• IT-Karriere:
  • Services:

Europäische Union: "Es gibt viel Unterstützung für freie Software"

Amelia Andersdotter, die für die schwedische Piratenpartei im Europaparlament sitzt, ruft freie Softwareentwickler dazu auf, sich mehr in die europäische Politik einzumischen. Es gebe dort viel Unterstützung für offene Standards und freie Software, erklärte sie auf der Fosdem 2013.

Artikel veröffentlicht am , zeit-hb
Amelia Andersdotter
Amelia Andersdotter (Bild: Anders Jensen-Urstad/CC-Zero)

Für FOSS-Entwickler (Free and Open Source Software) gebe es in der EU große Chancen, hat die schwedische EU-Abgeordnete Amelia Andersdotter erklärt. Zur Keynote auf der Fosdem 2013 in Brüssel (Free and Open Source Developers Meeting) luden die Veranstalter die Politikerin ein, die für die schwedische Piratenpartei in Brüssel sitzt. Allerdings gebe es keine Firmen, die in der Lage seien, freie Software in der EU umzusetzen. Auch Patente verhinderten die Verbreitung von freier Software.

Stellenmarkt
  1. SySS GmbH, Tübingen
  2. Deloitte, verschiedene Einsatzorte

In vielen Fällen renne man offene Türen ein, wenn man sich auf EU-Ebene für offene Standards und freie Software einsetze - und das quer durch alle politischen Lager. Häufig werde für öffentliche Aufgaben erstellte Software bereits unter freien Lizenzen zur Verfügung gestellt, erklärte Andersdotter den Teilnehmern. Doch in der Praxis fehle oft das Wissen, was zu unglücklichen Entscheidungen führe.

Als Beispiel führt Andersdotter den Begriff der "technologischen Neutralität" bei öffentlichen IT-Aufträgen an. Es klinge zwar prinzipiell gut, wenn öffentliche Ausschreibungen "technologisch neutral" sein müssten, aber in der Praxis würde die Anforderung "technologisch neutral" gerade dazu führen, dass es öffentlichen Einrichtungen verboten sein könne, bei Ausschreibungen offene Standards oder freie Software vorzuschreiben.

Patentprobleme

Als größtes Problem für die Verbreitung freier Software machte Andersdotter Patente aus. "Das Patentsystem ist totaler Murks", so die Abgeordnete. Allerdings sei es für die Politik extrem schwierig, daran etwas zu ändern. Zu viele Interessen müssten berücksichtigt werden.

Die sogenannte FRAND-Lizenzierung von Patenten sei zwar oft ein Fortschritt gegenüber dem Status quo, helfe aber freien Softwareentwicklern nicht viel. FRAND steht für "Fair, reasonable and non discriminatory" (Fair, vernünftig und nichtdiskriminierend) und bezeichnet Patentpools, die für wichtige Standards, etwa im Mobilfunk, eingesetzt werden. Die Patentinhaber sind verpflichtet, ihre Patente an Konkurrenten zu fairen Bedingungen und Preisen zu lizenzieren und können eine Lizenzierung nicht verweigern. Doch auch bei FRAND-Patenten sind Lizenzgebühren fällig, somit können sie von freien Softwareprojekten kaum genutzt werden.

Keine FOSS-Dienstleister

Auf die Frage, warum die Verwaltung der EU selbst trotz großer Unterstützung von freier Software ausschließlich auf Windows-Rechner setze, erklärte Andersdotter, dass es keine einzige Firma gebe, die im freien Softwarebereich arbeite und in der Lage sei, den IT-Support für zehntausende Computerarbeitsplätze in der EU-Bürokratie zu leisten.

Freie Softwareentwickler und Firmen, die in dem Bereich arbeiten, rief Andersdotter dazu auf, sich mehr in die EU-Politik einzumischen. "Vielen ist nicht klar: Offenheit und freie Software haben bereits viel politische Unterstützung."

Zur FOSDEM, die bereits zum 13. Mal an der Université Libre de Bruxelles stattfindet, werden mehrere tausend Teilnehmer erwartet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-40%) 23,99€
  2. 20,49€
  3. (-40%) 32,99€
  4. 6,49€

elgooG 04. Feb 2013

Ich denke dir ist nicht bewusst wie weit der Begriff "technologisch neutral" gedeutet...

WolfgangS 04. Feb 2013

Außer durch Ideologie setzt sich das nicht durch, ist ja immer noch schlechter...

ViNic 04. Feb 2013

Das ist sehr allgemein gehalten. Wo steht das genau? Quellen? So etwas kann ich auch in...

SelfEsteem 04. Feb 2013

Spricht da der Frust aus dir, oder meinst du das wirklich ernst?


Folgen Sie uns
       


The Outer Worlds - Fazit

Das Rollenspiel The Outer Worlds schickt Spieler an den Rand der Galaxie. Es erscheint am 25. Oktober 2019 und bietet spannende Missionen und Action.

The Outer Worlds - Fazit Video aufrufen
Energiewende: Norddeutschland wird H
Energiewende
Norddeutschland wird H

Japan macht es vor, die norddeutschen Bundesländer ziehen nach: Im November haben sie den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft beschlossen. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben. Aber das Ende der Förderung von Windkraft kann das Projekt gefährden.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Energiewende Brandenburg bekommt ein Wasserstoff-Speicherkraftwerk
  2. Energiewende Dänemark plant künstliche Insel für Wasserstofferzeugung
  3. Energiewende Nordländer bauen gemeinsame Wasserstoffwirtschaft auf

Open Power CPU: Open-Source-ISA als letzte Chance
Open Power CPU
Open-Source-ISA als letzte Chance

Die CPU-Architektur Power fristet derzeit ein Nischendasein, wird aber Open Source. Das könnte auch mit Blick auf RISC-V ein notwendiger Befreiungsschlag werden. Dafür muss aber einiges zusammenkommen und sehr viel passen.
Eine Analyse von Sebastian Grüner

  1. Open Source Monitoring-Lösung Sentry wechselt auf proprietäre Lizenz
  2. VPN Wireguard fliegt wegen Spendenaufruf aus Play Store
  3. Picolibc Neue C-Bibliothek für Embedded-Systeme vorgestellt

Film: Wie sich Science-Fiction-Autoren das Jahr 2020 vorstellten
Film
Wie sich Science-Fiction-Autoren das Jahr 2020 vorstellten

Drachen löschen die Menschheit fast aus, Aliens löschen die Menschheit fast aus, Monster löschen die Menschheit fast aus: Das Jahr 2020 ist in Spielfilmen nicht gerade heiter.
Von Peter Osteried

  1. Alien Im Weltall hört dich keiner schreien
  2. Terminator: Dark Fate Die einzig wahre Fortsetzung eines Klassikers?
  3. Gemini Man Überflüssiges Klonexperiment

    •  /