Ex-Monopolist: British Telecom droht die Spaltung

Es ist eine Forderung, die britische Telekom-Anbieter wie Sky und Talktalk bei jeder Gelegenheit wiederholen: Marktführer BT Group müsse aufgespalten werden, damit Chancengleichheit zwischen dem Ex-Monopolisten und den Wettbewerbern herrsche, die das BT-Netz mieten.
Jetzt sind die Unternehmen diesem Ziel etwas nähergekommen. Die Telekomaufsicht Ofcom hat eine Abspaltung der BT-Netzsparte Openreach in einem am Donnerstag veröffentlichten Diskussionspapier(öffnet im neuen Fenster) ins Spiel gebracht. Mit einer Abtrennung würden Anreize für die Diskriminierung der Konkurrenten verschwinden, heißt es darin. Der Regulierer erwägt alternativ strengere Auflagen und höhere Strafen für BT, um den Wettbewerb zu stärken.
BT hält sich nicht an Terminzusagen für die Installation von Anschlüssen
Genauso wie die Deutsche Telekom muss die BT Group ihr Netz Konkurrenten zur Verfügung stellen. Die Bedingungen dafür entfachen allerdings Kritik. BT hält nach Angaben von Sky monatlich gut 500 Terminzusagen nicht ein, um Sky-Kunden einen Anschluss zu installieren. Und in weiteren 4.000 Fällen pro Monat würden verabredete Arbeiten nicht beendet. Zudem habe sich die Fehlerhäufigkeit im Openreach-Netz um 50 Prozent erhöht, so Sky.
BT wehrt sich gegen eine Abspaltung und begründet das vor allem mit einem Argument: mit den eigenen Investitionen in das Netz, um Kunden schnelleres Internet anzubieten. Solche Ausgaben hätte es bei einer Abtrennung der Netzsparte nicht gegeben.
Ofcom will bis Ende des Jahres die nächsten Schritte bekanntgeben. Wie hoch die Chancen einer Abspaltung sind, darüber gehen die Meinungen auseinander. Ovum-Analysten halten dies für unwahrscheinlich. Neil Campling vom Brokerhaus Aviate Global sieht das anders: Ofcom habe jetzt klar signalisiert, dass es den Kampf mit BT aufnehmen wolle, sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg.