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Zwischen Blockbustern zerrieben

Man soll dies als Parodie verstehen, auch in Hinblick darauf, wie das Studio eingreift, wenn es mit Werbung Geld zu verdienen gibt. Ob dem wirklich so ist, bleibt offen, denn Werbung für das Shampoo ist der Film zweifelsohne.

Das größte Problem von Evolution war jedoch seine Platzierung. Er hatte im Blockbuster-Sommer 2001 einen schweren Stand, war eingequetscht zwischen dem zweiten Teil des Megaerfolgs Die Mumie und dem ersten Film mit dem Oger Shrek. Das Publikum zog es zu diesen beiden Filmen, für Evolution blieben nur Reste.

Letztlich trug auch die Perzeption, dass Reitman hier "nur" eine Sci-Fi-Version seiner Ghostbusters abgeliefert hatte, dazu bei, dass der Film kein allzu großes Publikum fand. Genau das half ihm auf lange Sicht aber auch. Der Humor, der von manchen Kritikern damals als infantil angesehen wurde, ist nicht unbedingt wie feiner Wein gereift, stellt aber eine schöne Zeitkapsel in eine Ära dar, in der die politische Korrektheit noch nicht so präsent war.

Das macht Evolution zu einem Film, der geradezu danach schreit, neu entdeckt zu werden. Dass er ein Flop war, hilft insofern, dass keine übersteigerten Erwartungen vorab existieren, ein modernes Publikum dann aber positiv überrascht wird – von den Figuren, der Geschichte und vor allem vom Humor, der teils etwas derber ist, was gerade in heutiger Zeit als angenehm frisch erscheinen kann.

Mit jeder TV-Ausstrahlung, mit jeder Aufnahme in eine Streamingbibliothek, mit jeder neuen Veröffentlichung hat Evolution somit Standhaftigkeit gezeigt. Er steht in einer Reihe anderer Sci-Fi-Flops, die im Lauf der Jahre ihr Publikum gefunden haben.

Von den Ghostbusters zu Evolution

Gut also, dass Regisseur und Sci-Fi-Fan Ivan Reitman mit diesem Film schließlich doch noch Gelegenheit bekam, einen komischen Sci-Fi-Film zu drehen. Ghostbusters war zwar in die Richtung gegangen, setzte aber weniger auf Sci-Fi- als auf Horrorelemente. Das Drehbuch zu Evolution, geschrieben von Don Jakoby, bot Reitman seine Chance. Durch mehrere Überarbeitungen entstand aus dem ernsthaften Sci-Fi-Thriller eine Komödie.

Die grundsätzliche Prämisse blieb dabei intakt, inklusive der These, dass Leben von Meteoren von einem planetaren System zum nächsten getragen wird. Die These der Panspermie(öffnet im neuen Fenster) wird von den meisten Wissenschaftlern abgelehnt, bildet jedoch einen guten Hintergrund für Evolution.

Ein Akte-X-Star als Hauptdarsteller

Reitman wollte für die Hauptrolle des Films David Duchovny. Dieser war als Fox Mulder in Akte X bekanntgeworden, insofern war es ein Risiko, ihn nun in einer Sci-Fi-Komödie zu besetzen. Reitman wollte ihn allerdings wegen seiner Rolle in Ein Hund namens Beethoven (1992). "Ich erinnerte mich an David als einen attraktiven Mann mit einem wunderbar trockenen Humor und einem scharfen Witz – sehr intelligent, sehr redegewandt und unglaublich komisch. Außerdem hatte ich seine neueren Arbeiten gesehen, so dass ich vollstes Vertrauen in seine Fähigkeit hatte, auch eine breit angelegte Komödie zu spielen", erzählte Reitman später(öffnet im neuen Fenster). Er sollte damit auch recht behalten. Duchovny machte Ira Kane nicht nur glaubwürdig, sondern gab ihm auch eine etwas schräge Art.

Ein Glücksgriff neben Duchovny war Orlando Jones; die Chemie zwischen beiden stimmte. Beide nahmen sich auch ihres Ko-Stars Seann William Scott an, der hier erstmals keinen Teenager spielte – dem sie allerdings auch gern Streiche spielten.


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