Batterien müssen nicht vorgeheizt werden
Ein noch sehr kleiner Teil des Stromnetzes, die Batteriespeicher, funktioniert bei Wärme ebenfalls besser. Temperaturen bis 40 °C sind noch akzeptabel, auch wenn die Alterung ab dieser Grenze etwas schneller verläuft.
Auch Elektroautos besitzen bei hohen Temperaturen Vorteile. Ihre Reichweite ist deutlich größer als bei winterlicher Kälte. Sogar die Klimaanlage ist unter diesen Bedingungen wesentlich effizienter.
Sie nutzt den Strom direkt aus der Batterie, die bei Wärme ohnehin besser arbeitet, statt wie in einem Verbrenner über den Motor angetrieben zu werden. Dessen Wirkungsgrad von knapp 40 Prozent gilt dann auch für die Klimaanlage, was den vergleichsweise hohen Mehrverbrauch an Benzin oder Diesel bei eingeschalteter Klimaanlage erklärt.
Hinzu kommt ein weiterer Vorteil gegenüber dem Kreisprozess im Verbrennungsmotor. Dort ist der Wirkungsgrad vom Unterschied zwischen Außentemperatur und Verbrennungstemperatur abhängig. Je wärmer es draußen ist, um so ineffizienter wird die Wärme in Kraft umgesetzt. Ganz zu schweigen davon, dass die Motorkühlung eines Verbrenners ebenfalls negativ von der Hitze beeinflusst wird.
Klimageräte können die Mittagsspitze nutzen
Kühlung mit Strom via Klimaanlage sollte bei Hitze insgesamt nicht leiden. Problematisch ist höchstens, dass viele Geräte für die steigenden Temperaturen der letzten Jahre schlicht nicht ausgelegt sind.
Nicht nur mancher Eisladen hat das bei der extremen Hitzewelle zu spüren bekommen. Auch die Bahn musste zuletzt einräumen, dass die Klimatisierung der Züge schlicht nicht auf Außentemperaturen jenseits von 40 °C(öffnet im neuen Fenster) ausgelegt ist.
Eine gute wie schlechte Nachricht noch dazu: Mit Photovoltaik lässt sich mehr als genug Strom erzeugen, um vor allem in den heißen Mittagsstunden sämtliche Wohnräume in Deutschland zumindest ein Stück weit abzukühlen. Die Wärme wird dann allerdings nach draußen transportiert, was die ohnehin schon überhitzte Stadt noch weiter aufwärmt.
IT liebt es kühl
Einmal abgesehen davon, dass der Laptopakku im Sommer ein paar Minuten länger durchhalten kann, hat die Sommerhitze keine wirklichen Vorteile für die IT-Branche. So hat die Lüftung des Rechners, an dem dieser Artikel getippt wurde, die ganze Zeit hörbar gearbeitet, während sie von Herbst bis Frühjahr häufig schweigt.
Einen indirekten Vorteil haben wohl nur die Administratorinnen und Servicetechniker, in die in den gut gekühlten Räumen arbeiten, in denen die empfindliche Hardware ihre beste Leistung abliefert. Oder diejenigen, die ihren Arbeitsplatz gelegentlich unter einen schattigen Baum verlegen können.
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