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Europäischer Netzbetreiber: Orange nutzt KI aus China und aus den USA

Orange legt sich nicht fest. Während der Westen die Softwarehoheit und die Cloudinfrastruktur dominiere, habe China einen entscheidenden Vorsprung bei der vertikalen Integration.
/ Achim Sawall
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KI-Strategie: Orange-Chefin Christel Heydemann am 3. März 2025 auf dem Mobile World Congress in Barcelona (Bild: GSMA / Screenshot Golem)
KI-Strategie: Orange-Chefin Christel Heydemann am 3. März 2025 auf dem Mobile World Congress in Barcelona Bild: GSMA / Screenshot Golem

Der französische Mobilfunkkonzern Orange setze auf KI aus den USA und aus China. Das erklärte Philippe Lucas, Executive Vice President Devices & Partnerships bei Orange, auf der Karriereplattform Linkedin(öffnet im neuen Fenster). "Orange gestaltet diese Zukunft in Zusammenarbeit mit den Ökosystemen der USA und Chinas, passt diese Entwicklungen aber an die Bedürfnisse und Besonderheiten Europas und des Nahen Ostens an."

Das US-Lager sei leistungsstark. Die Modelle seien außergewöhnlich, die Plattformen dominant und die Hyperscaler riesig. Doch auch China habe "drei Ökosysteme, die bereits im großen Stil operieren. Super-Apps und Hyperscaler wie Alibaba, Wechat und Bytedance, jeder mit einem Umsatz von über 100 Milliarden US-Dollar, jeder mit seinen eigenen leistungsstarken LLMs (Qwen, Yuanbao, Doubao), die jeweils Milliarden von Nutzern täglich bedienen."

Chinesische Mobilfunkanbieter setzten ihre KI-Agenten bereits auf Mobilgeräten, Fernsehern und im gesamten Smart-Home-Bereich ein. Jeder große OEM betreibe seine eigene Agentenschicht, seinen eigenen App-Store und sein eigenes KI-Ökosystem – völlig unabhängig vom Westen. Lucas betonte: "Die Infrastruktur ist bereits vorhanden, im Einsatz und in den Hosentaschen der Nutzer. Und das ist noch nicht alles."

China: auch das Land der KI-Hardware

China sei auch das Land der Hardware, die nun von KI angetrieben werde, beispielsweise von dem neuesten Honor Robotphone oder den zahlreichen Robotern, die derzeit in rasantem Tempo auf den Markt kämen. Die chinesischen Ökosysteme verknüpften viele dieser Komponenten, um AgenticAI-Anwendungen zu liefern, die bereits in Mobiltelefonen mit lokalen KI-Agenten von Huawei, Honor, Oppo und anderen zu sehen seien. Huawei ist in China mit Smartphones wieder stark. Der Weltmarktanteil lag laut Angaben der Marktforscher Counterpoint zu Golem im ersten Quartal 2026 bei ungefähr 5 Prozent.

Ein Großteil der in Afrika und dem Nahen Osten verkauften Endgeräte stammt zudem aus China.

Orange, ehemals France Télécom, ist der größte Telekommunikationsbetreiber Frankreichs. Das Unternehmen ist in Europa, im arabischen Raum und in Afrika vertreten. Orange-Chefin Christel Heydemann sagte auf dem Branchengipfel Mobile World Congress 2025 im März in Barcelona zur KI-Strategie des Konzerns: "Wer sitzt zwischen der Cloud und der Edge? Wir! Wer ist in der Lage, die sichere Plattform zu bieten, die das Beste aus beiden Welten kombinieren kann?", betonte Heydemann.


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