Experiment: Ratten, die Doom 2 spielen

Im Jahr 2021 erregten Ratten einige Aufmerksamkeit: Ein Forscher hatte den Tieren beigebracht, sich mittels einer Art Trackball durch Doom 2 zu bewegen. Inzwischen ist das Projekt zurück, und technisch deutlich weiter.
Im heutigen Rats Play Doom(öffnet im neuen Fenster) (via Tom's Hardware(öffnet im neuen Fenster) ) navigieren die Tiere nicht nur durch die virtuelle Welt, sondern greifen aktiv ein. Sie steuern ihre Bewegung, orientieren sich visuell in der Umgebung und können über einen zusätzlichen physischen Auslöser gezielt Aktionen auslösen – etwa schießen.
Damit ist erstmals eine Form von einfachem Gameplay möglich, bei dem mehrere Eingaben kombiniert werden. Grundlage ist eine neue Anzeige, die das Sichtfeld der Tiere nahezu vollständig umschließt, sowie eine klar getrennte Eingabemechanik für Bewegung und Aktion.
Technisch basiert das System auf einer großen Laufkugel, auf der die Ratte steht. Optische Sensoren unter der Kugel erfassen jede Bewegung und übersetzen sie in Echtzeit in Steuerbefehle für eine angepasste Doom-Umgebung.
Experiment zum Nachbauen
Die Kopplung erfolgt direkt und mit geringer Latenz, so dass Richtungswechsel und Vorwärtsbewegungen unmittelbar in der virtuellen Welt ausgeführt werden. Die komplette Steuerlogik ist offen dokumentiert und frei verfügbar.
Für die Darstellung kommt ein gekrümmtes Amoled-Display zum Einsatz, das die Spielwelt als zusammenhängende Panoramaansicht darstellt. Dadurch entsteht eine geschlossene visuelle Umgebung, die näher an klassischer VR liegt als frühere Versuchsaufbauten.
Ergänzt wird das Setup durch einen mechanischen Trigger, den die Tiere mit den Pfoten betätigen können. Dieser ist im System als eigenständiger Eingabebefehl implementiert und erlaubt erstmals gezielte Aktionen zusätzlich zur Bewegung.
Gewünschtes Verhalten belohnen
Ein Belohnungssystem verstärkt gewünschtes Verhalten. Kleine, exakt dosierte Mengen Zuckerwasser werden ausgegeben, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Die Entwickler betonen, dass es nicht darum geht, Ratten im menschlichen Sinne spielen zu lassen.
Vielmehr soll die offene Plattform zeigen, wie sich reale Bewegung, visuelle Wahrnehmung und digitale Simulation heute eng miteinander verknüpfen lassen. Ratten gelten schon länger als sehr intelligente Tiere, die Aufgaben erlernen, sich an Regeln anpassen und Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge erkennen können.



