Der Gastauftritt eines Ghostbusters
Eine ungewöhnliche Besetzung ist auch Julianne Moore, die nicht unbedingt für Comedy-Rollen bekannt ist, die mit ihrer geradlinigen Art inmitten turbulenter Ereignisse den Humor aber prägnant herausarbeitete. Für Ghostbusters-Fans gibt es zudem ein Wiedersehen mit Dan Aykroyd.
Exzellente Effekte
Ein Film wie Evolution steht und fällt mit seinen Effekten. CGI waren damals noch relativ neu, entsprechend gab es großartige, aber auch weniger überzeugende Filme in dieser technischen Disziplin. Evolution gehört zu den großartigen, die CGI sind ähnlich wie bei Starship Troopers exzellent gealtert. Sie sehen selbst ein Vierteljahrhundert später noch überzeugend aus, was dem Film eine gewisse zeitlose Eleganz verleiht.
Dafür verantwortlich war Visual Effects Supervisor Phil Tippett, der seine Karriere mit Stop-Motion begonnen, sich aber mit Beginn des CGI-Zeitalters weiterentwickelt hatte. Zu seinen Erfolgen gehören Jurassic Park und Starship Troopers.
Bei der Entwicklung der Kreaturen folgten Tippett und sein Team evolutionären Pfaden – von Einzellern über Mehrzellern und Würmern über Amphibien und Reptilien zu Vögeln und Säugetieren, und immer waren die Kreaturen ausgesprochen phantasievoll gestaltet. Hunderte Designs wurden entwickelt, die meisten verworfen, bis sich die richtigen herauskristallisierten.
Tippett Studios übernahm den Großteil der visuellen Effekte. Zuerst kamen die Skizzen, dann von Hand gefertigte 3-D-Modelle, die dann digitalisiert und per Computer animiert wurden. Weitere Effekte wie der Meteor, der durchs All fliegt und auf der Erde landet, wurden von den Firmen PDI/DreamWorks sowie Sony Imageworks übernommen. Die affenartigen Kreaturen wurden von Amalgamated Dynamics entwickelt, während KNB EFX einige Props herstellte.
Hommage an die Fünfzigerjahre
Evolution ist nicht nur eine Sci-Fi-Komödie, sondern auch eine Verbeugung vor der Science-Fiction der Fünfzigerjahre mit all den Außerirdischen, die auf die Erde kamen, um sie zu erobern oder zu zerstören. Das wird natürlich übertrieben, etwa in der wunderbaren Käfer-im-Hintern-Szene, von der Ivan Reitman sagte, sie habe das Studio überzeugt, richtig Geld in die Produktion zu stecken. Diese Szene sorgte aber auch dafür, dass das Ende mehrmals umgeschrieben werden musste.
David Weissman erklärte(öffnet im neuen Fenster) dazu vor sieben Jahren: "Ich weiß nicht mehr genau, wie die Szene ursprünglich aussah, aber die Idee, dass sie dem Alien das Selensulfid direkt in den Hintern spritzen müssen, entstand erst sehr spät. Deshalb haben wir große Teile dieser Sequenz noch einmal neu gedreht. Und ich glaube, es gab davon etliche verschiedene Versionen."
Evolution kam und ging – der Erfolg an der Kinokasse blieb aus. Noch im selben Jahr startete eine Zeichentrickserie, mit der die Macher nichts zu tun hatten, die aber darauf setzte, dass der Film ein Erfolg werden würde.
Niemand will etwas von einem Sequel hören
Der Misserfolg verhinderte eine Fortsetzung, die beiden Autoren scherzten knapp zwei Jahrzehnte später jedoch, dass sie ständig über ein Sequel reden, nur niemand das hören will. Die Grundidee wäre natürlich, dass etwas von der außerirdischen Biomasse überlebt hat. Scherzhaft sagte Diamond, man könnte den Film ja Evolution 2: They Missed A Spot nennen. Ideen hatten sie nicht, nur dass man ein gigantisches Alien im Untergrund einer Großstadt leben und sich ausbreiten lassen könnte.
Wirkliche Gespräche gibt es darüber nicht, aber in einer Zeit, in der Legacy-Sequels von Hits und Kultfilmen längst vergangener Jahrzehnte durchaus en vogue sind, weiß man nie, was noch kommt. Die Evolution hört schließlich niemals auf.
Der Film scheiterte zwar im Kino, erreichte aber etwas, das nur wenigen Komödien gelingt: Er wirkt so zeitlos, dass er über Jahrzehnte hinweg ein neues Publikum findet – Menschen, die bei seinem Kinostart noch gar nicht geboren waren.