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Ex-NSA-Chef Alexander: "Unsere Aufgabe ist es, Code zu knacken"

In einem ausführlichen Interview hat sich der frühere NSA-Chef Alexander über die Snowden-Dokumente und die Ausnutzung von Sicherheitslücken geäußert. Normale US-Geheimdienstmitarbeiter dürfen sich aber nicht mehr öffentlich auf die Enthüllungen beziehen.

Artikel veröffentlicht am ,
Ex-NSA-Chef Alexander verteidigt das Ausnutzen von Sicherheitslücken.
Ex-NSA-Chef Alexander verteidigt das Ausnutzen von Sicherheitslücken. (Bild: Mark Wilson/Getty Images)

Nur wenige Wochen nach seinem Rückzug von der NSA-Spitze hat Keith Alexander das nach eigenen Angaben ausführlichste Interview seines Lebens gegeben. In dem mehr als 20-seitigen Gespräch mit der Australian Financial Review gibt der frühere Geheimdienstchef interessante Einblicke in sein Denken und die Arbeit seiner Behörde. Wie kaum anders zu erwarten: Alexander verteidigt vehement die Spionageaktivitäten der NSA. "Unsere Aufgabe ist es, Code zu knacken", antwortete er auf die Frage, ob Geheimdienste nicht darauf verzichten sollten, wichtige Verschlüsselungsstandards zu untergraben.

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Alexander verweist dabei mehrfach auf die Unterschiede zu früheren Zeiten, als Verschlüsselungsmethoden wie die Enigma-Maschine nur den deutschen Militärs zur Verfügung gestanden hätten. Heutzutage sei Verschlüsselungstechnik in jede Art der Kommunikation integriert. Es sei inakzeptabel, wenn ein Geheimdienst wie die NSA nicht in der Lage sei, verschlüsselte Kommunikation zwischen Terrorverdächtigen anzugreifen. "Es ist töricht die NSA zu bitten, nicht die Sicherheitslücken in der eigenen Technik zu suchen und nicht den Code zu knacken, den unsere Gegner zum Verschlüsseln ihrer Botschaften verwenden."

In vielen Fällen habe die NSA aber zur Kommunikationssicherheit beitragen, indem Sicherheitslücken den Herstellern oder Entwicklern mitgeteilt worden seien. Die NSA schließe es kategorisch aus, den Schutz der US-Kommunikation zu schwächen, um Sicherheitslücken für Spionagezwecke ausnutzen zu können. Nach Ansicht von Wired ist es inzwischen aber nahezu unmöglich, beim Knacken von Verschlüsselungstechnik zwischen Freund und Feind zu unterscheiden.

Falsche Vorwürfe zu falschen Vorwürfen

Wenig überraschend ist auch Alexanders Einschätzung, wonach der Schaden durch die Enthüllungen von Edward Snowden den Nutzen durch die Debatte überwiege. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass er den Medien Falschbehauptungen vorwirft, die in der Regel überhaupt nicht aufgestellt werden. So wird nach Ansicht Alexanders in den Medien weltweit die falsche Vorstellung erzeugt, dass die NSA den Inhalt von allen amerikanischen Telefonaten und E-Mails sammle und lese. Dabei wird in den Berichten zwischen dem Sammeln von Metadaten und Aufzeichnen von Gesprächen und anderen Inhalten meist deutlich unterschieden. Berichte, wonach die NSA die Telefongespräche ganzer Länder mitschneidet, beziehen sich zudem nur auf das Ausland. Darauf geht Alexander jedoch nicht ein.

Snowden ist für Alexander kein Whistleblower, sondern lediglich jemand, der geheime Informationen gestohlen hat. Der frühere NSA-Chef wirft dem 30-Jährigen vor, weiterhin geheime Dokumente zu veröffentlichen und sein Verhalten öffentlich zu rechtfertigen. Dabei hat sich Snowden - im Gegensatz zu anderen Informanten wie Chelsea Manning - bewusst entschieden, selbst kein einziges Dokument beispielsweise über Wikileaks zu veröffentlichen und dies unabhängigen Journalisten zu überlassen. Ein Vorgehen, das von Wikileaks-Aktivistin Sarah Harrison zuletzt deutlich kritisiert wurde.

Snowden im Dienste Russlands?

Den genauen Umfang der von Snowden kopierten Dokumente wird die NSA laut Alexander nie angeben können. "Wir haben keine genaue Möglichkeit, dies zu zählen", sagte der 62-Jährige. Es gebe nur die Möglichkeit, die Zahl der von Snowden angeklickten Dokumente zu erfassen, die bei mehr als einer Million liege. Es sei unklar, wie viele davon tatsächlich heruntergeladen und an die Medien weitergegeben wurden. Vermutlich seien es mehr als 100.000. Alexander erfuhr dem Interview zufolge Anfang Juni 2013 bei einem Besuch in Deutschland von dem Leak, den er als größten Schaden aller Zeiten für die US-Geheimdienste bezeichnete. Es habe Wochen gedauert, um das Ausmaß der Datenweitergabe einschätzen zu können.

Seiner Ansicht nach steht Snowden inzwischen unter dem Einfluss der russischen Geheimdienste. Snowdens Frage in einem Fernsehinterview an Russlands Präsident Wladimir Putin sei offenbar organisiert worden, um Snowden mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen und ihn als unabhängigen Akteur erscheinen zu lassen. Es sei nun Aufgabe von Ermittlungsbehörden und Gegenspionage, Snowdens Beziehung zu Russland zu ergründen.

Obama entscheidet genau wie Bush

Ein vergiftetes Lob hatte Alexander noch für den amtierenden US-Präsidenten Barack Obama parat. Auf die Frage, wie sich Obama von seinem umstrittenen Vorgänger George W. Bush unterscheide, sagte Alexander: Wenn es um die nationale Sicherheit gehe, entscheide Obama ironischerweise fast genau so wie Bush. "Man bekommt von beiden fast die gleiche Entscheidung in Schlüsselfragen zur nationalen Verteidigung vor Terroristen oder anderen Bedrohungen", sagte Alexander, der mehrere Jahre unter Bush amtiert hatte.

Wie recht er mit dieser Einschätzung hat, zeigt eine nun bekannt gewordene Vorschrift für die Mitarbeiter von US-Geheimdiensten. Einem Bericht der New York Times zufolge wurde es den aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern Anfang April untersagt, sich in der Öffentlichkeit auf Berichte über geleakte Dokumente zu beziehen. "Die Verwendung einer solchen Information in einer Publikation kann den Wahrheitsgehalt einer unerlaubten Enthüllung bestätigen und der nationalen Sicherheit weiteren Schaden zufügen", heiße es zur Begründung. Bei Missachtung der Vorschrift drohten den Mitarbeitern Bußgelder oder Ordnungsstrafverfahren sowie der Entzug der Sicherheitsermächtigung.

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JavaMistress 12. Mai 2014

Ich finde es so doof, dass Frau Merkel aufgrund "wirtschaftlicher Interessen" einfach nur...

Anonymer Nutzer 12. Mai 2014

Das bleibt Dir unbenommen. Aber man entwickelt sich ja auch weiter. Bleibt in seinen...

Anonymer Nutzer 12. Mai 2014

Man muss seine Einfalt ja nicht auch noch mehrfach und mit einer derartig Vehemenz...

mnehm1 12. Mai 2014

1. Schonmal gemerkt das Du heute die meisten Handys gar nicht mehr ganz ausschalten...

Anonymer Nutzer 11. Mai 2014

Da der TE von der NSA erst vor einer Woche erfahren hat sollte er ggf mal etwas über ihre...


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