Expansion des Weltalls: Supernova soll Hubble-Konstante verbessern
Ein Forschungsteam der Ludwig-Maximilians-Universität(öffnet im neuen Fenster) und der Technischen Universität München(öffnet im neuen Fenster) will mit einer neuen Methode die Messung der Hubble-Konstante vereinfachen und vor allem präzisieren. Dafür werden Beobachtungen einer 2025 entdeckten und überdurchschnittlich hell leuchtenden Supernova herangezogen.
SN 2025wny oder SN Winny befindet sich hinter zwei Galaxien, deren Gravitation das Licht auf dem Weg zur Erde krümmt. So ergeben sich neben dem Bild der Supernova selbst noch fünf ins Bläuliche verschobene Abbilder. Diese sind zudem zeitverzögert, weil das Licht wegen der Krümmung einen längeren Weg zurücklegen muss.
Entdeckt wurde das extrem seltene Phänomen nach einer sechs Jahre dauernden Suche. Nun soll diese Gravitationslinse helfen, die Hubble-Konstante(öffnet im neuen Fenster) mit einer höheren Genauigkeit zu ermitteln.
Seit hundert Jahren wird gemessen
Ihr Wert beschreibt die Expansionsgeschwindigkeit des Universums und wird in Kilometern pro Sekunde und Megaparsec (3,26 Millionen Lichtjahre) angegeben. Die erste Bestimmung der Konstante durch ihren Namensgeber Edwin Hubble ergab einen mehr als siebenmal so großen Wert, wie er heute angenommen wird.
Mittlerweile konnte die Zahl auf zwei Arten eingegrenzt werden: Zum einen kann die Expansionsrate durch die Messung der Entfernung zwischen Galaxien mithilfe von verschiedenen Teleskopen bestimmt werden. Zum anderen lässt sich die Hubble-Konstante über die kosmische Hintergrundstrahlung abschätzen.
Die möglichen Abweichungen liegen jedoch bei etwa 20 Prozent. Der Grund sind unvermeidbare Messfehler bei der Entfernungsbestimmung und teils umstrittene Annahmen bei der Berechnung via Hintergrundstrahlung.
Vereinfachte Messung
Direkter und mit weniger Messfehlern soll der Weg über die Supernova in der Gravitationslinse erfolgen. Vorausgesetzt, die Massenverteilung der beiden Galaxien stimmt, die das Licht krümmen, soll die zeitlichen Abweichungen zwischen den einzelnen Bildern unmittelbar zur Hubble-Konstante führen.
Beschrieben wird die Methode in zwei Studien, die zur Veröffentlichung in Astronomy & Astrophysics eingereicht sind. Die erste(öffnet im neuen Fenster) wurde bereits akzeptiert, die zweite(öffnet im neuen Fenster) wird noch begutachtet.



