Abo
  • Services:

Exomars: Sensorfehler führte zum Absturz von Schiaparelli

Falsche Daten, falsche Höhenberechnung: Weil das Navigationssystem von Schiaparelli glaubte, der Lander sei bereits auf dem Boden, wurde der Fallschirm zu früh abgetrennt, und der Exomars-Lander schlug mit hoher Geschwindigkeit auf dem Mars auf.

Artikel veröffentlicht am ,
Schiaparelli am Fallschirm: Aufschlag mit über 500 km/h
Schiaparelli am Fallschirm: Aufschlag mit über 500 km/h (Bild: ESA/ATG medialab)

Eine falsche Höhenberechnung aufgrund fehlerhafter Daten eines Sensors war die Ursache für den Absturz des europäischen Landefahrzeugs Schiaparelli. Schiaparelli war Teil des europäisch-russischen Raumfahrtprojekts Exomars.

Stellenmarkt
  1. Stadtwerke München GmbH, München
  2. Brückner Maschinenbau GmbH & Co. KG, Siegsdorf

Zunächst war der Abstieg normal verlaufen: Der Fallschirm öffnete sich in einer Höhe von zwölf Kilometern, Schiaparelli war zu dem Zeitpunkt 1.730 km/h schnell. Etwas später, 7,8 Kilometer über dem Mars, wurde der Hitzeschild abgeworfen.

Der Höhenmesser funktionierte einwandfrei

Beim Abstieg am Fallschirm funktionierte der Radar-Doppler-Höhenmesser korrekt. Anders hingegen die inertiale Messeinheit (Inertial Measurement Unit, IMU), die die Drehraten von Schiaparelli messen sollte: Sie lieferte weitgehend normale Daten. Allerdings kam es kurz nach dem Öffnen des Fallschirms zu einem Fehler bei der IMU, der zum Absturz führte.

  • Die Einschlagstelle von Schiaparelli im Detail (Quelle: Esa)
  • Eine Übersicht der geplanten Landestelle von Schiaparelli, mit den Bildern der Einschlagstelle (Quelle: Esa)
  • Die geplante Landesequenz (Quelle: Esa)
Die geplante Landesequenz (Quelle: Esa)

Das Navigationssystem berechnete aufgrund dieser Daten der IMU eine negative Höhe: Demnach hätte sich Schiaparelli schon gut zwei Kilometer unter dem Bodennvieau befunden. Das Navigationssystem schloss aus diesen Daten, dass Schiaparelli bereits gelandet sei und trennte den Fallschirm und den verbliebenen Teil des Hitzeschilds ab, feuerte kurz die Bremstriebwerke und aktivierte die Bodensysteme.

Marssonde findet Schiaparelli-Absturzstelle

Tatsächlich war Schiaparelli aber noch 3,7 Kilometer über der Marsoberfläche. Auf diese schlug der Lander mit einer Geschwindigkeit von etwa 540 km/h auf. Einen Tag später fand die US-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) die Absturzstelle. Auf einem hochaufgelösten Foto, das MRO einige Tage später aufnahm, sind der Einschlagkrater sowie der Fallschirm und die Hitzeschilde zu erkennen.

  • Das hochaufgelöste Foto zeigt die Absturzstelle von Schiaparelli auf dem Mars. (Foto: Nasa/JPL-Caltech/University of Arizona)
Das hochaufgelöste Foto zeigt die Absturzstelle von Schiaparelli auf dem Mars. (Foto: Nasa/JPL-Caltech/University of Arizona)

Das sei allerdings ein vorläufiger Abschluss der technischen Untersuchungen, sagt David Parker von der Esa. Das endgültige Ergebnis werde Anfang kommenden Jahres der Bericht eines Untersuchungsausschusses bringen.

Die Landung von Schiaparelli sollte ein Test werden für die zweite Exomars-Mission 2020, zu der Rover gehören wird.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 62,90€
  3. 18,99€
  4. täglich neue Deals bei Alternate.de

Clown 25. Nov 2016

In dem Zusammenhang: Siehe zweiter Link in meiner Signatur ;)

EWCH 25. Nov 2016

Ein Navi berechnet aus der Zeit und den Positionsdaten normalerweise auch einen Vektor...

EWCH 25. Nov 2016

Allerdings lief die Software seit Jahren problemlos bei den Starts der Ariane 4. Zum...

Netspy 24. Nov 2016

Schon mal daran gedacht, dass das alles auch Geld kostet und die ESA bekannter weise...

Anonymer Nutzer 24. Nov 2016

@Friedrich.Thal ist einfach ein Schwätzer der keinen Plan vom Thema hat. Es haben mehr...


Folgen Sie uns
       


Samsung Galaxy S10e - Test

Das Galaxy S10e ist das kleinste Modell von Samsungs neuer Galaxy-S10-Reihe - und für uns der Geheimtipp der Serie.

Samsung Galaxy S10e - Test Video aufrufen
Uploadfilter: Der Generalangriff auf das Web 2.0
Uploadfilter
Der Generalangriff auf das Web 2.0

Die EU-Urheberrechtsreform könnte Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten stark behindern. Die Verfechter von Uploadfiltern zeigen dabei ein Verständnis des Netzes, das mit der Realität wenig zu tun hat. Statt Lizenzen könnte es einen anderen Ausweg geben.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Pauschallizenzen CDU will ihre eigenen Uploadfilter verhindern
  2. Uploadfilter Fast 5 Millionen Unterschriften gegen Urheberrechtsreform
  3. Uploadfilter EU-Kommission bezeichnet Reformkritiker als "Mob"

Sechs Airpods-Konkurrenten im Test: Apple hat nicht die Längsten
Sechs Airpods-Konkurrenten im Test
Apple hat nicht die Längsten

Nach dem Klangsieger und dem Bedienungssieger haben wir im dritten Test den kabellosen Bluetooth-Hörstöpsel mit der weitaus besten Akkulaufzeit gefunden. Etwas war aber wieder nicht dabei: die perfekten True Wireless In-Ears.
Ein Test von Ingo Pakalski


    Trüberbrook im Test: Provinzielles Abenteuer
    Trüberbrook im Test
    Provinzielles Abenteuer

    Neuartiges Produktionsverfahren, prominente Sprecher: Das bereits vor seiner Veröffentlichung für den Deutschen Computerspielpreis nominierte Adventure Trüberbrook bietet trotz solcher Auffälligkeiten nur ein allzu braves Abenteuer in der deutschen Provinz der 60er Jahre.
    Von Peter Steinlechner

    1. Quellcode Al Lowe verkauft Disketten mit Larry 1 auf Ebay
    2. Wet Dreams Don't Dry im Test Leisure Suit Larry im Land der Hipster
    3. Life is Strange 2 im Test Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller

      •  /