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Evening Standard: Google und Uber sollen für positive Artikel gezahlt haben

Medienskandal in Großbritannien: Für eine halbe Million Pfund sollen Firmen wie Google und Uber ein Zeitungsprojekt unterstützt haben. Positive Berichterstattung inklusive.

Artikel veröffentlicht am ,
Taxis in London
Taxis in London (Bild: Eddie Keogh/Reuters)

Die britische Tageszeitung Evening Standard soll mehreren Unternehmen für hohe Beträge eine positive Berichterstattung angeboten haben. Das berichtete ein früherer politischer Korrespondent des Blattes, James Cusick, am Mittwoch auf den Seiten des Projektes Opendemocracy.net.

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Demnach sollen Firmen wie Google und Uber eine halbe Million britischer Pfund gezahlt haben, um das Zeitungsprojekt "London 2020" zu unterstützen. Im Gegenzug seien ihnen nicht nur als Werbung gekennzeichnete Artikel versprochen worden, sondern auch eine Berichterstattung, "die man mit Geld nicht kaufen kann", sowie "gefällige" Erwähnungen in den Kommentarspalten, berichtete Cusick unter Berufung auf entsprechende Werbepräsentationen der Zeitung.

Ein Manager des Zeitungsverlages ESI Media, dem der Evening Standard gehört, dementierte den Bericht. Die Behauptung, wonach die Zeitung Nachrichten verkaufe, seien eine "grob ungenaue und extrem falsch verstandene Interpretation des Projektes London 2020", sagte Anzeigenchef Jon O'Donnell dem Marketing-Magazin The Drum.

Uber hat Probleme in London

Dem widerspricht jedoch Cusick in seinem Artikel. Demnach sollen bereits Nachrichtenartikel, die von Redakteuren geschrieben werden, ohne Sponsorhinweis auf den Nachrichtenseiten des Blattes eingeplant worden sein. Das Projekt soll dem Bericht zufolge am 5. Juni starten und zwei Jahre laufen. Darin soll London als innovatives und wirtschaftliches Machtzentrum und fit für die Zukunft dargestellt werden. In der von Cusick gezeigten Präsentationsfolie heißt es wörtlich: "Wir erwarten, dass jede Kampagne zahlreiche Nachrichtenartikel generiert, Kommentare und hochrangige Unterstützer."

Besonders die Einbindung des Mitfahrdienstes Uber erscheint brisant. Das liegt zu einem daran, dass der Chefredakteur des Evening Standard, der frühere britische Schatzkanzler George Osborne, für den Finanzinvestor Blackrock arbeitet, der einen hohen Firmenanteil an Uber hält. Zum anderen hat der Mitfahrdienst derzeit große Probleme in London, weil dessen Lizenz im September 2017 nicht verlängert wurde. In den Zeitungsartikeln sollte Uber eine Führungsrolle in einem "Luftreinhalteprojekt" zugeschrieben werden, beispielsweise bei der Elektrifizierung des Verkehrs bis 2020.

Positive Berichte über Google-Projekte

Google könnte laut Cusick Interesse an positiven Artikeln gehabt haben, weil das Unternehmen wegen seiner niedrigen Steuerzahlungen und seinen engen Verbindungen zur früheren Regierung von Premierminister David Cameron und Schatzkanzler Osborne in der Kritik stehe. Allerdings habe sich Google in seinem sogenannten DNI-Projekt verpflichtet, "Miss- und Desinformationen zu bekämpfen", damit die Nutzer besser Fiktion von Fakten unterscheiden können.

Für das Geld solle über Google-Projekte beispielsweise in Schulen berichtet werden. Dabei gehe es um die Förderung digitaler Fähigkeiten und der Entwicklung eines Netzwerks von digitalen Trainingszentren.

"Kann man in Saudi-Arabien machen"

Eine Absage erhielt die Zeitung demnach von der Kaffeehauskette Starbucks. Dem US-Unternehmen sei ein Projekt zur Reduzierung des Plastikmülls angeboten worden. Ein Manager begründete laut Opendemocracy die Entscheidung mit den Worten: "Das Kaufen von positiver Berichterstattung ist der Tod von PR. Das kann man in Saudi-Arabien machen, aber nicht hier." Starbucks bevorzuge stattdessen sogenannte Advertorials, bei denen Werbebotschaften in redaktionellem Gewand präsentiert werden.

Auf Anfrage von Opendemocracy und The Drum wollten weder Google noch Uber eine Stellungnahme zu dem Bericht abgeben. Google hat sich erst kürzlich von seinem langjährigen Motto Don't be evil verabschiedet.



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mannzi 01. Jun 2018

Was soll bitte schlimm an vorab Modellen sein, solange die Meinung nicht verkauft wird...

Anonymer Nutzer 01. Jun 2018

Ja genau. Sowas gabs doch auch schon in Deutschland bei großen verlagen...und sind die...


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