Eve Valkyrie angespielt: Ein Walkürenritt mit der Alpha

Der Raketeneinschlag lässt unser Cockpit wackeln, Qualm steigt vom Armaturenbrett empor, auf der linken Scheibe breiten sich Risse aus: Noch ein, zwei Treffer und unser Raumschiff wird in der eisigen Kälte des Weltalls verglühen. Wir starten die Schubdüse und versuchen uns hinter einem Asteroiden zu verstecken. Zu spät! Der feindliche Laser zuckt, es tut einen Schlag, die Frontscheibe platzt und uns wird schwarz vor Augen. Zeit, das VR-Headset abzusetzen und Eve Valkyrie(öffnet im neuen Fenster) vorläufig zu beenden.

Seit dem 18. Januar 2016 läuft die Alpha des Weltraum-Shooters. Voraussetzung sind ein Oculus Rift Dev Kit 2 , ein sehr schneller Spiele-PC und ein Xbox-Gamepad. Entwickler CCP Games empfiehlt eine Geforce GTX 970 oder besser, was wir anhand unserer Erfahrungen mit Eve Valkyrie bestätigen können. Wichtig ist, dass die Bildrate von 75 fps möglichst konstant gehalten wird. Mit unserer übertakteten Radeon R9 Nano war das auf der vierten und somit höchsten Detailstufe zwar meist der Fall. Gerade bei vielen Effekten und Schiffen auf dem Schirm ruckelte die Alpha aber deutlich.
Bis zur Veröffentlichung Ende März 2016 dürfte CCP Games noch etwas optimieren, denn: Eve Valkyrie wird als Launch-Titel mit der Consumer-Version des Oculus Rift ausgeliefert. Das verfügt über ein feiner auflösendes Display mit höherer Frequenz als das Dev Kit 2, die Hardware-Anforderungen steigen also nochmals an. Zudem kommt die Grafik von Eve Valkyrie auf dem DK2 weniger zur Geltung als auf dem letzten Prototyp (der zusammen mit der Touch-Steuerung gezeigt wurde), was den Spielspaß etwas einschränkt.

























Im Hauptmenü wird das besonders deutlich: Wir – unser Körper – sitzen in der Kommandozentrale Crow's Nest und navigieren per Head Tracking und Controller-Eingaben. Das klappt einwandfrei, bei weiter entfernten Schriftzügen wie den Details unserer Pilotenkarriere reicht die Display-Auflösung des DK2 aber nicht aus. Wir müssen uns per Positional Tracking nach vorne lehnen, um alle Einzelheiten lesen zu können – bei der CV1 ist das nicht notwendig.
Intensive Dogfights im All
Vom Umfang her ist die Alpha derzeit noch beschränkt: Eine Trainingsmission erklärt die Steuerung des Raumschiffs inklusive Waffensystemen, später sollen drei weitere Tutorials folgen. Wer übrigens im Hauptmenü vergessen hat, die Y-Achse zu invertieren, kann das jederzeit im Spiel machen. Der Fokus der Alpha liegt auf Mehrspieler-Dogfights, wir kämpfen acht gegen acht im Team-Deathmatch. Zudem gibt es einen Conquest-Modus, den haben wir in unseren bisherigen Partien aber nicht zu Gesicht bekommen. Gespielt wird auf einer von vier Maps (Cathedral, Forge, Necropolis und Shipyard).
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Besonders gut gefallen uns die Steuerung per Head-Tracking und Gamepad und die starke Immersion, da CCP Games unter anderem fast vollständig auf Bildschirmanzeigen verzichtet. Wir erkennen stattdessen am Zustand des Cockpits unseres Schiffes, woher Schüsse kommen und wie stark die Beschädigungen sind. Den Laser schieben wir per Fadenkreuz auf die Gegner, die Aufschaltung der Raketen aber lenken wir mit Kopfbewegungen. Das ergibt tolle Szenen: Wir feuern frontal auf einen Opponenten und verfolgen parallel mit unserer Visierung einen zweiten per Schulterblick – wuhu!
Grafisch ist Eve Valkyrie schon jetzt schick, insbesondere kleine Details empfinden wir als gelungen. So färbt sich der Schild, der das Cockpit schützt, bei einem Treffer punktuell kurz rot – wir wissen somit instinktiv, woher der Angriff kam. Abgefeuerte Raketen haben hübsche Rauchschweife, eine gesprungene Scheibe wirkt bedrohlich real und wenn unser Schiff mit geplatzter Front im eisigen All schwebt, fröstelt uns unwillkürlich.

























CCP Games hat zudem darauf geachtet, möglichst wenig Simulation Sickness zu erzeugen – etwa durch eine konstante Vorwärtsbewegung auch ohne Knopfdruck. Ein um die eigene Achse rollendes Fluggerät ist allerdings nicht jedermanns Sache, hilft in den Dogfights jedoch ungemein. Für Abschüsse oder die Beihilfe dazu gibt es Erfahrungspunkte und Silver Credits, der Salvage muss von erledigten Gegnern eingesammelt werden. Zusammen ermöglichen die Währungen das Freischalten sowie den Kauf von Upgrades, Schiffen und Skins. Später soll zudem ein Echtgeld-System folgen (Gold Credits).
Unser Fazit: Wir können jedem mit einem Rift DK2 nur empfehlen, sich für die Alpha von Eve Valkyrie zu bewerben. Es lohnt sich!