Everything Everywhere All At Once: Das schönste Multiversum von allen

Das Multiversum ist in Gefahr. Ein neuer Marvel-Film? Mitnichten. Everything Everywhere All At Once, der am 28. April in den deutschen Kinos startet, ist viel besser.

Eine Rezension von Peter Osteried veröffentlicht am
Michelle Yeoh als Evelyn Wang in Everything Everywhere All At Once
Michelle Yeoh als Evelyn Wang in Everything Everywhere All At Once (Bild: A24/Screenshot: Golem.de)

Es wurde viel herumgeheimnist über das neueste Projekt von Dan Kwan und Daniel Scheinert. In der IMDB fand man als Inhaltsangabe zu ihrem Film lange nur folgende, wenig reizvolle Beschreibung: Eine Frau macht ihre Steuern.

Inhalt:
  1. Everything Everywhere All At Once: Das schönste Multiversum von allen
  2. Ein wunderbares Drehbuch

Tatsächlich fängt Everything Everywhere All At Once auch damit an. Denn die von Michelle Yeoh gespielte Hauptfigur Evelyn sitzt mit ihrem Mann Waymond und ihrem Vater bei einer von Jamie Lee Curtis gespielten Finanzbeamtin.

Es geht um Evelyns nicht korrekte Steuererklärung, in der sie alles Mögliche steuerlich absetzen will. Während die Finanzbeamtin redet, driftet Evelyn jedoch gedanklich ab. Denn zuvor hatte sie im Lift eine Begegnung mit ihrem Mann, der nicht ihr Mann war.

In seinem Körper steckte ein Waymond aus einer parallelen Welt, der Evelyn rekrutiert. Denn es geht um nichts anderes als die Rettung des Multiversums.

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Für Dan Kwan und Daniel Scheinert, kurz: die Daniels, ist es das zweite gemeinsame Projekt. Ihr erster Film Swiss Army Man zeigte bereits, dass sie schräge Ideen haben: In dem Film lassen sie Daniel Radcliffe eine Leiche spielen, die wie ein Schweizer Armeemesser auf mannigfaltige Weise nützlich sein kann.

In Everything Everywhere All At Once gehen sie noch weiter. Sie haben ihr Opus Magnum erschaffen, einen 132 Minuten langen Film, der gekonnt mit verschiedenen Erzählebenen jongliert, ausgesprochen eigentümlich ist und sich auf Terrain begibt, das normalerweise vom Blockbuster-Kino beackert wird.

Allerdings ist ihr Film eine Produktion der Indie-Produktionsfirma A24, die schon vor Jahren mit Werken wie Hereditary oder The Green Knight für Furore sorgte. Hier ist Everything Everywhere All At Once bestens aufgehoben.

Everything Everywhere All at Once

Das Spiel mit dem Format

Schon rein technisch ist der Film faszinierend. Denn die Geschichte wird in zwei Formaten erzählt, nämlich 1,85:1 und 2,39:1. Zudem gibt es Rückblenden, die im Zeitraffer alternative Lebensläufe der Hauptfigur darstellen. Sie sind in 4:3 gehalten und wirken wie alte Familienvideos.

Der Formatwechsel ist in gewisser Weise desorientierend, weil nicht immer erkennbar ist, warum die beiden Filmemacher gerade das eine dem anderen vorziehen. Aber es ist ein technischer Kniff, der dem Film eine einzigartige Note verleiht.

Der Film spielt in unserer Welt - einer Welt, in der Evelyn einst China verließ, in der sich ihr Mann von ihr scheiden lassen will und in der ihr Waschsalon mehr schlecht als recht läuft. Sie ist die Version ihrer parallelen Ichs, die am wenigsten geschafft hat. Aber wenn man ganz unten ist, ist die Bewegung in jede Richtung zugleich auch Fortschritt.

In der Welt des Films kann Evelyn sich die Fertigkeiten ihrer alternativen Versionen aneignen und sie nutzen - ebenso wie andere Figuren. Das gipfelt in einem krassen Kampf zwischen Michelle Yeoh und Jamie Lee Curtis, der nicht von ungefähr an die großen Wuxia-Filme Chinas erinnert, in denen Kung-Fu eine maßgebliche Rolle spielt. Überhaupt ist Everything Everywhere All At Once ein an Zitaten reiches Potpourri.

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Ein wunderbares Drehbuch 
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