Europol: 150 Festnahmen bei Schlag gegen Darknet-Kriminalität
Internationale Ermittler haben nach Angaben von Europol bei einer Aktion gegen Kriminalität im Darknet 150 Menschen festgenommen, davon 47 in Deutschland. Mehr als 26 Millionen Euro seien beschlagnahmt worden, teilte die europäische Polizeibehörde am 26. Oktober in Den Haag mit. Insgesamt seien auch noch 234 Kilogramm Drogen und 45 Schusswaffen sichergestellt worden. Einige der Verdächtigen werden von Europol als "hochrangige Ziele" eingestuft.
Die von Europol koordinierte Aktion Dark HunTOR fand in neun Ländern statt – in Europa und den USA. Sie richtete sich gezielt gegen Anbieter und Käufer auf Online-Marktplätzen für illegale Waren im Darknet. Die meisten Personen (65) wurden in den USA festgenommen, gefolgt von Deutschland (47) und Großbritannien (24).
Zu den beschlagnahmten Drogen gehörten 152 Kilogramm Amphetamine, 27 Kilogramm Opiate und über 25 000 Ecstasy-Pillen. Im Zuge der Aktion hat Italien zwei illegale Online-Marktplätze mit insgesamt mehr als 100.000 Angeboten illegaler Waren geschlossen.
Ermittlungen folgen auf Schließung des Darkmarket
Dark HunTOR folgte nach Angaben von Europol auf die Schließung des bisher größten illegalen Marktes – Darkmarket – Anfang des Jahres in Deutschland. Polizeikräfte hatten damals die Betreiber festgenommen und die illegale Infrastruktur ausgehoben. Dadurch wurde nach Angaben von Europol eine Fülle an Beweisen gesammelt und weltweit Ermittlern zur Verfügung gestellt. In mehreren Ländern dauerten die Ermittlungen noch an, teilte Europol mit.
Betrieben haben soll Darkmarket ein Ehepaar : Der 34-jährige beschuldigte Australier war laut der Mitteilung Administrator des Marktplatzes, der die Verkäufer freischaltete sowie mehrere noch nicht identifizierte Mittäter überwachte und bezahlte.
Seine 32-jährige beschuldigte Ehefrau sei für das Design von Darkmarket und die Schlichtung von Streit zwischen Verkäufern und Kunden zuständig gewesen. Beide haben ihren Wohnsitz laut Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer noch in Australien, waren aber mit einem schulpflichtigen Kind "auf einer langfristigen Rundreise durch Europa" unterwegs. Im Juni wurde Anklage gegen die beiden Beschuldigten erhoben.
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