Every Noise at Once: Spotifys Kündigungswelle legt freie Musikbibliothek lahm
Spotifys Kündigungswelle hat auch Folgen für Abertausende Musikenthusiasten. Unter den 1.500 Mitarbeitern, die vergangenen Dezember ihren Entlassungsbescheid erhielten , befand sich auch Datenspezialist Glenn McDonald, der Kopf hinter Every Noise at Once, einer Art enzyklopädischen Fundgrube für Musikrichtungen.
Nach McDonalds Kündigung kann der Dienst nicht mehr aktualisiert werden. McDonald schuf mit Every Noise at Once eine gewaltige Tag-Cloud, eine Schlagwort-Wolke, mit mehr als 6.000 Musikgenres. Über 600.000 Besucher klickten sich laut Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) 2023 durch die Hörproben von Genres wie belgischem Techno über Latino Trap bis zu heidnischem Black Metal.
Die Seite entwickelte McDonald während seiner Zeit bei The Echo Nest . Spotify kaufte das Unternehmen und nutzte McDonalds gesammelte Daten als Grundlage für sein Genresystem.
Vorerst keine Updates mehr
"Es ist meine Visualisierung eines Datensatzes, der ursprünglich dem Echo Nest gehörte und jetzt Spotify gehört" , sagte McDonald Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) . "Ich habe daran gearbeitet, war der Hauptkurator und habe alle Algorithmen und Tools dafür geschrieben." McDonalds Fingerabdrücke finden sich auf vielen Spotify-Funktionen, selbst an solchen, an denen er nicht mitgearbeitet hat.
Nutzer von Every Noise at Once hatten bislang die Möglichkeit, neue Musik nach Genres zu filtern. Dafür nutzte McDonald als Spotify-Mitarbeiter eine interne Programmierschnittstelle. Es gibt zwar auch für Externe eine API, nur fällt diese deutlich weniger umfassend aus.
Noch ist Every Noise at Once aktiv und benutzbar, allerdings in dem Zustand, den die Seite zum Zeitpunkt vor McDonalds Entlassung hatte. "Ich finde es immer noch irgendwie albern, dass ich nicht mehr dort arbeiten kann" , so McDonalds. Das Problem mit den Neuveröffentlichungen liege ihm am Herzen. Und wenn er es von sich lösen könnte, mit den öffentlich zugänglichen Tools, würde er das tun.
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