Extremely Large Telescope: Bauarbeiten am europäischen Riesenteleskop schreiten voran
In der Atacama wird fleißig am größten Teleskop der Welt gebaut. Aber wegen der Corona-Pandemie wird es Astronomen drei Jahre später als geplant zur Verfügung stehen.
Es geht voran in der Atacama-Wüste: Die Arbeiten am Extremely Large Telescope (ELT) machen Fortschritte. Die Basis für die 6.100 Tonnen schwere Kuppel ist fast fertig.
Die Europäische Südsternwarte (European Southern Observatory, Eso) hat ein Bild von der Baustelle auf dem Cerro Armazones veröffentlicht. Es zeigt die Betonstruktur, die die 85 Meter hohe Stahlkuppel tragen wird. Mit dem Bau der Struktur wurde im Januar begonnen, inzwischen ist sie fast fertig. Als Nächstes sollen die 36 Mechanismen installiert werden, die eine 360-Grad-Drehung der Kuppel ermöglichen.
Die Fundamente für die Hauptstruktur sind bereits vorhanden; sie werden das Teleskop und seine Instrumente tragen, ein Gewicht von insgesamt 4.600 Tonnen. Knapp 9.000 Kubikmeter Beton werden in den Fundamenten verbaut, in denen bereits einige der hochmodernen seismischen Vorrichtungen installiert sind.
Der Spiegel besteht aus knapp 1.000 Segmenten
Das Extremely Large Telescope (ELT), das zunächst European Extremely Large Telescope hieß, wird das größte und leistungsfähigste optische Teleskop der Welt. Der Hauptspiegel wird einen Durchmesser von 39 Metern und eine Fläche von 978 Quadratmetern haben und aus knapp 1.000 sechseckigen Segmenten zusammengesetzt. Diese sind jeweils 1,4 Meter breit und 5 Zentimeter dick.
Standort des ELT ist der 3.064 Meter hohe Cerro Armazones in der Atacama. Für den Bau des Teleskops wurde die Spitze des Berges gesprengt. Die Wüste im Norden Chiles ist eine der trockensten Landschaften der Erde: Es gibt rund 350 klare Nächte im Jahr. Um das Teleskop hat der chilenische Staat ein 362 Quadratkilometer großes Schutzgebiet deklariert, damit das ELT nicht durch Lichtverschmutzung oder Bergbauarbeiten gestört wird.
Der Bau des Teleskops wurde im Juni 2012 beschlossen. Die Bauarbeiten begannen im Mai 2017. Die Fertigstellung war für das Jahr 2024 geplant, wird sich aber wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich um drei Jahre verzögern. Mit dem ELT wollen Astronomen nach Exoplaneten und nach sehr weit entfernten Objekten suchen.
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