Europäische Unternehmen: KI steigert Produktivität - aber nur bei den Großen
Eine Forschungsgruppe hat Anfang 2026(öffnet im neuen Fenster) mehr als 12.000 europäische Unternehmen untersucht – mit einem klaren Befund: KI-Nutzung steigert die Arbeitsproduktivität. Im Schnitt um vier Prozent. Das klingt bescheiden, gilt aber als ökonomisch bedeutsam und deckt sich mit mittleren makroökonomischen Schätzungen.
Methodisch stützt sich die Untersuchung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und der Europäischen Investitionsbank auf einen Instrumentalvariablen-Ansatz(öffnet im neuen Fenster) , bei dem EU-Unternehmen mit vergleichbaren US-Firmen abgeglichen wurden, um auszuschließen, dass ohnehin produktivere Betriebe schlicht häufiger auf KI setzen.
KI vernichtet bislang keine Jobs
Besonders beruhigend: Von einem Stellenabbau durch KI ist im untersuchten Zeitraum nichts zu sehen. Wer KI einsetzt, entlässt nicht mehr Mitarbeiter als der Rest. Im Gegenteil, die Löhne in KI-einsetzenden Firmen sind tendenziell höher. Die Forscher erklären das mit dem Konzept der Kapitalvertiefung(öffnet im neuen Fenster) : KI verstärkt, was Beschäftigte leisten können, ersetzt sie aber nicht. Sie betonen allerdings, dass dies ein Übergangsstadium sein könnte: Mit zunehmend leistungsfähigeren Systemen könnten Verdrängungseffekte folgen.
Große Länder, große Firmen, großer Vorsprung
Die KI-Nutzung in Europa ist ungleich verteilt. In Schweden und den Niederlanden, wo Kapitalmärkte besser entwickelt sind, nutzen rund 36 Prozent der Unternehmen KI, ähnlich wie in den USA. In Rumänien und Bulgarien sind es knapp 28 Prozent. Noch deutlicher ist das Gefälle nach Unternehmensgröße: Großbetriebe mit mehr als 250 Beschäftigten nutzen KI fast doppelt so häufig wie kleine Firmen.
Technikzugang allein reicht nicht
Entscheidend ist, was Unternehmen rund um die KI investieren. Jeder zusätzliche Prozentpunkt an Ausgaben für Software und Dateninfrastruktur erhöht den Produktivitätseffekt der KI um 2,4 Prozentpunkte. Noch wirkungsvoller ist die Weiterbildung der Belegschaft: Hier liegt der Multiplikator bei 5,9 Prozentpunkten. Die bloße Anschaffung der Technik oder der Zugänge genügt also nicht.
Was die Politik tun sollte
Die Autoren empfehlen, kleineren Unternehmen besseren Zugang zu Kapital und Skalierungsmöglichkeiten zu verschaffen. Gleichzeitig plädieren sie für gezielte Förderung sogenannter Fusion Skills, also Fähigkeiten wie Prompt Engineering oder menschliche Aufsicht über KI-gestützte Entscheidungen. Und sie mahnen zur Wachsamkeit: Das derzeit positive Bild am Arbeitsmarkt sollte nicht als dauerhaft gesetzt betrachtet werden.
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