Europäische Raumfahrt: Isar Aerospace bleibt weiter am Boden
Der deutsche Raketenbauer Isar Aerospace(öffnet im neuen Fenster) aus Ottobrunn bei München hatte für den 15. Juni erneut den Start seiner überhaupt erst zweiten Mission angekündigt. In den Abendstunden hätte die Rakete Spectrum im norwegischen Andøya abheben sollen. Der Start ist durch das Unternehmen abgebrochen worden.
Es soll Schwierigkeiten mit den Flüssigkeitssystemen gegeben haben. Genaueres ist zu den Ursachen nicht bekannt. Isar Aerospace teilte lediglich mit, dass die aufgezeichneten Daten analysiert würden, um die Ursache für den Startabbruch zu finden und zu beheben.
Eine kleine Chance auf einen erfolgreichen Abschluss soll es aber noch geben. Das Startfenster ist laut Andøya Space(öffnet im neuen Fenster) noch bis zum 21. Juni geöffnet, jeweils zwischen 17 und 1 Uhr.
Satelliten warten auf Transport
Sofern die Probleme nicht bis Sonntagabend gelöst werden, würde die zweite Mission bereits zum vierten Mal verschoben. Nach der allerersten Mission im März 2025, die nur 30 Sekunden dauerte und als Teilerfolg gilt, soll die Trägerrakete Spectrum bereits sechs Satelliten in den Orbit bringen.
Ein gelingender Start wäre ein wichtiges Signal, dass Europa aus eigener Kraft Satelliten in den Orbit befördern kann. Mit einer Tonne Tragkraft wäre Spectrum für viele Kleinsatelliten eine Alternative.
In Europa sind ansonsten nur die Raketen Ariane und Vega der Esa in der Lage, größere Lasten in den Orbit zu befördern. Mit der Ariane 64, die über 20 Tonnen tragen kann, werden unter anderem Kommunikationssatelliten von Amazon befördert. Ein Start kostet jedoch mutmaßlich einen dreistelligen Millionenbetrag.
Der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten kann sich also lohnen, nicht nur im Sinne von mehr Eigenständigkeit. Dazu passt, dass ein weiteres deutsches Unternehmen, Rocket Factory Augsburg, noch im Sommer 2026 seine eigene Trägerrakete RFA One(öffnet im neuen Fenster) starten will.

