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Evobot: Selbstbalancierender Roboter ergreift und trägt Fracht

Forscher vom Fraunhofer-Institut haben einen flinken Roboter auf Rädern entwickelt, der sich ausbalanciert - und Pakete befördert.
/ Patrick Klapetz
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Der sich selbstbalancierende Roboter Evobot vom Fraunhofer-Institut. (Bild: Fraunhofer IML, Michael-Neuhaus)
Der sich selbstbalancierende Roboter Evobot vom Fraunhofer-Institut. Bild: Fraunhofer IML, Michael-Neuhaus

Evobot ist ein schneller, sich selbst balancierender Roboter auf Rädern und zwei Beinen, der vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik entwickelt wurde(öffnet im neuen Fenster) . Er hat zwei Arme mit nach innen gerichteten, scheibenförmigen Greifpads an den Enden. Mit diesen kann er Pakete packen, befördern und wieder ablegen.

Wenn der Roboter nichts transportiert, lässt sich der Arm einklappen und sitzt neben den Beinen. Evobot kann sich dann nach vorne lehnen und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 Metern pro Sekunde rollen. Damit er nicht umkippt, nutzt er das mobile umgekehrte Pendelprinzip - beziehungsweise das eines inversen Verbundpendels.

Die unteren Teile des Roboters bewegen sich dabei ständig hin und her, um das Gewicht des oberen Teils in der Mitte zu halten. Steigungen sollten somit kein Problem für den kleinen Roboter sein.

Der ideale Assistent für den Menschen?

Damit sich Evobot orientieren kann, wurden zwei optische Kameras, Kartierungssysteme und weitere Sensoren verbaut. Dadurch kann er autonom durch Lagerhallen fahren, kleine Vorsprünge und unebenes Gelände überwinden und Hindernissen ausweichen. Falls das Hindernis zu niedrig ist, kann der Roboter sich horizontal strecken und damit kleiner machen. Damit er dabei nicht auf dem Boden schleift, wurden zwei weitere Lenkräder an den Unterseiten der verlängerten Arme angebracht. Diese werden jedoch nicht mit Motoren angetrieben.

Neben Lagerhallen kann der Roboter auf Parkplätzen von Supermärkten zum Einsatz kommen. Er könnte Einkaufswagen oder andere Gegenstände auf Rädern greifen und an einen gewünschten Ort - wie dem Unterstand der Einkaufswagen - bringen. Nachdem er ein Objekt anvisiert und seine Arme um dieses gelegt hat, bewegen sich seine Greifpolster nach innen, bis sie genug Druck ausüben, um es anzuheben oder zu greifen.

In Zukunft soll der Prototyp Gegenstände auch wenden können. Laut dem Fraunhofer-Institut soll die Hemmschwelle zur Interaktion zwischen Mensch und Roboter durch das gewählte Design niedrig sein. Ob der Roboter der ideale Assistent für den Menschen sein wird, muss sich noch zeigen. Wann Evobot in Lagerhallen oder auf Parkplätzen fahren soll, ist noch unklar.


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