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Exascale-System Lineshine: Der angeblich schnellste Computer der Welt und 1.000 Fragen

China hat den leistungsfähigsten Supercomputer mit über zwei Exaflops gebaut. Oder ist er nur geplant? Und welche mysteriösen CPUs verbaut Huawei?
/ Johannes Hiltscher
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Lineshine braucht wohl ein dreistöckiges Gebäude. (Bild: National Supercomputing Center Shenzhen)
Lineshine braucht wohl ein dreistöckiges Gebäude. Bild: National Supercomputing Center Shenzhen
Inhalt
  1. Exascale-System Lineshine: Der angeblich schnellste Computer der Welt und 1.000 Fragen
  2. Schneller Prozessor, schneller Speicher
  3. Die CPU könnte machbar sein

Seit kurzem geistert Lineshine durch die Medien, der angeblich leistungsfähigste Supercomputer der Welt. Mit über zwei Exaflops Rechenleistung soll er El Capitan aus den USA in den Schatten stellen. Vergleichsmaßstab dürfte der Supercomputer-Benchmark High Performance Linpack (HPL) sein. Lineshine wurde angeblich bereits Ende 2025 in der Volksrepublik China am National Supercomputing Center in Shenzhen (NSCCSZ) in Betrieb genommen.

So zumindest besagt es der Untertitel eines auf der Videoplattform Bilibili verfügbaren Videos. Mehrere internationale Medien(öffnet im neuen Fenster) hingegen gehen davon aus(öffnet im neuen Fenster), dass Lineshine erst noch gebaut wird. Die Informationen zum System sind dürftig: Neben dem erwähnten Bilbili-Video, das einen kurzen Ausschnitt des Vortrags von NSCCSZ-Leiterin Lu Yutong zeigt, ist noch in einem Video des NSCCSZ ein Bild des Aufbaus von Lineshine zu sehen.

Die Pressemitteilung des Zentrums(öffnet im neuen Fenster) ist oberflächlich und hebt hervor, dass das System komplett auf chinesische Hard- und Software setze. Und die Berichte chinesischer Medien sind zurückhaltend – geben im Prinzip lediglich die Pressemitteilung wider.

Lineshine wird wohl bereits genutzt

In der Pressemitteilung wird allerdings erwähnt, dass die Beantragung von Rechenzeit auf Lineshine eröffnet sei. Das geschieht üblicherweise erst, wenn ein System bereits in Betrieb genommen wurde.

Darüber hinaus ist in der Mitteilung von der Portierung von Software sowie Optimierung für Lineshine zu lesen. Sowohl für KI als auch für verschiedene Simulationen ist das System angeblich bereits genutzt worden. Kürzlich wurden zudem auf Arxiv(öffnet im neuen Fenster) zwei Veröffentlichungen(öffnet im neuen Fenster) hochgeladen, deren Software explizit auf Lineshine ausgeführt wurde. Beide enthalten Informationen zu den verbauten CPUs.

Millionen CPU-Kerne, keine Beschleuniger

Aus dem wenigen verfügbaren Material wird klar, dass es sich bei Lineshine um ein reines CPU-System handelt. Das ist mittlerweile unüblich, die meisten neuen Supercomputer setzen auf Rechenbeschleuniger wie GPUs.

Mit dem japanischen Fugaku ist allerdings in der Top 10 der Liste der 500 leistungsfähigsten Supercomputer(öffnet im neuen Fenster) ein reines CPU-System gelistet. Auch die Volksrepublik setzte in der Vergangenheit mit Systemen wie Tianhe-3 und Sunway Ocean light auf reine CPU-Systeme, wenngleich mit teilweise heterogenem Aufbau.

Die CPUs von Lineshine hat, ebenso wie das Gesamtsystem, offensichtlich Huawei geliefert. Es scheint sich um das für wissenschaftliches Rechnen (High Performance Computing, HPC) angepasste Kunpeng 950 zu handeln. Die CPU nutzt Huawei auch in seinen Taishan-Systemen, die reguläre Variante soll es mit bis zu 192 Kernen geben (g+).


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