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Handschellen
Handschellen (Bild: Klaus with K/CC-BY-SA 3.0)

Europäischer Haftbefehl: Britische Polizei nimmt mutmaßlichen Telekom-Hacker fest

Handschellen
Handschellen (Bild: Klaus with K/CC-BY-SA 3.0)

Wer steckte hinter dem Telekom-Routerhack? In Großbritannien wurde jetzt ein Mann festgenommen, ihm drohen bis zu 10 Jahre Haft. Unklar ist, ob er nach Deutschland ausgeliefert wird.

Die britische Polizei hat einen 29 Jahre alten britischen Staatsbürger festgenommen, der hinter den Angriffen auf die Router der Telekom im vergangenen Jahr stecken soll. Das teilten die Staatsanwaltschaft Köln und das Bundeskriminalamt in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

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Der Verdächtige wurde an einem Londoner Flughafen von der National Crime Agency (NCA) aus Großbritannien festgenommen. Grundlage war offenbar ein von der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW (ZAC NRW) und der Staatsanwaltschaft Köln ausgestellter Europäischer Haftbefehl. Das Bundeskriminalamt (BKA) war für die Ermittlungen und die Kooperation mit den britischen Behörden zuständig.

Der Vorwurf gegen den Mann lautet Computersabotage in einem besonders schweren Fall. Ende November 2016 hatte der Angriff auf die Router der Telekom rund 1.000.000 Anschlüsse teils über Stunden lahmgelegt, weil die Router unter der Last der Angriffe zusammenbrachen. Die Geräte wurden über das Wartungsprotokoll TR-069 angesprochen. Obwohl die Malware letztlich nicht installiert werden konnte, brachen die Router unter der Last der Anfragen zusammen. Nach dem Angriff gab es Entschädigungsforderungen und merkwürdige Vorschläge aus der Politik.

Telekom und BSI an Ermittlungen beteiligt

Auch die Deutsche Telekom selbst und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik waren an den Ermittlungen beteiligt. Nach deutschem Recht ist eine Strafe zwischen 6 Monaten und 10 Jahren möglich, könnte aber wegen der letztlich nicht erfolgreichen Infektion auch geringer ausfallen. Die Angriffe gegen Router fanden nicht nur in Deutschland statt, sondern auch in Großbritannien und Irland.

Unklar ist derzeit, ob dem Mann in Großbritannien oder in Deutschland der Prozess gemacht werden soll. Aufgrund des Gesetzes über die Forum Bar könnte eine Anklage über im Ausland begangene Straftaten direkt im Vereinigten Königreich erfolgen. Hintergründe zu dem Gesetz finden sich in unserem Artikel über den Hacker Laurie Love.

Nachtrag vom 23. Februar 2017, 10:07 Uhr

Mittlerweile hat sich auch die Telekom selbst geäußert. Thomas Kremer, Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance der Telekom, sagte Golem.de: "Wir begrüßen den internationalen Fahndungserfolg sehr und haben die Strafverfolgungsbehörden mit unseren Experten unterstützt. Wir werden auch zivilrechtliche Schritte gegen den mutmaßlichen Täter prüfen. Das Beispiel zeigt, dass das Recht auch im Cyberraum durchgesetzt werden kann."


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bombinho 23. Feb 2017

Ja, ich sehe hier ebenfalls ein rechtliches Problem. Eine der beiden Parteien hat klar...

bombinho 23. Feb 2017

*ggg* Ersatz, wenn das Stockholmsyndrom nachlaesst. Gute Idee.

sfe (Golem.de) 23. Feb 2017

Bevor es weiter abrutscht: closed. Sebastian Fels (golem.de)

M.P. 23. Feb 2017

Ein Attentäter, der einen Politiker mit einem Scharfschützengewehr abschießt wird...

User_x 23. Feb 2017

stimmt eigentlich, er hätte es bei uns bestimmt "besser"?



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