Abo
  • Services:

Exoplanet: Forscher entdecken riesigen Babyplaneten

Hell und riesig groß, aber noch im Säuglingsalter: Forscher haben einen Exoplaneten entdeckt, der gerade einmal zehn Millionen Jahre alt ist. Er ist allein im All und deshalb gut zu studieren.

Artikel veröffentlicht am ,
Junger Gasplanet (Symbolbild): junger Planet oder uralter Stern?
Junger Gasplanet (Symbolbild): junger Planet oder uralter Stern? (Bild: Danielle Futselaar & Franck Marchis, Seti Institute)

Ein Planet gehört in ein Sonnensystem? Dieser nicht: Forscher der Carnegie Institution for Science in London und der University of Western Ontario in der kanadischen Provinz Ontario haben einen riesigen Exoplaneten entdeckt, der ganz allein im All schwebt.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Raum Regensburg
  2. Gemeinde Grasbrunn, Grasbrunn bei München

2MASS J1119-1137 hat die vier- bis achtfache Masse des Jupiters und ist für einen Planeten noch sehr jung: Gerade einmal 10 Millionen Jahre ist er alt - "in galaktischem Zeitmaßstab praktisch ein Säugling", sagen die Forscher. Der Exoplanet kreist nicht um einen Stern. Kosmische Vagabunden oder Objekt planetarer Masse heißen solche Himmelskörper.

Der Planet ist relativ nahe

2MASS J1119-1137 ist Teil der TW-Hydrae-Assoziation (TWA). TWA ist eine Ansammlung von sehr jungen Sternen - sie sind alle etwa so alt wie 2MASS J1119-1137. Die Formation ist unserem Sonnensystem relativ nahe: Der Exoplanet ist etwa 95 Lichtjahre von uns entfernt.

Entdeckt wurde der Planet mit dem Infrarotweltraumteleskop Wide-field Infrared Survey Explorer (Wise) sowie verschiedenen Teleskopen auf der Erde, die im sichtbaren Spektrum arbeiten. "Wir haben 2MASS J1119-1137 anhand seiner höchst ungewöhnlichen Lichtsignatur identifiziert", sagt Kendra Kellogg von der Western University. "Er strahlt mehr Licht im infraroten Spektrum aus, als zu erwarten gewesen wäre, wenn er schon alt und erkaltet wäre."

Kosmische Vagabunden sind gut zu sehen

Forscher mögen solche unabhängigen Exoplaneten, da sie einfacher zu untersuchen sind als Exoplaneten, die um einen Stern kreisen. "Objekte wie 2MASS J1119-1137 treiben allein im All", erklärt Kellogg. "Da werden unsere Beobachtungen nicht von der Helligkeit eines Zentralgestirns nebenan überstrahlt."

Der hohe Infrarotanteil machte es nicht so einfach, 2MASS J1119-1137 als Exoplaneten zu identifizieren: Sehr alte und weit entfernte Sterne erscheinen im gleichen Lichtspektrum. Deshalb könnten solche uralten Sterne schon mal mit spannenden jungen Objekten in der Nähe verwechselt werden, sagt Jacqueline Faherty von der Carnegie Institution.

2MASS J1119-1137 ist der zweithellste alleinstehende Exoplanet, der derzeit bekannt ist. Der hellste ist der 2014 entdeckte PSO J318.5-22, der mit 23 Millionen Jahren etwas mehr als doppelt so alt ist - zum Vergleich: Unser Sonnensystem ist etwa 4,6 Milliarden Jahre alt. Einige Forscher glauben ohnehin, dass die derzeit existierenden Planeten nicht einmal zehn Prozent aller Planeten ausmachen, die das Universum je hervorbringen wird.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (Neuware für kurze Zeit zum Sonderpreis bei Mindfactory)
  2. auf ausgewählte Corsair-Netzteile
  3. 164,90€ + Versand

Cöcönut 12. Apr 2016

Also eigentlich gibts ja auch noch Teilchenstrahlung... alpha, beta, Myonen, Neutrinos...

FreiGeistler 09. Apr 2016

Jah, habe den Strahlungsdruck vergessen. :-) Der wirkt ja nicht bei Planeten, ergo hat...

EvilSheep 08. Apr 2016

"Der Exoplanet kreist nicht um einen Stern. Kosmische Vagabunden oder Objekt planetarer...

Cöcönut 08. Apr 2016

Die Koordinaten im Raum zu bestimmen ist alles andere als einfach. Du kannst für Sterne...


Folgen Sie uns
       


No Man's Sky Next - Golem.de Live

Kommet und sehet, wie ein Weltraumbummler an nur einem Abend alles verliert.

No Man's Sky Next - Golem.de Live Video aufrufen
Hasskommentare: Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?
Hasskommentare
"Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?"

Hannes Ley hat vor rund anderthalb Jahren die Online-Initiative #ichbinhier gegründet. Die Facebook-Gruppe schreibt Erwiderungen auf Hasskommentare und hat mittlerweile knapp 40.000 Mitglieder. Im Interview mit Golem.de erklärt Ley, wie er die Idee aus dem Netz in die echte Welt bringen will.
Ein Interview von Jennifer Fraczek

  1. Nur noch Wochenende Taz stellt ihre Printausgabe wohl bis 2022 ein
  2. Cybercrime Bayern rüstet auf im Kampf gegen Anonymität im Netz
  3. Satelliteninternet Fraunhofer erreicht hohe Datenrate mit Beam Hopping

KI in der Medizin: Keine Angst vor Dr. Future
KI in der Medizin
Keine Angst vor Dr. Future

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz können schwer erkennbare Krankheiten früher diagnostiziert und behandelt werden, doch bei Patienten löst die Technik oft Unbehagen aus. Und das ist nicht das einzige Problem.
Ein Bericht von Tim Kröplin

  1. KI Deepmind-System diagnostiziert Augenkrankheiten
  2. Getty Images KI-System hilft bei der Bildersuche
  3. OpenAI Roboterhand erhält Feinmotorik dank KI

Segelschiff: Das Vindskip steckt in der Flaute
Segelschiff
Das Vindskip steckt in der Flaute

Hochseeschiffe gelten als große Umweltverschmutzer. Neue saubere Antriebe sind gefragt. Der Norweger Terje Lade hat ein futuristisches Segelschiff entwickelt. Doch solch ein neuartiges Konzept umzusetzen, ist nicht so einfach.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Energy Observer Toyota unterstützt Weltumrundung von Brennstoffzellenschiff
  2. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
  3. Kreuzschifffahrt Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

    •  /