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An der Berufung Arnnon Geshuris scheiden sich die Geister.
An der Berufung Arnnon Geshuris scheiden sich die Geister. (Bild: Myleen Hollero/Wikimedia Foundation/CC-BY-SA 3.0)

Ex-Google-Manager: Wikipedianer rebellieren gegen neues Vorstandsmitglied

An der Berufung Arnnon Geshuris scheiden sich die Geister.
An der Berufung Arnnon Geshuris scheiden sich die Geister. (Bild: Myleen Hollero/Wikimedia Foundation/CC-BY-SA 3.0)

Community gegen Wikimedia-Stiftung: An der Besetzung eines neues Vorstandspostens scheiden sich die Geister. Selbst Wikipedia-Begründer Jimmy Wales räumt Fehler ein. Nun zog der frühere Google-Manager Konsequenzen.

Die Wikimedia Foundation hat derzeit kein glückliches Händchen im Umgang mit ihren Vorstandsmitgliedern: Nachdem Ende des vorigen Jahres ein Mitglied fristlos und ohne Begründung entlassen worden war, hat sich nun ein Streit mit der Community um ein neues Mitglied entzündet: Es geht um den früheren Google- und Tesla-Manager Arnnon Geshuri. In einer unverbindlichen Abstimmung votierte eine überwältigende Mehrheit von Autoren für dessen Ablösung. Hintergrund des Misstrauensvotums ist Geshuris Beteiligung an einem gegenseitigen Nicht-Abwerbe-Pakt zwischen den großen IT-Konzernen des Silicon Valley.

Geshuri arbeitete von 2004 bis 2009 in der Personalabteilung von Google, wo er mit 900 Personalmitarbeitern jährlich 2,5 Millionen Bewerbungen zu sichten hatte. In dieser Zeit gab es Absprachen zwischen Unternehmen wie Google und Apple, um Beschäftigte nicht gegenseitig abzuwerben. In einer Sammelklage warfen Ex-Mitarbeiter den Firmen vor, ein Kartell gebildet zu haben, um durch das Abkommen gegen Abwerbungen die Personalkosten möglichst gering zu halten.

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Fristlose Kündigung nach Abwerbeversuch

Belegt wurde dies unter anderem durch eine Mail Geshuris aus dem Jahr 2007 an Google-Chef Eric Schmidt. Nachdem sich der damalige Apple-Chef Steve Jobs über den Abwerbeversuch eines Apple-Mitarbeiters durch Google beschwert hatte, schrieb Geshuri, die entsprechende Personalmitarbeiterin habe das nicht tun dürfen und ihr werde in der nächsten Stunde gekündigt. Zudem soll er darauf gedrängt haben, Facebook ebenfalls zum Verzicht auf die gegenseitige Abwerbung von Mitarbeitern zu bewegen.

Die Verwicklung in den Nicht-Abwerbe-Pakt und die rücksichtslose Kündigung sind nach Ansicht der Community Grund genug, Geshuri nicht in den Wikimedia-Vorstand aufzunehmen. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales schrieb zuletzt, dass die Angelegenheit im Vorstand weiter diskutiert werde. Er räumte ein, dass die Ablösung des Vorstandsmitglieds James Heilmann und die Berufung Geshuris nicht transparent genug erfolgt seien. Er bereue, die Personalie lediglich kurz gegoogelt und sich nicht eingehender damit beschäftigt zu haben. Er habe fälschlicherweise angenommen, dass es bei dem Verfahren keine Probleme geben sollte.

Geshuri antwortet ausweichend

Geshuri selbst äußerte sich in einem ausführlichen Statement, ohne konkret auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe einzugehen. Er begründete sein Verhalten allgemein damit, dass er Firmenrichtlinien habe umsetzen müssen. Die Vize-Vorsitzende des Vorstands, Alice Wiegand, verteidigte die Ernennung des früheren Google-Managers. "Der Vorstand hat Arnnon einstimmig ernannt und glaubt weiterhin, dass er ein wertvolles Mitglied des Teams ist."

Neben der aktuellen Kontroverse stellt sich die Frage, welche Rolle ein solch hochkarätiger Personalmanager überhaupt im derzeit neunköpfigen Stiftungsvorstand spielen soll. Zwar verfügt die Stiftung inzwischen über rund 300 Mitarbeiter, was im Vergleich zu den IT-Konzernen des Silicon Valley aber immer noch eine kleine Größe darstellt. Zudem leidet die Wikipedia derzeit drängender an einem Schwund an ehrenamtlichen Autoren. Für deren Engagement dürfte die Berufung Geshuris eher abträglich zu sein.

Nachtrag vom 28. Januar 2016, 13:05 Uhr

Angesichts der anhaltenden Debatte zog Geshuri Konsequenzen und trat aus dem Vorstand zurück. Das teilten die Vorstandsvorsitzenden Patricio Lorente und Alice Wiegand am Mittwochabend (Ortszeit) in San Francisco mit. Als Grund habe Geshuri angegeben, dass seine Personalie nicht von den anstehenden zukunftsweisenden Debatten innerhalb der Stiftung ablenken solle. Das Gremium kündigte an, den Auswahlprozess für neue Mitglieder verbessern und aktualisieren zu wollen. Der Vorstand bat um Entschuldigung für die "Not und Verwirrung", die die umstrittene Berufung innerhalb der Community und bei Geshuri verursacht hätten.


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Kleba 31. Jan 2016

Der ursprünglich komplette Satz war: "Nachdem sich der damalige Apple-Chef Steve Jobs...

narfomat 28. Jan 2016

offensichtlich sogar du. natürlich ist es wichtig, das der vorstand einer stiftung...

Füchslein 28. Jan 2016

Und wie nennen wir den einen? König von Wikipedia? Das mit den Diktatoren hat in der...



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