Expeditions im Kurztest: Millimeterarbeit mit PS-Monstern

Das schwere Dieselaggregat macht einen Höllenlärm, aus dem Auspuff kommt eine Rußwolke und trotzdem bewegt sich unser Truck keinen Meter den Berghang hinauf. Also aktivieren wir den Allrandantrieb - und tatsächlich: Millimeter für Millimeter schiebt sich das tonnenschwere Vehikel in die Höhe!
Das macht es in Expeditions, dem neusten Spiel der Mudrunner-Serie. Der jüngste Teil schickt uns ohne Rahmenhandlung mit 20 schweren Fahrzeugen in drei Gebiete: In Colorado gibt es sechs Aufträge sowie in Arizona und in den Karpaten jeweils 41 Missionen. Nach Angaben des Entwicklerstudios Saber Interactive(öffnet im neuen Fenster) reicht das für rund 100 Stunden Beschäftigung.
Anders als im Vorgänger gibt es keine offene Welt, sondern eben Einsätze. Wir müssen fast immer mit unserem Fahrzeug von A nach B gelangen, etwa um Vorräte abzuliefern. Dabei kommen wir nicht über Straßen, sondern müssen uns durch schweren Matsch vorarbeiten, Flüsse und kleine Seen durchqueren oder uns an Steilhängen am Seil hochziehen oder herabhangeln.
Entscheidend sind Feingefühl im Umgang mit der sehr guten Steuerung sowie der Einsatz der vielen Gerätschaften. Mit der Drohne, die wir auf Knopfdruck starten, können wir das Gelände erkunden, mit der Winde besonders schwierige Passagen überwinden.
Wir können Luft aus den Reifen lassen, um die Traktion zu erhöhen, sowie den Allradantrieb oder das Sperrdifferential einschalten - beides verbraucht aber mehr Sprit, und der steht uns nicht unbeschränkt zur Verfügung.
Expeditions - A Mudrunner Game erscheint am 5. März 2024 für Windows-PC (Steam, Epic Games Store - rund 40 Euro), Nintendo Switch, Xbox One und Series X sowie für Playstation 4 und 5 (alle Konsolenversionen ab 50 Euro). Es gibt keine Sprachausgabe, sondern nur Untertitel - auch auf Deutsch.
Im Spiel finden sich keine Mikrotransaktionen, ein Koop-Modus für bis zur vier Teilnehmer soll einige Monate nach der Veröffentlichung folgen. Die USK hat eine Freigabe ohne Altersbeschränkung erteilt.
Fazit
Wer schon Probleme beim Parken in der heimischen Garage hat, sollte einen großen Bogen um Expeditions schlagen - zu Fuß. Wer dagegen beim Autofahren mehr auf Feingefühl statt auf Bleifuß setzt, findet hier Spielspaß für viele Wochen.
Die Mischung aus Herausforderungen und dem schlau zusammengestellten Arsenal an Differentialsperre und Drohnen macht ungeheuer viel Spaß. Wir finden, dass die Entwickler so gut wie immer die Ideallinie gefunden haben, wenn es um die Abwägung zwischen echten Fahrsystemen und Physik sowie Spielspaß und Zugänglichkeit geht.





Die Grafik wirkt eher zweckmäßig als stimmungsvoll, dafür kann man die Details des Terrains aber gut erkennen - im Grunde ist das hier viel wichtiger. Auch sonst ist das Drumherum etwas spartanisch, insbesondere was das Fehlen einer echten Handlung angeht.
Über fehlende Spannung kann man trotzdem nicht klagen. Die kommt in Expeditions mehr als genug auf, wenn unser Truck im Dreck steckt oder wir uns kopfüber im Jeep eine Steilwand heruntertasten.



