Expertenpapier: ARD könnte Creative-Commons-Nutzung ausweiten

Eine ARD-Arbeitsgruppe hat der Onlineredaktionskonferenz des Senders empfohlen, für eigene Inhalte im Netz stärker auf Creative-Commons-Lizenzen zurückzugreifen. Doch bei der Umsetzung gibt es Probleme.

Artikel veröffentlicht am , Thorsten Schröder
Eine Expertenrunde der ARD empfiehlt dem Sender, stärker auf Creative Commons zurückzugreifen.
Eine Expertenrunde der ARD empfiehlt dem Sender, stärker auf Creative Commons zurückzugreifen. (Bild: Friedemann Vogel/Bongarts)

Eine Arbeitsgruppe der ARD drängt den Sender zu einer stärkeren Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen (CC) für eigene Onlineinhalte. So könne unter anderem der Zugang zu Bildungsinhalten oder Angeboten, die der Meinungsbildung dienten, erleichtert werden, heißt es in einer Studie vom März, die das Portal iRights.info jetzt veröffentlichte.

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"Die ARD hat den Auftrag, die Teilhabe an der Informationsgesellschaft zu fördern und die Mitwirkung an der Meinungsbildung zu ermöglichen. Die Nutzung von CC-Lizenzen unterstützt die Erfüllung dieses Auftrags", heißt es in dem Bericht. Mit der Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen könne die ARD vor allem jüngere Beitragszahler besser erreichen. Das wiederum erhöhe die Beitragsakzeptanz.

Bislang experimentieren nur einzelne Produktionen mit CC

Redaktionen in der ARD nutzen schon jetzt selbst CC-lizenzierte Inhalte, wie die Experten schreiben. "Die ARD sollte daher auch Inhalte unter CC zur Verfügung stellen." So werde gleichzeitig der bestehende Konflikt mit Facebook aufgelöst. Über seine Präsenz auf dem Netzwerk räume der Sender dem Unternehmen derzeit laut dessen Geschäftsbedingungen ein "nicht-exklusives, weltweites Nutzungsrecht" ein, dem Rundfunkbeitrag zahlenden Onliner dagegen nicht. Bislang experimentieren nur einzelne ARD-Produktionen wie Zapp, Extra3 und Kulturjournal mit CC-Modellen.

Creative-Commons-lizenzierte Inhalte können ohne aufwendige Rechteklärung weiterverbreitet, dauerhaft verfügbar gehalten und - eine entsprechend offene Lizenz vorausgesetzt - auch dafür genutzt werden, neue Werke zu schaffen. Doch ganz ohne Probleme ist die Nutzung nicht. Creative Commons ist modular aufgebaut und ermöglicht sehr unterschiedliche Lizenzen. Restriktive Lizenzmodule reduzierten zwar rechtliche Risiken, verhinderten allerdings auch erwünschte Nutzungsszenarien, berichtet deshalb iRights.info. Bestimmte lizenzierte Inhalte könne etwa Wikipedia nicht verwenden.

CC-Lizenzierung für hundertprozentige Eigenproduktionen

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Am einfachsten anwendbar sei die vergleichsweise restriktive CC-Variante, die beim Verbreiten eine Nennung des Urhebers verlange und eine kommerzielle Nutzung sowie eine weitere Bearbeitung ausschließe (BY-NC-ND), schreiben die ARD-Experten in ihrem Bericht. Das minimiere rechtliche Risiken. ARD-Inhalte könnten jedoch auch unter freizügigeren CC-Lizenzen veröffentlicht werden, etwa um Nutzer in "neue Formen von Journalismus" einzubinden.

Die Arbeitsgruppe empfiehlt die CC-Lizenzierung für hundertprozentige Eigenproduktionen sowie Sendungen, bei denen dies "vor Produktionsstart geklärt wurde". Die Einbeziehung von Fremdmaterial, etwa Aufnahmen von Bildagenturen, mache eine CC-Lizenzierung dagegen in der Regel "unmöglich". Auch Musik aus dem Fundus der Gema schließe eine Freigabe derzeit aus.

Gerüchte über eine ARD-Arbeitsgruppe, die sich mit einem verstärkten Einsatz von offenen Lizenzen wie Creative Commons im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auseinandersetze, kursierten bereits seit mehreren Monaten. Angestoßen hatte die Auseinandersetzung die sogenannte Redaktionskonferenz Online des Senders.

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nicoledos 07. Okt 2014

Was gibt es bei CC zu experimentieren? Da ist höchstens der juristischen Abteilung der...

plutoniumsulfat 07. Okt 2014

naja, verschenken darfst du es nicht, zB nach Ch oder A.

plutoniumsulfat 07. Okt 2014

ist wahrscheinlich eh überall was von der GEMA drinne...

robinx999 07. Okt 2014

Dürfte natürlich spannend werden ob das bei den Besagten Sendungen überhaupt klappen...



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