Everywhere: Investoren helfen Alternativ-GTA mit 41 Millionen US-Dollar
Das schottische Entwicklerstudio Build a Rocket Boy(öffnet im neuen Fenster) bekommt von Investoren rund 40,8 Millionen US-Dollar für die Produktion von Everywhere. Wem das nichts sagt: Build a Rocket Boy wurde von Leslie Benzies gegründet – und der ist zusammen mit Sam und Dan Houser einer der entscheidenden Macher von allen bisher veröffentlichten Grand Theft Auto.
Die Finanzspritze stammt laut der britischen Zeitung The Telegraph(öffnet im neuen Fenster) von Netease, einer Firma namens Makers und dem eigentlich auf Kryptowährungen spezialisierten Unternehmen Galaxy Interactive.
Auffällig ist vor allem die Beteiligung von Netease: Der chinesische Technologiekonzern engagiert sich schon länger im Spielebereich, unter anderem in Kooperationen mit Blizzard und anderen westlichen Publishern. Wenn Netease in das Studio von Benzies investiert, kann man das wohl als Zeichen sehen, dass der mit Build a Rocket Boy an einem ernst gemeinten Projekt arbeitet.
Bislang ist über Everywhere nur wenig bekannt. Das Spiel soll grundlegende Elemente von GTA aufgreifen und in naher Zukunft in einer dystopischen Welt angesiedelt sein, offenbar spielt der Weltraum eine Rolle.
Die Spieler sollen noch mehr Freiheiten genießen und größeren Einfluss auf die Handlung haben. Technische Grundlage ist die Lumberyard-Engine von Amazon, also ein Fork der Cryengine. Informationen über anvisierte Plattformen oder Erscheinungstermine liegen nicht vor.
Benzies will nach eigenen Angaben ein "klassisches Computerspiel" produzieren. Ob das bedeutet, dass es eine klassische Kampagne geben wird – unklar. Das Spiel entsteht in Edinburgh, Los Angeles und Bukarest, die offizielle Webseite des Entwicklerstudios führt eine Reihe von Stellenangeboten auf.
Benzies hat im Sommer 2015 seine Posten bei Rockstar verloren. Dort war er zusammen mit den Brüdern Dan und Sam Houser maßgeblich für Erfolgstitel wie Red Dead Redemption, vor allem aber für die Serie GTA inklusive des 2013 veröffentlichten fünften Serienteils verantwortlich.
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Zeitweise war Benzies auch Chef des schottischen Entwicklerstudios Rockstar North, das für alle Aktivitäten rund um Grand Theft Auto zuständig ist. Ursprünglich hatte Benzies als Programmierer beim Rockstar-Vorgänger DMA Design begonnen.
Nach der Trennung kam es zwischen Benzies und Rockstar Games zu einem mittlerweile abgeschlossenen Rechtsstreit, in dem es um Millionen ging.
Das Entwicklerstudio und dessen ehemaliger Chef sind inzwischen wohl wirklich schlecht aufeinander zu sprechen: Benzies hatte sein neues Studio ursprünglich Royal Circus Games getauft, was Rockstar Games wohl zu sehr an den eigenen Firmennamen erinnert hatte – deshalb 2018 die Umbenennung in Build a Rocket Boy.
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