Experte: 5G-Auktion könnte bei Ausstieg von Drillisch schnell enden

Bis zum Ende dieser Woche wurden bei der Auktion für die 5G-Frequenzen 662,8 Millionen Euro geboten. Wir wollten von einem Experten wissen, wie es weitergeht.

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Bundesnetzagentur: Dienstgebäude in Mainz
Bundesnetzagentur: Dienstgebäude in Mainz (Bild: Bundesnetzagentur)

Die letzte 5G-Auktionsrunde für diese Woche ist gelaufen. Zum Ende der Runde 44 wurde eine Summe von 662,8 Millionen Euro geboten.

"Drillisch ist in der ersten Runde mit einem Sprunggebot eingestiegen. Das heißt, sie haben pro Frequenzblock 20 Millionen Euro mehr geboten als mindestens notwendig", sagte Professor Vitali Gretschko vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am 22. März 2019 im Gespräch mit Golem.de. Dadurch habe das Unternehmen in den ersten Runden insgesamt die höchste Summe an Geboten gehalten.

Drillisch könnte laut Gretschko damit signalisieren wollen, dass sie es ernst meinen und lange in der Auktion bleiben möchten. Oder das hohe Gebot sei als Friedensangebot gemeint gewesen. Sie hätten angezeigt, bis zu welchem Preis sie zu gehen bereit seien und den drei Netzbetreibern die Möglichkeit gegeben, sich auf niedrigere Preise zu einigen und weniger zu bezahlen als Drillisch. "Wenn das Gebot von Drillisch als das Maximum zu verstehen ist, das sie bereit sind zu gehen, kann die Auktion nächste Woche schon vorbei sein, wenn das Preisniveau der Blöcke sich angeglichen hat. Das ist aber ein großes 'Wenn'. Aktuell gleicht Drillisch durch Sprunggebote die Preise bei den 3,6-GHz-Frequenzen an, was für beide Theorien sprechen könnte", betonte Gretschko.

Wenn Drillisch aussteige, sei die Auktion voraussichtlich vorbei. Wie Gretschko schon zuvor gesagt habe, sei die Nachfrage der Etablierten aktuell so, dass ohne Drillisch die Nachfrage dem Angebot entspreche.

Sollte Drillisch versuchen, einfach nur die Preise nach oben zu treiben und am Ende kein Spektrum kaufen wollen, könne diese Strategie nach hinten losgehen. "Die anderen Bieter haben schon durch ihre Gebote potenziell signalisiert, dass sie Drillisch einen kleinen, wenig nützlichen Teil des Spektrums zu einem hohen Preis überlassen würden", sagte Gretschko. Das könne eine effektive Bestrafungsstrategie sein.

"Wir haben uns entschieden, während der Auktion keine Wasserstandsmeldungen abzugeben. Eine Auktion ist erst zu Ende, wenn der Hammer fällt. Auch diese. Von zwischenzeitlichem Bieterverhalten auf den Gesamtausgang zu schließen, ist unseres Erachtens wenig zielführend", sagte Vodafone-Sprecher Alexander Leinhos Golem.de auf Anfrage zum offensiven Einstieg von United-Internet-Tochter Drillisch.

Zum Verlauf der Auktion wollten sich alle Teilnehmer wegen der Regeln der Bundesnetzagentur nicht äußern. "Wir sind zuversichtlich, dass wir im Rahmen der Auktion werthaltiges Spektrum erwerben werden", sagte Telefónica-Sprecherin Katja Hauß. Auch die Bundesnetzagentur kommentiert Zwischenstand und Bieterverhalten der Teilnehmer der 5G-Frequenzauktion derzeit nicht.

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