Abo
  • Services:

Unklare Rolle der privaten Wirtschaft

Etwas unklar bleibt auch, was mit der vierten Maßnahme bezweckt wird. Dabei legt die Kommission den Fokus "auf die wichtige Rolle von Diensteanbietern und anderen Industriepartnern bei der Bereitstellung von Lösungen mit starker Verschlüsselung". Demnach soll "eine bessere und strukturiertere Zusammenarbeit zwischen Behörden, Diensteanbietern und anderen Industriepartnern zu einem besseren Verständnis der bestehenden und sich entwickelnden Herausforderungen auf den verschiedenen Seiten beitragen".

Stellenmarkt
  1. DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH, Traunreut (Raum Rosenheim)
  2. OEDIV Oetker Daten- und Informationsverarbeitung KG, Bielefeld

Deutlich konkretere Vorschläge zur Lösung des Problems macht hingegen das Papier des Ministerrats. Dies gilt vor allem für Fälle, in denen verschlüsselte Daten bereits vorliegen und nachträglich entschlüsselt werden sollen. So könnten "in der Regel einige Erfolge erreicht werden, wenn sehr einfache Formen von Verschlüsselungsmethoden verwendet werden und dass Schlüssel mittels geeigneter Software, die eine Entschlüsselung ermöglicht, ermittelt bzw. rückgerechnet werden können. Einfache Passwörter lassen sich durch entsprechende Hardware und Programme 'knacken'."

Entschlüsselung mit Brute Force gelungen

Demnach könnten die Ermittler "erheblich zur erfolgreichen Entschlüsselung von Passwörtern beitragen, wenn sie den IT-Forensik-Experten Informationen im Zusammenhang mit dem Passwort selbst (mögliche Passphrasen, Phrasensegmente, Zeichensatz, Passwortlänge usw.) und alle elektronischen Beweismittel oder Geräte zur Verfügung stellen". In bestimmten Fällen hätten die Passwörter mit Brute-force- oder Wörterbuchangriffen entschlüsselt werden können.

Schwer zu knacken seien Dateien, die mit Programmen wie TrueCrypt, BitLocker, FileVault2, WinRar oder PGP geschützt seien. Daher könne sich "in Fällen, in denen die Täter technisch fortschrittliche Passwörter oder komplexe Algorithmen verwenden, als unmöglich erweisen, den Verschlüsselungsschutz zu durchbrechen". Dem Ministerrat zufolge wird dabei in einigen Mitgliedstaaten die "Entschlüsselung in Zusammenarbeit mit Privatunternehmen durchgeführt, deren Sachkenntnis sich als nützlich erweist, insbesondere wenn die Verschlüsselungsmethoden sehr komplex sind". In mehreren Staaten gebe es jedoch keine Zusammenarbeit mit Privatfirmen für die Entschlüsselung.

Geheimdienste beharren auf Backdoors

Abschließend empfiehlt der Ministerrat den EU-Staaten, in spezielle Hard- und Software mit angemessener Rechenleistung sowie in entsprechend geschultes Personal zu investieren, "um auch in komplexen Fällen von verschlüsselten Dateien und verschlüsselter Kommunikation eine Entschlüsselung sicherzustellen". Eine Empfehlung, die die Bundesregierung mit der Einrichtung von Zitis bereits beherzigt haben dürfte.

Den deutschen Geheimdiensten dürften diese Vorschläge jedoch nicht reichen. So hatte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen kürzlich in einer Bundestagsanhörung einen "vollen Werkzeugkasten" gefordert und gesagt: "Wir hätten gerne Zugang zu Whatsapp und Telegram." Damit scheint er sowohl in der Bundesregierung als auf EU-Ebene bislang auf taube Ohren zu stoßen.

 Europol: EU will "Entschlüsselungsplattform" ausbauen
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. + Prämie (u. a. Far Cry 5, Elex, Assassins Creed Origins) für 62€
  2. 59,99€
  3. 3,99€

SchreibenderLeser 28. Okt 2017

So steht es also im Gesetz. Aber Papier ist Geduldig, mal sehen, was die Rechtssprechung...

User_x 25. Okt 2017

oder eben überhaupt kein Passwort verwenden. Kann sich also jeder anmelden (den...

FreiGeistler 22. Okt 2017

Dass sie dafür im Schwarzmarkt mitmischen müssen, den Punkt mit "weder verbieten...


Folgen Sie uns
       


Intel NUC8 - Test

Winzig und kraftvoll: der NUC8 alias Hades Canyon.

Intel NUC8 - Test Video aufrufen
P20 Pro im Kameratest: Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz
P20 Pro im Kameratest
Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz

Mit dem P20 Pro will Huawei sich an die Spitze der Smartphone-Kameras katapultieren. Im Vergleich mit der aktuellen Konkurrenz zeigt sich, dass das P20 Pro tatsächlich über eine sehr gute Kamera verfügt: Die KI-Funktionen können unerfahrenen Nutzern zudem das Fotografieren erleichtern.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android Huawei präsentiert drei neue Smartphones ab 120 Euro
  2. Wie Samsung Huawei soll noch für dieses Jahr faltbares Smartphone planen
  3. Porsche Design Mate RS Huawei bringt 512-GByte-Smartphone für 2.100 Euro

God of War im Test: Der Super Nanny
God of War im Test
Der Super Nanny

Ein Kriegsgott als Erziehungsberechtigter: Das neue God of War macht nahezu alles anders als seine Vorgänger. Neben Action bietet das nur für die Playstation 4 erhältliche Spiel eine wunderbar erzählte Handlung um Kratos und seinen Sohn Atreus.
Von Peter Steinlechner

  1. God of War Papa Kratos kämpft ab April 2018

Datenschutz: Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach
Datenschutz
Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach

Verbraucher verstehen die Texte oft nicht wirklich, in denen Unternehmen erklären, wie ihre Daten verarbeitet werden. Datenschutzexperten und -forscher suchen daher nach praktikablen Lösungen.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Soziales Netzwerk Facebook will in Deutschland Vertrauen wiedergewinnen
  2. Denial of Service Facebook löscht Cybercrime-Gruppen mit 300.000 Mitgliedern
  3. Facebook-Anhörung Zuckerbergs Illusion von der vollen Kontrolle

    •  /