Ex-Sun-Chef Schwartz: Google braucht keine Java-Lizenz

Sun habe seine Java-APIs nicht als proprietär oder geschützt betrachtet, vielmehr sei es Suns Ziel gewesen, dass so viele Menschen wie möglich diese APIs nutzen, sagte der ehemalige Sun-Chef Jonathan Schwartz laut Cnet(öffnet im neuen Fenster) vor Gericht im Rechtsstreit zwischen Oracle und Google aus. Schwartz war zu der Zeit Sun-Chef, als Google Android ankündigte und veröffentlichte.
Bei den Verhandlungen zwischen Google und Sun über eine Java-Lizenz ging es laut Schwartz einzig allein um die Frage, ob Google seine Smartphones als Java-Telefone bezeichnen darf, ähnlich wie Nokia, Motorola und RIM. Für Sun sei es vor allem darum gegangen, das Java-Lager zu vergrößern, um gegen Microsoft bestehen zu können.
Zwar habe Sun nicht gefallen, was Google mit Java getan habe, wollte Google aber auch nicht daran hindern oder sich darüber beklagen. Stattdessen begrüßte Schwartz die Veröffentlichung von Android in einem Blogeintrag, den er als eine Art Pressemitteilung von Sun bezeichnet.
Schwartz verließ Sun kurz nach der Übernahme durch Oracle, weshalb Oracles Anwalt ihn fragte, ob er noch eine Rechnung mit Oracle offen habe. Schwartz wies dies zurück.
Im Anschluss an seine Befragung trat der Sun-Gründer und damalige Chairman Scott McNealy in den Zeugenstand und widersprach den Aussagen von Schwartz. Es sei nie Suns Strategie gewesen, inkompatible Java-Versionen im Markt zu erlauben. Schwartz' Blogeintrag bezeichnet er als persönliche Äußerung, gelesen habe er diesen nicht. Auf Fragen von Googles Anwälten räumte McNealy aber ein(öffnet im neuen Fenster) , dass er persönlich mit Oracle-Chef Larry Ellison befreundet ist.



