis posierte, stellten sich die britischen Beamten quer. Er müsse ein Foto ohne Eyeborg vorlegen. Harbisson setzte mühsam durch, dass er mit dem Eyeborg auf seinem Ausweis zu sehen sein durfte - ebenso mühsam, wie er zuvor die Ethikkommission der Universität davon überzeugt hatte, dass ihm der Eyeborg am Kopf fixiert werden durfte. Sein Argument: Der Eyeborg wird auch anderen helfen.

Mehr hören als andere sehen

Der Eyeborg hilft Harbisson, Farben zu erkennen, doch er macht mehr hörbar, als wir sehen. Harbisson nimmt mit ihm auch Farben jenseits des menschlichen optischen Spektrums wahr: Ultraviolett und Infrarot. Er wisse genau, wann er Sonnencreme auftragen müsse, witzelt er. Und jedes Gesicht erzeuge einen anderen Klang, jedes linke Auge klinge anders als das rechte.

Seine Freundin Ribas, die ihm bei der Entwicklung des Eyeborgs geholfen hat, versucht zu verstehen, was Harbisson mit seinem Eyeborg empfindet. Dazu übersetzen die beiden Klänge in die Farben, die Harbisson hört. Mozarts Sonaten haben viele Blautöne, in Justins Biebers Hits dominiert die Farbe Pink.

Ribas, die Tänzerin ist, hat auch ihren eigenen Körper technisch erweitert. Mit einem Bewegungssensor für den Hinterkopf kann sie Bewegungen hinter ihrem Rücken wahrnehmen. Ein anderer Sensor registriert sämtliche weltweiten Erdbeben. Daraus macht Ribas eine Performance.

Superhelden wollten sie mit ihren Sensoren nicht werden, versichern Harbisson und Ribas. Sie betonen, dass sie ihre Ideen aus der Natur nehmen, etwa von Haien mit ihrer elektromagnetischen Sensorik. Und erzählen nebenbei noch von einer unsterblichen Quallenart. Mehr als Menschen von Natur aus können, wollen sie jedenfalls: Es geht den beiden Künstlern darum, die Sinne und damit auch die Fähigkeiten des menschlichen Körpers zu erweitern.

Stecker im Kopf und Blutkreislaufbatterie

Harbisson wäre auch kein Hacker, wenn er sein Eyeborg nicht weiter verbessern wollte - und damit sich selbst. Per Eyetracking will er seine Farbwahrnehmung noch selektiver gestalten. Sein Blutkreislauf soll dem Eyeborg als Akku dienen, gegenwärtig muss der Eyeborg alle drei bis vier Tage an ein Ladegerät. Und er will einen Stecker in seinen Schädel einbauen lassen, um den Klang nochmals zu verbessern und die Unterscheidung zwischen Farbklängen und Geräuschen von außen zu erleichtern. Nebenbei soll auch der Druck, der der Eyeborg an seinem Kopf verursacht, mit dem Stecker wegfallen.

Ob er seinen Eyeborg auch ausschalten kann? Nein, sagt Harbisson. Nachts funktioniert der Eyeborg mangels Licht nicht. Morgens wacht er vom Geräusch der Farben auf. Er kann den Sensor zwar abdecken, wenn er will. Das macht er aber so gut wie nie.

 Eyeborg: Wie klingt ein Sonnenuntergang?
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oBsRVr666 15. Mai 2013

... and Felatio von einem (männlichen) Alien denken musste?

HerrMannelig 14. Mai 2013

es hat eine Auflösung von 1Pixel, was soll da möglich sein?

tibrob 13. Mai 2013

+1 YMMD :)

RhinigtasSalvex 11. Mai 2013

Aber apropos so ein ding kaufen^^ Er hat das ja selbst gemacht oder jedenfalls teilweise...

Hotohori 10. Mai 2013

Ich bezweifle, dass man solche Apps damit wirklich vergleichen kann. Für mich macht das...


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