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Extrem vielfältige Werke: Insider berichtet aus Amazons KI-Buchtrainingslager

Nach dem Scannen der Bücher für das KI-Training gibt es kaum eine Möglichkeit, die losen Seiten wieder zusammenzusetzen.
/ Mike Faust
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Die losen Buchseiten sollen laut einem Amazon-Angestellten einfach in einen Container geworfen werden. (Bild: Pexels / Sóc Năng Động)
Die losen Buchseiten sollen laut einem Amazon-Angestellten einfach in einen Container geworfen werden. Bild: Pexels / Sóc Năng Động

In Amazons Einrichtung zum Scannen historischer Bücher für KI-Trainingszwecke werden diese anschließend als unbrauchbares Altpapier entsorgt. Wie ein Amazon-Angestellter, der in dieser Anlage arbeitet, in einem Interview mit 404 Media(öffnet im neuen Fenster) berichtet, umfasst die verarbeitete Literatur ein breites Spektrum an Werken.

Der Arbeitsprozess in der Anlage beginnt laut dem Angestellten mit der Annahme und Sortierung der ankommenden Buchlieferungen. Die Bücher werden zunächst ausgepackt und in Plastikbehälter gelegt. Anschließend werden, soweit vorhanden, die Barcodes gescannt, um Duplikate auszusortieren.

Überschüssige Exemplare werden in Container geworfen und die Quelle von 404 Media vermutet, dass sie entsorgt werden, obwohl offiziell behauptet wird, sie gingen zurück an die Verkäufer.

Japanische Bücher und gebrauchte Bibliotheksbestände

Um die übrigen Bücher scanbar zu machen, wird an speziellen Maschinen per Knopfdruck der Buchrücken abgeschnitten. Die nach dem Abschneiden des Rückens lose vorliegenden Seiten werden auf Rollwagen geschichtet und durch kleine Pappstücke voneinander getrennt, um die einzelnen Werke nicht miteinander zu vermischen.

Daraufhin folgt das eigentliche Einscannen der Dokumente mit extrem hoher Geschwindigkeit. Das Lager verfügt über etwa 20 bis 25 Hochleistungsscanner, die an Geldzählmaschinen erinnern, heißt es weiter. Nach dem Scanvorgang werden die Blätter ungeordnet in große Pappboxen geworfen. Da die ungebundenen Seiten dort durcheinandergeraten, gibt es kaum die Möglichkeit, die Bücher wieder zusammenzusetzen.

Die gescannten Inhalte sollen extrem vielfältig sein und etwa neuwertige, noch eingeschweißte japanische Bücher, gebrauchte Bibliotheksbestände aus London sowie offizielle britische Regierungsdokumente umfassen.

Eine weitere Behauptung Amazons, die Bücher würden für das Kindle-eBook-Angebot gescannt, stellt der Angestellte ebenfalls infrage. Besonders bedauere er, dass durch das KI-Training unzählige, teils sehr seltene und obskure Bücher dauerhaft vernichtet würden, was die Anzahl der weltweit verfügbaren physischen Kopien verringere und eine spätere Wiederverwendung unmöglich mache.

404 Media hatte zusammen mit einem Buchhändler einen Airtag in einer Bücherlieferung versteckt, um den Standort der Amazon-Einrichtung ausfindig zu machen, in der die Bücher gescannt und vernichtet werden.


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