Exynos-M-Cores: Samsung entlässt CPU-Design-Team

Im texanischen Austin fiel der Vorhang: Samsung hat das Team aufgelöst, welches für die selbst entwickelten M-Prozessorkerne in den eigenen Exynos-Chips verantwortlich war. Auch Qualcomm hatte seine Kryo-Designs eingestellt, nur Apple hält an seinen ARM-Kernen fest.

Artikel veröffentlicht am ,
Ausschnitt des Die-Shot eines Exynos 9280 mit M4-Cores
Ausschnitt des Die-Shot eines Exynos 9280 mit M4-Cores (Bild: Chip Rebel)

Die CPU-Abteilung des SARC (Samsung Austin R&D Center) ist Geschichte, denn Samsung hat nach Berichten von Semi-Accurate und David Schor von Wikichip das entsprechende Team aufgelöst. Es war verantwortlich für die sogenannten M-CPU-Kerne, also die von Samsung selbst entwickelten Prozessor-Cores für die hauseigenen Exynos-Chips der Galaxy-Smartphones. Die anderen SARC-Abteilungen für GPUs oder SoCs bleiben erhalten.

Stellenmarkt
  1. Senior .net Entwickler (w/m/d) inhouse
    HanseVision GmbH, Hamburg
  2. Firewall Security Architekt (m/w/d)
    Radeberger Gruppe KG, Frankfurt
Detailsuche

Mit dem Exynos 8890 hatten die Südkoreaner Ende 2015 das erste SoC mit eigenen Kernen vorgestellt: Der M1 alias Mongoose war ein sehr breites Design mit hohem Takt, welches hinsichtlich der Leistung überzeugen konnte. Der Codename ist eine Anspielung auf die Konkurrenz, denn zum damaligen Zeitpunkt arbeitete Qualcomm an seinen Krait-/Taipan-Kernen und Mangusten fressen Giftschlangen.

Der M2-Core im Exynos 8895 hatte kleinere Verbesserungen und weniger Takt, was zwar für eine gute Performance sorgte, bei der Effizienz hingegen dem Snapdragon 835 unterlegen war. Mit dem M3 alias Meerkat im Exynos 9810 hatte Samsung dann das Design noch weiter verbreitert, was den hochtaktenden Kern sehr groß aber auch äußerst schnell machte - allerdings wieder auf Kosten der Effizienz.

Mit dem M4 alias Cheetah (Gepard) im Exynos 9820 und Exynos 9825 hatte Samsung den vorerst letzten M-Core entwickelt. Der Codename ist eine Anspielung (oder gar ein Abschiedsgeschenk) auf die Katzen-Kerne von AMD, etwa Jaguar oder Puma, denn nicht wenige der Team-Mitglieder der CPU-Abteilung des SARC kamen von AMD. Der M4 selbst ist eine eher kleine Weiterentwicklung, die Effizienz-Probleme hat Samsung daher primär mit dem Umbau der Cluster gelöst.

Golem Akademie
  1. C++ Programmierung Basics: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    17.–21. Januar 2022, virtuell
  2. Webentwicklung mit React and Typescript: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
Weitere IT-Trainings

Samsung war einer der wenigen Hersteller, die eigene Smartphone-CPU-Kerne entwickelt haben: Qualcomm hatte nach Krait eigentlich mit Taipan weitermachen wollen, der wurde aber aufgrund von Apples 64-Bit-Cyclone-Kern aufgegeben und erst nach einem notgedrungenen ARM-Standard-Design im Snapdragon 810 durch die eigenen Kryo-Kerne im Snapdragon 820 ersetzt. Aber schon im Snapdragon 835 verwendete Qualcomm ein modifiziertes ARM-Design, was mit dem Snapdragon 845 und dem Snapdragon 855 bis heute die Vorgehensweise geblieben ist.

Einzig Apple hat mit Swift (32 Bit) über Cyclone (64 Bit) bis hin zu den aktuellen Lightning/Thunder-Kernen des A13 weiter eigene CPU-Cores, die fortwährend verbessert werden. Für Qualcomm und Samsung scheint sich das aber nicht (mehr) zu lohnen, denn anders als bei Apple fehlt die durchgehend vertikale Integration von Hardware und Software und das Geschäftsmodell ist ein anderes.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


wollid 05. Okt 2019

Danke, so verstehe sogar ich den Sachverhalt.

ms (Golem.de) 05. Okt 2019

Cat-Cores ... man müsste halt den Text lesen ^^

Anonymer Nutzer 05. Okt 2019

auch wenn RISC-V Prozessoren die von ARM meiner Meinung nach bei Smartphones erstmal...

Neuro-Chef 04. Okt 2019

Das mag vorkommen, betrifft aber nur ausgewählte und nicht alle Lücken.

aniSation 04. Okt 2019

Und wieder etwas schlauer. Dankeschön.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bundesservice Telekommunikation
Ist eine scheinexistente Behörde für Wikipedia relevant?

Die IT-Sicherheitsexpertin Lilith Wittmann hat eine dubiose Bundesbehörde ohne Budget entdeckt. Reicht das für einen Wikipedia-Artikel?

Bundesservice Telekommunikation: Ist eine scheinexistente Behörde für Wikipedia relevant?
Artikel
  1. Elektroauto: VW e-Up ab Mitte Februar wieder bestellbar
    Elektroauto
    VW e-Up ab Mitte Februar wieder bestellbar

    Der e-Up gehörte 2021 zu den meistgekauften Elektroautos. Nun will VW den Kleinwagen wieder verfügbar machen.

  2. Bitcoin, Ethereum: Was steuerlich bei Kryptowährungen gilt
    Bitcoin, Ethereum
    Was steuerlich bei Kryptowährungen gilt

    Kryptowährungen wie Bitcoin sind unter Anlegern beliebt - doch wie muss man die Gewinne eigentlich versteuern?

  3. Neues Geschäftsmodell: Luca-App plant flexible Abos und will Preise senken
    Neues Geschäftsmodell
    Luca-App plant flexible Abos und will Preise senken

    Angesichts drohender Kündigungen will die Luca-App den Bundesländern entgegenkommen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bosch Professional zu Bestpreisen • WSV bei MediaMarkt • Asus Vivobook Flip 14" 8GB 512GB SSD 567€ • Philips OLED 65" Ambilight 1.699€ • RX 6900 16GB 1.489€ • Samsung QLED-TVs günstiger • Asus Gaming-Notebook 17“ R9 RTX3060 1.599€ • Seagate 20TB SATA HDD [Werbung]
    •  /