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Eutelsat Bigblu: Zehntausende KA-Sat-Nutzer brauchen neue Modems

Durch den Angriff auf das Satelliteninternet -Netzwerk KA-SAT wurden Modems der Nutzer zerstört. Sie werden nun ausgetauscht.
/ Achim Sawall
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KA-SAT Satellit (Bild: Ka-Sat-Besitzer Viasat)
KA-SAT Satellit Bild: Ka-Sat-Besitzer Viasat

Das Eutelsat-Unternehmen Bigblu muss nach dem Angriff auf das Satellitennetzwerk KA-SAT bei betroffenen Kunden die Modems austauschen. Das gab der Satelliten-Vermarkter in seinem Kundenforum bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Das Cyber-Ereignis habe den "Internetdienst für Zehntausende von Nutzern des KA-Sat-Dienstes in ganz Europa lahmgelegt" . Zuerst berichtete der Branchendienst Infosat(öffnet im neuen Fenster) über die Ankündigung.

Der französische Satellitennetzbetreiber Eutelsat hatte das britische Unternehmen Bigblu Broadband gekauft , um einen eigenen Verkaufskanal im Einzelhandel zu erhalten. Bigblu Broadband hat kein eigenes Satellitennetz und vermarktet verschiedene Satellitendienste.

Ka-Sat-Besitzer Viasat habe die Lösung für die Wiederherstellung des Anschlusses der betroffenen Kunden bestätigt, erklärte Bigblu. "Wir wissen, dass die Modems aller betroffenen Kunden unbrauchbar wurden und wir daher die Hardware ersetzen müssen. Wir warten derzeit auf Informationen von Viasat über die Fristen für die Lieferung von Ersatzgeräten, die wir benötigen, um die Situation so schnell wie möglich zu lösen. Wir planen, mit dem Versand von Ersatzmodems zu beginnen, sobald wir sie von Viasat erhalten, zusammen mit einer klaren Anleitung. Dieser Ersatz wird kostenlos sein."

Vorsätzlicher Cyberangriff

Am 24. Februar wurde Bigblu nach eigenen Angaben auf den teilweisen Serviceausfall aufmerksam . "Die Ursache des Ausfalls ist noch nicht ganz klar, aber wir gehen davon aus, dass es sich um einen vorsätzlichen Cyberangriff handelt" , erklärte Bigblu.

Der Ausfall des KA-SAT-Netzwerks sei "mit einem verdächtigen Ereignis am 24. Februar um 4 Uhr UTC (Weltzeit) verbunden" , kommentierte Viasat. Zur gleichen Zeit startete die Invasion der russischen Streitkräfte in die Ukraine. Wie aus einer E-Mail des US-Betreibers Viasat an seine Partner hervorgeht, begann das Problem in der Ukraine. "Dies scheint zunächst mit dem KA-SAT-Dienst in der Ukraine begonnen zu haben und sich anschließend über fast die gesamte KA-SAT-Ausleuchtzone ausgebreitet zu haben" , hieß es.

SurfBeam-2-Modems

Der Angriff dürfte über eine Gatewaystation am Boden erfolgt sein, erklärte Andreas Knopp, Professor am Institut für Informationstechnik der Bundeswehr, im März 2022. Später wurde berichtet, dass die SurfBeam-2-Modems über ein gefälschtes Softwareupdate zerstört wurden. Ein Viasat-Manager sagte Reuters(öffnet im neuen Fenster) , eine Fehlkonfiguration im "Management-Bereich" des Satellitennetzwerks habe den Hackern den Fernzugriff auf die Modems ermöglicht. An den SurfBeam-2-Modems zeigte nach dem Angriff keine der LEDs mehr eine Funktion an, weil die Firmware überschrieben wurde.

Polizei und Militär in der Ukraine würden den Satellitendienst verwenden.


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