Emotet: Ermittler legen "König der Schadsoftware" lahm

Die Infrastruktur der Emotet-Trojaner ist unter Kontrolle von Ermittlern. Für das BSI war Emotet der "König der Schadsoftware".

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Unter Führung des BKA haben Ermittler Emotet lahmgelegt.
Unter Führung des BKA haben Ermittler Emotet lahmgelegt. (Bild: REUTERS/Ralph Orlowski)

Internationale Ermittler haben nach Angaben von Europol und des Bundeskriminalamts eines der weltweit gefährlichsten Malware-Netzwerke ausgeschaltet. Die Infrastruktur des vor allem vom organisierten Verbrechen genutzten Trojaner-Systems Emotet sei nun unter Kontrolle der Ermittler, teilte Europol am Mittwoch in Den Haag mit. An dem mehr als zwei Jahre dauernden Einsatz unter deutscher und niederländischer Leitung waren Ermittler aus acht Ländern beteiligt. Mit Hinweis auf andauernde Ermittlungen äußerte sich Europol nicht zu möglichen Festnahmen.

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Emotet sei eines der "gefährlichsten Instrumente für Cyberattacken" der letzten Jahre gewesen, sagte eine Sprecherin von Europol. Zuerst war es 2014 als Trojaner aufgetaucht. "Die Emotet-Infrastruktur funktionierte im Kern wie ein erster Türöffner in Computersysteme auf weltweiter Ebene", so die Behörde. "Das System konnte auf einzigartige Weise ganze Netzwerke infizieren nur durch den Zugang zu ein paar wenigen Apparaten."

Über ein Word-Dokument, häufig getarnt als harmlos wirkender Anhang einer E-Mail oder auch als Link, wurde in das System eingebrochen, wie Europol schilderte. Sobald der illegale Zugang gelungen war, wurde dieser an Kriminelle verkauft. Diese konnten wiederum eigene Trojaner einschleusen, um etwa an Bankdaten zu gelangen, erbeutete Daten weiterzuverkaufen oder Lösegeld für verschlüsselte Daten zu erpressen.

Die Malware war etwa versteckt in gefälschten Rechnungen, Lieferankündigungen oder angeblichen Informationen über Covid-19. Wenn Nutzer auf den angegebenen Link klickten oder den Anhang öffneten, installierte sich die Malware selbst und verbreitete sich rasend schnell. Bekanntheit erlangte Emotet vor allem durch Angriffe auf Unternehmen oder Behörden wie auf das Kammergericht in Berlin. Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), nannte Emotet im Jahr 2019 gar "König der Schadsoftware". Entsprechend erfreut zeigt sich das BSI nun auch über den Erfolg der Ermittler.

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quineloe 28. Jan 2021

Eine Involvierung des BKA deutet für mich an, dass die Server in Deutschland waren. Was...

goto10 28. Jan 2021

Wir sollten dies als Beweis nehmen das mehr Befugnisse nicht nötig sind. ;-)

jiggiwowow 28. Jan 2021

Habe ich nicht mitbekommen. Ich war nur verwundert, weil das nicht aus dem Artikel...

HoffiKnoffu 28. Jan 2021

Und das ohne Vorratsdatenspeicherung! Und ohne Backdoorcin der Verschlüsselung....



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