Externe Grafikkarte: Lucid will Thunderbolt-Ultrabooks zu Gaming-PCs machen

Lucid will Thunderbolt-Ultrabooks mittels externer Grafikkarten zu leistungsfähigen Gaming-PCs machen. Die spezielle Software des Unternehmens sorgt unter anderem dafür, dass Windows beim Wechsel zwischen interner und externer Grafik nicht abstürzt.

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Lucids Software bindet externe Thunderboltkarten on-the-fly ins System ein.
Lucids Software bindet externe Thunderboltkarten on-the-fly ins System ein. (Bild: Laptopmag/Screenshot: Golem.de)

Mit einem Thunderbolt-Kabel, einem externen Gehäuse mit PCI-Express-Schnittstelle und einer darin steckenden schnellen Grafikkarte sollen sich selbst Ultrabooks zu Spiele-PCs mit ordentlicher Grafikleistung umfunktionieren lassen. An einer Software dafür arbeitet das in den USA und Israel vertretene Unternehmen Lucid. Es demonstrierte seinen funktionsfähigen Prototyp kurz dem Laptopmag.

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Lucid und etwa auch MSI arbeiten daran, dass sich externe Grafikkarten über Thunderbolt einfach anstecken und abstöpseln lassen. Und dass so bei Bedarf deutlich mehr Grafikleistung auf dem internen oder externen Display zur Verfügen steht. Die Umsetzung ist jedoch laut Lucid alles andere als trivial. Windows wird schließlich mit einer plötzlich hinzukommenden oder wegfallenden externen Grafikkarte konfrontiert, die Daten über Thunderbolt erhält und liefert - normalerweise ein Garant für einen Bluescreen, so ein Lucid-Mitarbeiter im Interview mit Laptopmag.

 
Video: Lucid demonstriert seine Thunderbolt-Grafiklösung

Bei der Präsentation des Prototyps, die schon kurz nach dem letzten Intel Developer Forum (IDF) im September 2012 stattfand, an einem mit einem Ultrabook vergleichbaren Ivy-Bridge-bestückten Desktop-Mainboard mit integrierter Intel HD Graphics 4000 funktionierte jedoch offenbar alles reibungslos: Während des Betriebs wurde ein externes Thunderbolt-Gehäuse mit eingesteckter Mainstream-Grafikkarte vom Typ Radeon HD 6700 angestöpselt und vom System ordnungsgemäß erkannt. Im 3DMark 06 führte der Wechsel von der internen zur externen Grafik zu einer Verdreifachung der Bildrate - mit Intel-Grafik waren es 28 fps, mit Radeon HD 6700 stieg die Zahl auf 90 fps.

Selbst das Abstöpseln mitten im Benchmark-Lauf verkraftete Windows. Auch dabei greift die Lucid-Software: Sie erkennt, dass die externe Grafikkarte fehlt, beendet die laufende Anwendung ("graceful kill") und schaltet auf die interne Grafiklösung um. Dass das nicht trivial ist, dürfte auch ein Grund dafür sein, warum MSI etwa sein externes Thunderbolt-Grafikkartengehäuse GUS II bisher nicht auf den Markt gebracht hat.

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Sollte Lucids Software die Marktreife erlangen und einen Abnehmer wie etwa MSI finden, könnten Kunden auf einfache Weise eine Mainstream- oder High-End-Grafikkarte nachrüsten - das wäre nicht nur für Ultrabooks, sondern auch für All-in-One-Rechner interessant, bei denen aus Platz- und Abwärmegründen auf leistungsfähige Grafikchips verzichtet werden muss. Lucid geht davon aus, dass seine Thunderbolt-Lösung auch mit bestehenden Thunderbolt-Systemen funktionieren wird und keine neuen Chipsätze erforderlich sind.

Allzu viel sollte man jedoch laut 3DCenter-Überlegungen nicht erwarten, alleine schon durch die teils schmalbandige Anbindung der Thunderbolt-Schnittstellen steht nicht deren volle Übertragungsbandbreite zur Verfügung. Deswegen werden High-End-Grafikkarten wohl in der Regel über die Thunderbolt-Anbindung eher unterfordert sein, so dass ein Einsatz nur mit Mainstream-Grafikkarten sinnvoll erscheint. Die werden zwar auch etwas ausgebremst über Thunderbolt, liegen aber dennoch in ihrer Leistung deutlich vor integrierten Grafiklösungen oder mobilen dedizierten Grafikchips.

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