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Exoplaneten: Gesteinsplanet entdeckt, wo es ihn gar nicht geben sollte

Es gibt neue Anhaltspunkte für die Entstehung und Entwicklung von Planeten – dank des ungewöhnlichen Gesteinsplaneten des LHS-1903-Systems.
/ Patrick Klapetz
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Illustration des Systems LH-1903 (Bild: ESA, ATG Europe)
Illustration des Systems LH-1903 Bild: ESA, ATG Europe
Inhalt
  1. Exoplaneten: Gesteinsplanet entdeckt, wo es ihn gar nicht geben sollte
  2. Warum befindet sich LHS 1903b außen?

Je mehr Exoplaneten Astronomen entdecken, desto deutlicher wird, dass unser Sonnensystem und seine Entstehungsgeschichte möglicherweise eine Ausnahme darstellen. Ein vierter Planet, der kürzlich im LHS-1903-System(öffnet im neuen Fenster) durch die europäische Cheops-Mission identifiziert wurde, hat dieses Bild ergänzt.

Diese Gesteinswelt befindet sich an einer Stelle, die aktuelle Modelle nicht vorhersagen würden. Das System scheint sich in einem Inside-Out-Muster gebildet zu haben. Bedeutet: Die Gesteinsplaneten haben sich nicht im Inneren, sondern im äußeren Sternensystem ihrer Heimat gebildet. In unserem Sonnensystem befinden sich dagegen die Gas- und Eisriesen außen und die Gesteinsplaneten innen.

Die Entdeckung von mehr als 6.128 Exoplaneten in 4.560 Systemen sowie ungewöhnlicher Typen wie heißer Jupiter und Planeten, die Pulsare umkreisen, deutet jedoch darauf hin, dass unser Sonnensystem möglicherweise nicht typisch ist.

Dies ist das Sternensystem LHS-1903

Der neu identifizierte vierte Planet im LHS-1903-System hat bei einem Forschungsteam der Universität Bern, des Nationalen Kompetenzzentrums für Forschung PlanetS und der Universität Genf Fragen aufgeworfen.

LHS 1903 liegt etwa 116 Lichtjahre (etwa 1,1 Billiarden Kilometer) entfernt im nördlichen Sternbild Luchs, in der Nähe des Sterns 21 Lyncis mit einer Helligkeit von +4,6 mag (Magnituden). Sein Zentralstern ist ein roter Zwerg vom Typ M – genauso wie unser sonnennächster Stern Proxima Centauri.

Das System enthält vier Planeten: zwei Gesteinswelten, b und e, die den innersten und den äußersten Planeten bilden, sowie zwei mittlere Planeten, c und d, bei denen es sich um Mini-Neptun-Gaszwerge handelt. Diese mittleren Planeten haben etwa die sechsfache Masse der Erde und einen mehr als doppelt so großen Durchmesser.

Entdeckung und Struktur des LHS-1903-Systems

Der Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) der Nasa identifizierte die drei inneren Planeten erstmals bei Beobachtungen von 2019 bis 2023. Cheops bestätigte später im Jahr 2026 den vierten Planeten. Daten der Gaia-Mission zeigten keine Anzeichen für weitere entfernte Gasriesen, da keine nachweisbaren Verzerrungen im Aufbau des Systems vorlagen.

Der äußerste Planet, LHS 1903e(öffnet im neuen Fenster), umkreist seinen Stern in einer Entfernung von 0,15 Astronomischen Einheiten (etwa 22 Millionen Kilometer) und vollendet eine Umlaufbahn in 29 Tagen. Das gesamte System würde gut in die Umlaufbahn des Merkur in unserem Sonnensystem passen.


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