Abo
  • Services:
Anzeige
Die Android-Diversität ist ein großes Sicherheitsproblem.
Die Android-Diversität ist ein großes Sicherheitsproblem. (Bild: Samthor/Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Exploits: Treiber der Android-Hersteller verursachen Kernel-Lücken

Die Android-Diversität ist ein großes Sicherheitsproblem.
Die Android-Diversität ist ein großes Sicherheitsproblem. (Bild: Samthor/Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Die Zahl der Angriffe auf den Linux-Kernel in Android wächst sehr stark. Der mit Abstand größte Teil der bekannten Sicherheitslücken findet sich dabei in den Gerätetreibern der Hersteller, die mit der Kernel-Pflege offenbar überfordert sind.

In einer Auswertung zu den bekannten Sicherheitslücken der vergangenen zwei Jahre in Android zeigt der Google-Angestellte Jeff Vander Stoep auf, dass der Anteil an Fehlern im Linux-Kernel im Vergleich zum Userspace massiv angestiegen ist. Während laut der Präsentation auf dem Linux Security Summit im Jahr 2014 nur rund 4 Prozent aller Android-Lücken dem Kernel zugeordnet wurden, sind dies im laufenden Jahr 2016 bereits 39 Prozent. Die große Mehrheit der Lücken im Kernel selbst stammt wiederum aus den Treibern der Gerätehersteller.

Anzeige

Vander Stoep erklärt diesen Trend unter anderem damit, dass der Android-Userspace in den vergangenen Jahren durch verschiedene Techniken immer stärker abgesichert worden sei. So werde inzwischen auf der Mehrheit der Android-Geräte etwa Selinux genutzt, um die Einhaltung globaler Sicherheitsrichtlinien zu erzwingen. Darüber hinaus seien die Bountys für Kernel-Bugs vergleichsweise hoch.

Mehrheit der Kernel-Bugs in Gerätetreibern

Die Statistik deutet allerdings auf ein weiteres Problem hin, das offenbar immer größere Ausmaße annimmt. Denn Vander Stoep zufolge seien 85 Prozent der Kernel-Bugs auf Fehler in den Gerätetreibern der Hersteller zurückzuführen. Diese sind jedoch bis auf wenige Ausnahmen nicht im Hauptentwicklungszweig des Linux-Kernels eingepflegt, sondern werden Out-of-Tree entwickelt und sind oft sogar proprietär. Vor allem Fehler in den Grafik- und WLAN-Treibern könnten aber einfach durch Apps ausgenutzt werden, da diese Zugriff auf die Hardware bekommen.

Der Sony-Angestellte Tim Bird hatte bereits im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass wegen des Out-of-Tree-Codes wieder und wieder die gleichen Patches in die Entwicklungszweige einzelner Geräte eingepflegt werden müssten. Das binde aber viele Ressourcen und verursache damit für die Unternehmen hohe Kosten. Wohl auch deshalb erhalten viele Android-Geräte kaum oder gar keine Updates und bleiben für viele Angriffe verwundbar.

Die Lösung von Google für dieses Problem unterscheidet sich dabei deutlich von dem Vorschlag Birds, der für eine stärkere Öffnung der Hersteller sowie eine engere Arbeit mit der Linux-Community eingetreten ist. Wohl um die Probleme mittelfristig zumindest eindämmen zu können, arbeitet Google mittlerweile an Schutzmechanismen im Kernel selbst, die das Ausnutzen von Fehlern erschweren sollen. Dazu gehört unter anderem das Kernel Self Protection Project, das langsam Fortschritte macht, sowie die Einschränkung der sogenannten Capabilites oder die Nutzung von Seccomp-Filtern im Kernel.


eye home zur Startseite
cpt.dirk 02. Sep 2016

Es darf aber meiner Ansicht nach bei so wichtigen Themen wie der Integrität unserer IT...

BLi8819 31. Aug 2016

Man müsste mal Google befragen. Oder besser einen Juristen. Vielleicht ist Golem.de auch...

deadeye 31. Aug 2016

...und man kann seinen schlechten Code auch noch verstecken. Das ist doch toll.

RichardEb 30. Aug 2016

Zumal das alles Theorie ist. Wer ist schon bereit wegen so etwas einen Anwalt zu...

IchBIN 30. Aug 2016

Da könntest Du Dich irren. Und erst recht noch dann, wenn Du auch den Mobilfunkanbietern...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, Berlin, Dresden
  2. Capgemini Deutschland, verschiedene Standorte
  3. T-Systems International GmbH, Leinfelden-Echterdingen, München, Frankfurt am Main
  4. Hornbach-Baumarkt-AG, Neustadt an der Weinstraße


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 232,90€ bei Alternate gelistet
  2. (Core i5-7600K + Asus GTX 1060 Dual OC)
  3. ab 224,90€ bei Caseking gelistet

Folgen Sie uns
       


  1. Analysepapier

    Facebook berichtet offiziell von staatlicher Desinformation

  2. Apple

    Qualcomm reduziert Prognose wegen zurückgehaltener Zahlungen

  3. Underground Actually Free

    Amazon beendet Programm mit komplett kostenlosen Apps

  4. Onlinelexikon

    Türkische Behörden sperren Zugang zu Wikipedia

  5. Straßenverkehr

    Elon Musk baut U-Bahn für Autos

  6. Die Woche im Video

    Mr. Robot und Ms MINT

  7. Spülbohrverfahren

    Deutsche Telekom "spült" ihre Glasfaserkabel in die Erde

  8. Privacy Phone

    John McAfee stellt fragwürdiges Smartphone vor

  9. Hacon

    Siemens übernimmt Software-Anbieter aus Hannover

  10. Quartalszahlen

    Intel bestätigt Skylake-Xeons für Sommer 2017



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Elektromobilität: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?
Elektromobilität
Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?
  1. e.GO Life Elektroauto aus Deutschland für 15.900 Euro
  2. Elektroauto VW testet E-Trucks
  3. Elektroauto Opel Ampera-E kostet inklusive Prämie ab 34.950 Euro

In eigener Sache: Die Quanten kommen!
In eigener Sache
Die Quanten kommen!
  1. In eigener Sache Golem.de führt kostenpflichtige Links ein
  2. In eigener Sache Golem.de sucht Marketing Manager (w/m)
  3. In eigener Sache Golem.de geht auf Jobmessen

Snap Spectacles im Test: Das Brillen-Spektakel für Snapchat-Fans
Snap Spectacles im Test
Das Brillen-Spektakel für Snapchat-Fans
  1. Kamera Facebook macht schicke Bilder und löscht sie dann wieder
  2. Snap Spectacles Snap verkauft Sonnenbrille mit Kamera für 130 US-Dollar
  3. Soziales Netzwerk Snapchat geht an die Börse - und Google profitiert

  1. Re: Na endlich

    ceysin | 03:03

  2. Re: gestern vdsl50 erstmals getestet

    bombinho | 02:54

  3. Re: Private geben sich selbst Todesstoß

    ve2000 | 02:21

  4. Re: 80 Prozent nutzen die kostenfreien SD-Varianten.

    ve2000 | 02:13

  5. Re: Ich bin auch für die Todesstrafe

    ooKEKSKILLERoo | 01:48


  1. 15:07

  2. 14:32

  3. 13:35

  4. 12:56

  5. 12:15

  6. 09:01

  7. 08:00

  8. 18:05


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel