Evergrande NEV: Direktor von Elektroauto-Firma verhaftet

Der hochverschuldete Immobilienkonzern Evergrande will sich zu einem Elektroauto-Hersteller wandeln. Nun gibt es mehrere schlechte Nachrichten.

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Von dem Hengchi 5 sind noch nicht viele Exemplare verkauft worden.
Von dem Hengchi 5 sind noch nicht viele Exemplare verkauft worden. (Bild: JustAnotherCarDesigner/CC-BY-SA 4.0)

Ein hochrangiger Manager des chinesischen Elektroautoherstellers Evergrande NEV ist verhaftet worden. Das geht aus einer Börsenmitteilung des Unternehmens (PDF) vom 8. Januar 2024 hervor. Der geschäftsführende Direktor Yongzhuo Liu sei "wegen des Verdachts auf illegale Straftaten" inhaftiert worden. Der Handel mit den Aktien des Unternehmens an der Hongkonger Börse wurde vorübergehend ausgesetzt. Erst vor wenigen Tagen war der Einstieg eines Investors aus Dubai geplatzt.

Die Evergrande New Energy Vehicle Group (Evergrande NEV) ist eine Tochterfirma des hochverschuldeten chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande. Das Unternehmen hatte im Oktober 2021 erklärt, innerhalb von zehn Jahren zu einem reinen Hersteller elektrischer Fahrzeuge zu werden.

Evergrande kaufte bereits 2018 einen Anteil von 45 Prozent an dem Elektroautohersteller Faraday Future. Allerdings gerieten die Partner schnell in Streit, der vor Gericht ausgetragen wurde. Daneben kaufte der Konzern den schwedischen Autohersteller National Electric Vehicle Sweden (NEVS), der die Fabrik des bankrotten schwedischen Autoherstellers Saab übernommen hatte.

Börsenkurs stark gesunken

Während Evergrande im Januar 2022 mit dem Hengchi 5 sein erstes Elektroauto vorstellte, präsentierte NEVS im Mai 2023 den Prototyp der Sportlimousine Emily GT, die mit einer Akkuladung 1.000 Kilometer weit kommen soll.

Der Börsenkurs des Unternehmens sank in den vergangenen Jahren extrem. Nach einem Hoch von umgerechnet 8 Euro im Jahr 2021 sank der Aktienkurs auf aktuell rund 5 Cent. Im August 2023 hatte Evergrande angekündigt, Aktien im Wert von 500 Millionen US-Dollar an das in Dubai ansässige Unternehmen NWTN auszugeben. NWTN verfügt nach eigenen Angaben bereits über eine Autofabrik in Abu Dhabi und wollte einen Anteil von 27,5 Prozent der Evergrande NEV erwerben sowie das Recht erhalten, die Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder zu bestimmen.

Hohe Verluste, kaum Verkäufe

Doch die geplante Vereinbarung scheiterte zum Jahresende 2023. Die Beteiligten hätten sich nicht auf eine Verlängerung des sogenannten Long Stop Date einigen können, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Laut Reuters machte Evergrande NEV im ersten Halbjahr 2023 einen Verlust von umgerechnet 964 Millionen US-Dollar. Im gleichen Zeitraum seien nur 760 Exemplare des Hengchi 5 verkauft worden. In den Jahren 2021 und 2022 sollen sich die Verluste sogar auf 10 Milliarden US-Dollar summiert haben.

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