Abo
  • Services:

Exoplanet: Kepler-413b taumelt durchs All

Der Exoplanet Kepler-413b ist zwar fast in der habitablen Zone. Wäre er ein Gesteinsplanet, wäre es darauf dennoch sehr ungemütlich: Die Neigung seiner Rotationsachse ändert sich ständig, so dass die Jahreszeiten unvorhersagbar wären.

Artikel veröffentlicht am ,
Exoplanet Kepler-413b: Schwankung von 30 Grad in elf Jahren
Exoplanet Kepler-413b: Schwankung von 30 Grad in elf Jahren (Bild: Nasa, Esa, A. Feild (STScI))

Die Erdachse ist relativ stabil: In den vergangenen 26.000 Jahren hat sich ihre Neigung von 23,5 Grad wenig verändert. Das Ergebnis ist unter anderem, dass wir hier relativ gut vorhersehbare Jahreszeiten haben. Ganz anders der Planet Kepler-413b: Ein potenzieller Bewohner könnte beim Aufwachen nicht sicher sein, welche Jahreszeit ihn erwartet.

  • Das Doppelsternsystem mit dem Exoplaneten Kepler 413b (Bild: Nasa, Esa, A. Feild/STScI)
Das Doppelsternsystem mit dem Exoplaneten Kepler 413b (Bild: Nasa, Esa, A. Feild/STScI)
Stellenmarkt
  1. swb AG, Bremen
  2. MediaNet GmbH Netzwerk- und Applikations-Service, Freiburg

Kepler-413b ist der einzige Planet eines Doppelsternsystems, das aus einem orangen und einem roten Zwergstern besteht. Er umkreist die beiden in 66 Tagen. Dabei taumelt er stark: Die Neigung seiner Rotationsachse hat sich in den vergangenen elf Jahren um 30 Grad verändert. Das bedeute, auf dem Planeten komme es zu "raschen und erratischen Veränderungen der Jahreszeiten", sagen die Forscher um Veselin Kostov vom Space Telescope Science Institute (STScI) in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. Die Tatsache, dass sie einen Planeten entdeckt hätten, der seine Rotationsachse in einem Zeitraum ändere, den der Mensch beobachten könne, sei fantastisch.

Geneigte Bahn

Dass Kepler-413b taumelt, ist aber nicht seine einzige Besonderheit: Seine Bahn ist um 2,5 Grad gegenüber der Ebene der Sterne geneigt. Das macht es schwierig, ihn zu beobachten: Ein Exoplanet verursacht, wenn er seinen Stern passiert, eine Helligkeitsschwankung. Aus deren regelmäßigem Auftreten bestimmen die Astronomen die Dauer des Orbits.

Bei Kepler-413b ist das Muster jedoch viel unregelmäßiger: "In den Kepler-Daten von über 1.500 Tagen sehen wir drei Transits in den ersten 180 Tagen (alle 66 Tage ein Transit), dann hatten wir 800 überhaupt keinen Transit", erklärt Kostov. "Danach stellten wir wieder fünf Transits in Folge fest."

Kepler defekt

"Wir haben vorausberechnet, dass der nächste Durchgang erst 2020 eintreten wird", schreiben die Forscher in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Astrophysical Journal. Den werden sie aber nicht mehr mit dem Weltraumteleskop Kepler beobachten können, das das System entdeckt hat: Nach einem Defekt ist es seit Sommer vergangenen Jahres nicht mehr in Betrieb.

Kepler-413b ist ein Gasplanet, der etwa die 65fache Masse der Erde hat. Wäre er kein Gas-, sondern ein Steinplanet, wäre er fast bewohnbar: Kepler-413b ist etwas zu nahe an seinen Sonnen, um in der habitablen Zone zu sein. Das System befindet sich im Sternbild Schwan und ist etwa 2.300 Lichtjahre von der Erde entfernt.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (nur für Prime-Mitglieder)
  2. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)

Nebucatnetzer 05. Feb 2014

Kommt halt drauf an wie man es sieht. Sprich man ob man von der Oberfläche oder der...

Rainer Tsuphal 05. Feb 2014

"Wäre er ein Gesteinsplanet, wäre es darauf dennoch sehr ungemütlich: Die Neigung seiner...

Rainer Tsuphal 05. Feb 2014

Die dort droben wahrscheinlich auch.


Folgen Sie uns
       


Sonnet eGFX Box 650W - Test

Die eGFX Box von Sonnet hat 650 Watt und ist ein externes Grafikkarten-Gehäuse. Sie funktioniert mit AMDs Radeon RX Vega 64 und wird per Thunderbolt 3 an ein Notebook angeschlossen. Der Lüfter und das Netzteil sind vergleichsweise leise, der Preis fällt mit 450 Euro recht hoch aus.

Sonnet eGFX Box 650W - Test Video aufrufen
Always Connected PCs im Test: Das kann Windows 10 on Snapdragon
Always Connected PCs im Test
Das kann Windows 10 on Snapdragon

Noch keine Konkurrenz für x86-Notebooks: Die Convertibles mit Snapdragon-Chip und Windows 10 on ARM sind flott, haben LTE integriert und eine extrem lange Akkulaufzeit. Der App- und der Treiber-Support ist im Alltag teils ein Manko, aber nur eins der bisherigen Geräte überzeugt uns.
Ein Test von Marc Sauter und Oliver Nickel

  1. Qualcomm "Wir entwickeln dediziertes Silizium für Laptops"
  2. Windows 10 on ARM Microsoft plant 64-Bit-Support ab Mai 2018
  3. Always Connected PCs Vielversprechender Windows-RT-Nachfolger mit Fragezeichen

Raumfahrt: Großbritannien will wieder in den Weltraum
Raumfahrt
Großbritannien will wieder in den Weltraum

Die Briten wollen eigene Raketen bauen und von Großbritannien aus starten. Ein Teil des Geldes dafür kommt auch von Investoren und staatlichen Investitionsfonds aus Deutschland.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Esa Sonnensystemforschung ohne Plutonium
  2. Jaxa Japanische Sonde Hayabusa 2 erreicht den Asteroiden Ryugu
  3. Mission Horizons @Astro_Alex fliegt wieder

Razer Huntsman im Test: Rattern mit Infrarot
Razer Huntsman im Test
Rattern mit Infrarot

Razers neue Gaming-Tastatur heißt Huntsman, eine klare Andeutung, für welchen Einsatzzweck sie sich eignen soll. Die neuen optomechanischen Switches reagieren schnell und leichtgängig - der Geräuschpegel dürfte für viele Nutzer aber gewöhnungsbedürftig sein.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Huntsman Razer präsentiert Tastatur mit opto-mechanischen Switches
  2. Razer Abyssus Essential Symmetrische Gaming-Maus für Einsteiger
  3. Razer Nommo Chroma im Test Blinkt viel, klingt weniger

    •  /