Abo
  • Services:

Europäische Union: Irlands Steuervorteile für Apple sollen unzulässig sein

Das könnte teuer werden für Apple: Die EU-Kommission hält die Vereinbarungen über Steuererleichterungen in Irland für unzulässig. Im schlimmsten Fall muss das Unternehmen mehrere Milliarden US-Dollar nachzahlen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Apple-Geschäft in San Francisco: Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will eine Empfehlung über die Höhe einer Nachzahlung abgeben.
Apple-Geschäft in San Francisco: Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will eine Empfehlung über die Höhe einer Nachzahlung abgeben. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Hat Irland Apple unzulässige Steuervorteile gewährt? Das glaubt die Kommission der Europäischen Union (EU). Setzt sie sich damit durch, bedeutet das für Apple eine Steuernachzahlung in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar. Das berichten der irische Sender RTE, die Nachrichtenagentur Bloomberg, die britische Wirtschaftszeitung Financial Times und das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Quellen.

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, Bonn
  2. BWI GmbH, Nürnberg, München

Die EU-Kommission ermittelt seit einigen Jahren wegen der Steuervergünstigungen. In einer vorläufigen Einschätzung erklärte die Kommission, Irland habe Apple günstigere Steuerkonditionen gewährt, um den Konzern als Arbeitgeber zu gewinnen. Das sei eine wettbewerbswidrige Beihilfe. Die von der Kommission angeprangerten Vereinbarungen wurden 1991 getroffen und 2007 erneuert.

Ermittlungen gegen Irland, aber Apple müsste zahlen

Die EU-Kommission ermittelt zwar gegen Irland. Sollte die EU-Kommission jedoch zu dem Schluss kommen, die Steuervorteile seien nicht rechtmäßig, muss Apple zahlen. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will eine Empfehlung über die Höhe einer möglichen Nachzahlung an Irland abgeben. Die Nachforderung könnten hundert Millionen US-Dollar betragen. Laut Berechnungen der Bank JP Morgan könnte sie im Höchstfall sogar bei 19 Milliarden US-Dollar liegen.

Die irische Regierung hält die Vereinbarungen mit Apple jedoch nach wie vor für rechtmäßig. Sollte die EU-Kommission diese für unzulässig erklären, will die Regierung in Dublin dagegen klagen.

Apple will fair behandelt werden

Apple erklärte, das Unternehmen zahle stets alle geforderten Steuern. Der Konzern wolle in Brüssel fair angehört werden, sagte Apple-Chef-Tim Cook kürzlich in einem Interview der US-Tageszeitung Washington Post. Falls das nicht geschehe, werde Apple Widerspruch einlegen.

Einen großen Teil seines weltweiten Geschäfts wickelt Apple über seine Tochterunternehmen in Irland ab. Einige übernehmen einen Teil der Entwicklungskosten und bekommen dafür die Rechte an geistigem Eigentum. Entsprechend fließt auch ein Teil der Gewinne an diese Unternehmen. Eine weitere Apple-Tochter in Irland verwaltet bereits besteuerte Konzerngewinne. Die Struktur mit den Tochterunternehmen in Irland gibt es bereits seit 1980.

Schnell zahlen kann sich auszahlen

Die bislang höchste Steuernachzahlung in einem solchen Fall musste der französischen Energiekonzern EDF leisten: Er musste im vergangenen Jahr 1,4 Milliarden Euro an Frankreich zahlen. 2003 hatte die EU-Kommission 889 Millionen Euro gefordert. Nach diversen Prozessen kamen noch rund 490 Millionen Euro an Zinsen hinzu.

Diverse große US-Unternehmen bringen im Ausland verdientes Geld nicht in die USA, weil sie dabei 35 bis 40 Prozent an den Staat abführen müssten. Apples Geldreserven in Höhe von gut 230 Milliarden US-Dollar lagern zu mehr als 90 Prozent außerhalb der USA. Der Konzern setzt sich für eine Steuerreform in den USA ein.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-67%) 16,49€
  2. ab 69,98€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 26.08.)
  3. 31,99€
  4. (-67%) 19,80€

PiranhA 31. Aug 2016

Gut, also 2012 hat VW wohl 3 Mrd. an den deutschen Staat abgedrückt und 2 Mrd. an andere...

PiranhA 31. Aug 2016

Den Punkt hab ich auch noch nicht ganz verstanden. Das Verfahren wird gegen Irland...

ClausWARE 31. Aug 2016

Wieso sollte es für irische Steuerzahler fair sein, nur weil sie davon profitieren? Aber...


Folgen Sie uns
       


Das Abschlussgespräch zur E3 2018 (Analyse, Einordnung, Zuschauerfragen) - Live

Im Abschlussgespräch zur E3 2018 berichten die Golem.de-Redakteure Peter Steinlechner und Michael Wieczorek von ihren Eindrücken der Messe, analysieren die Auswirkungen auf die Branche und beantworten die Fragen der Zuschauer.

Das Abschlussgespräch zur E3 2018 (Analyse, Einordnung, Zuschauerfragen) - Live Video aufrufen
IMHO: Heilloses Durcheinander bei Netflix und Amazon Prime
IMHO
Heilloses Durcheinander bei Netflix und Amazon Prime

Es könnte alles so schön sein abseits vom klassischen Fernsehen. Netflix und Amazon Prime bieten modernes Encoding, 4K-Auflösung, HDR-Farben und -Lichter, flüssige Kamerafahrten wie im Kino - leider nur in der Theorie, denn sie bringen es nicht zum Kunden.
Ein IMHO von Michael Wieczorek

  1. IMHO Ein Lob für Twitter und Github
  2. Linux Mit Ignoranz gegen die GPL
  3. Sicherheit Tag der unsinnigen Passwort-Ratschläge

Matebook X Pro im Test: Huaweis zweites Notebook ist klasse
Matebook X Pro im Test
Huaweis zweites Notebook ist klasse

Mit dem Matebook X Pro veröffentlicht Huawei sein zweites Ultrabook. Das schlanke Gerät überzeugt durch ein gutes Display, flotte Hardware samt dedizierter Grafikeinheit, clevere Kühlung und sinnvolle Anschlüsse. Nur die eigenwillig positionierte Webcam halten wir für fragwürdig.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Android Huawei stellt zwei neue Tablets mit 10-Zoll-Displays vor
  2. Smartphones Huawei will Ende 2019 Nummer 1 werden
  3. Handelskrieg Huawei-Chef kritisiert Rückständigkeit in den USA

Indiegames-Rundschau: Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm
Indiegames-Rundschau
Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm

Gas geben, den weißen Hai besiegen und endlich die eine verlorene Socke wiederfinden: Die sommerlichen Indiegames bieten für jeden etwas - besonders fürs Spielen zu zweit.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Spezial Unabhängige Riesen und Ritter für Nintendo Switch
  2. Indiegames-Rundschau Schwerelose Action statt höllischer Qualen
  3. Indiegames-Rundschau Kampfkrieger und Abenteuer in 1001 Nacht

    •  /