Exomars: Esa bereitet Marslandung vor

Die europäisch-russische Raumfahrtmission Exomars(öffnet im neuen Fenster) ist fast am Ziel: Die Landung auf dem Mars ist für Mittwoch geplant. Kurz vor dem Ende gab es noch einige bange Momente für die Verantwortlichen bei der europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) und ihrem russischen Pendant Roskosmos.

Exomars besteht aus zwei Teilen: dem Satelliten Trace Gas Orbiter (TGO) und der Landeeinheit Schiaparelli. Für das bevorstehende Manöver wurden diese am Sonntag getrennt. Dazu wurden vom Europäischen Raumflugkontrollzentrum (European Space Operations Centre, Esoc) per Funk Sprengbolzen gezündet. "Ein Federmechanismus drückt dann Schiaparelli sanft weg und sorgt für eine Rotation um seine Achse - so wird sichergestellt, dass das Modul nicht ins Taumeln gerät oder rückwärts in die Mars-Atmosphäre eintritt" , erklärt die Esa(öffnet im neuen Fenster) .
War die Trennung erfolgreich?
Das Abkoppeln galt als eines der schwierigsten Manöver der Expedition. Wegen der Signallaufzeit von fast zehn Minuten war zunächst unklar, ob es erfolgreich war. Flugdirektor Michel Denis berief sogar eine Beratung ein, konnte dann aber per Twitter(öffnet im neuen Fenster) den erfolgreichen Abschluss der Trennung bekanntgeben: "Telemetriedaten laut und klar. Schiaparelli ist frei und unterwegs zum Mars."
Die Mission war am 14. März 2016 gestartet . Der TGO soll nach Spuren von Methan und anderen Spurengasen suchen, die Anzeichen für aktive biologische oder geologische Prozesse auf dem Mars sein könnten. Der 600 Kilogramm schwere Lander Schiaparelli soll zeigen, dass er weich landen kann. Esa und Roskosmos wollen mit dem gleichen System im Jahr 2020 einen Rover auf dem Mars landen.
Gibt es Leben auf dem Mars?
Für Esa-Chef Jan Wörner ist Exomars der Beginn eines neuen Zeitalters der Mars-Exploration. "Der Mars hat Zeiten erlebt, in denen das Entstehen von Leben möglich gewesen sein könnte. So findet man dort noch heute Wasser. Die Frage, ob es Leben gab oder gibt, ist daher von großem Interesse" , sagte er vor kurzem.
Beide Raumfahrtagenturen sehen in ihrem Projekt auch den Beweis, dass Kooperation zwischen Ost und West in politisch schwierigen Zeiten möglich ist.



