• IT-Karriere:
  • Services:

Europäische Union: Anti-Terror-Koordinator fordert Sicherheitslücken in 5G

Die Sicherheit des 5G-Standards soll sich an den Überwachungsmöglichkeiten der Strafverfolgungsbehörden orientieren, fordert der Anti-Terror-Koordinator der EU. Unter anderem soll die Verwendung von IMSI-Catchern wieder ermöglicht werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Fordert Sicherheitslücken im 5G-Standard: Gilles de Kerchove, Anti-Terror-Koordinator der EU
Fordert Sicherheitslücken im 5G-Standard: Gilles de Kerchove, Anti-Terror-Koordinator der EU (Bild: Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images)

Noch vor der Verabschiedung des 5G-Standards werden immer wieder Stimmen aus den Sicherheitsbehörden laut, die sich um ihre Überwachungsmöglichkeiten sorgen. Auch der Anti-Terror-Koordinator der EU Gilles de Kerchove warnt vor den geplanten Sicherheitsstandards und fordert, Sicherheitslücken für die Sicherheitsbehörden bereits im Standard zu verankern. Über diese Sicherheitslücken solle beispielsweise der Betrieb von IMSI-Catchern weiterhin ermöglicht werden, wie der ORF aus einem internen Dokument des EU-Ministerrats zitiert. Auch der deutsche Inlandsgeheimdienst stört sich an der Verschlüsselung im kommenden 5G-Standard und fordert eine Hintertür.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Raum Frankfurt
  2. ING DiBA, Frankfurt am Main

Das Dokument soll auf den 6. Mai datiert sein und an die entsprechenden Stellen wie Sicherheitsbehörden, Polizei-Arbeitsgruppen sowie die Delegationen aus den Mitgliedsstaaten weitergeleitet worden sein. Darin heißt es, dass die Mobilfunkanbieter zwar auch durch nationale Gesetzgebungen zu "anderen Anforderungen als die in den Standards vorgeschriebenen" verpflichtet werden könnten. Dem sei jedoch vorzuziehen, "diese Anforderungen bereits in den Standards" zu implementieren. Auf diese Weise sollen die 5G-Sicherheitsstandards bereits im Standard selbst herabgesetzt werden, um die Überwachbarkeit der Netze durch Sicherheitsbehörden weiterhin zu gewährleisten.

Das interne Dokument identifiziert laut dem ORF vor allem zwei Problembereiche: Die geplante Verschlüsselung des 5G-Netzes sowie die "fragmentierte und virtuelle Architektur von 5G", besonders aber durch die Netz-Slicing-Technik. Letztere ermöglicht es, bestimmte Netzwerkbereiche ohne weitere Maßnahmen voneinander abzugrenzen. Hierdurch können die Angriffsfläche und damit auch die Überwachungsmöglichkeiten eingeschränkt werden.

"Eine Grundbedingung für 5G-Anbieter [...] müsste sein, dass sie Anforderungen der Strafverfolger erfüllen können, sogar wenn sie dafür ihre Partnerfirmen im Ausland heranziehen müssen", fordert Kerchove laut dem ORF. Das Netz solle so strukturiert werden, dass die geographischen Daten immer verfügbar seien.

5G-IMSI-Catcher gefordert

Mit einem IMSI-Catcher wird eine Mobilfunkzelle imitiert, bei welcher sich die Mobiltelefone anmelden und ihre IMSI (International Mobile Subscriber Identity) preisgeben. Letztere ist eine eindeutige Identifikationsnummer, die auf der SIM-Karte gespeichert ist. Mit dem kommenden 5G-Standard soll die IMSI verschlüsselt werden und könnten daher von einem IMSI-Catcher nicht mehr abgefangen werden.

"Ohne den Zugang zur IMSI-Nummer sind bestimmte staatliche Überwachungsmaßnahmen nicht mehr möglich. Hierdurch wären Metadaten, die bisher durch Überwachung verfügbar waren (wie Ortsdaten, Datum, Zeit, Gesprächsdauer, Anrufer und Angerufener), für die Strafverfolgung und Justizbehörden verloren", heißt es in dem internen Dokument. Zudem stört Kerchove, dass sich Basisstationen im 5G-Standard gegenüber beispielsweise Smartphones authentifizieren - eine gefakte Basisstation kann so erkannt werden.

Da die verschiedenen Mobilfunkstandards parallel betrieben werden, dürften IMSI-Catcher auch in den nächsten Jahren einsetzbar sein. Behörden könnten versuchen, ein 5G-Netz zu stören, um einen Fallback auf LTE oder gar GSM zu erzwingen und in diesem einen IMSI-Catcher zu betreiben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-30%) 41,99€
  2. (-83%) 9,99€
  3. (-57%) 12,99€
  4. 19€

Mandri 21. Mai 2019

Im Märchen wäre das so -- im wirklichen Leben? :-/

Aluz 21. Mai 2019

Keine unserer Regierungen hat in den letzten Jahren gezeigt, dass Sie IT Sicherheit in...

Bashguy 21. Mai 2019

Wenn du noch mehr von solchen Leuten sehen willst, kannst du dir das Video von Rezo "Die...

Bashguy 21. Mai 2019

Sehe das exakt genauso... Falscher Ansatz... Die Informationen sind außerdem nicht weg...

dEEkAy 21. Mai 2019

Nachdem angeblich Huawei so schöne Hintertüren baut, könnte man doch eine Kooperation...


Folgen Sie uns
       


Wo steige ich in Star Citizen ein? - Tutorialvideo

Der Start in Star Citizen ist nicht für jeden Menschen einfach: Golem.de erklärt im Video, wo Neulinge anfangen können, was diese bereits erwartet und verrät ein paar Tipps zur Weltraumsimulation.

Wo steige ich in Star Citizen ein? - Tutorialvideo Video aufrufen
Corona: Der Staat muss uns vor der Tracing-App schützen
Corona
Der Staat muss uns vor der Tracing-App schützen

Politiker wie Axel Voss fordern "Anreize" für die Nutzung der Corona-App. Doch das schafft nicht das notwendige Vertrauen in die staatliche Technik.
Ein Gastbeitrag von Stefan Brink und Clarissa Henning

  1. Schnittstelle installiert Android-Handys sind bereit für die Corona-Apps
  2. Corona-App Google und Apple stellen Bluetooth-API bereit
  3. Coronapandemie Quarantäne-App soll Gesundheitsämter entlasten

Energieversorgung: Wasserstoff-Fabrik auf hoher See
Energieversorgung
Wasserstoff-Fabrik auf hoher See

Um überschüssigen Strom sinnvoll zu nutzen, sollen in der Nähe von Offshore-Windparks sogenannte Elektrolyseure installiert werden. Der dort produzierte Wasserstoff wird in bestehende Erdgaspipelines eingespeist.
Ein Bericht von Wolfgang Kempkens

  1. Industriestrategie EU plant Allianz für sauberen Wasserstoff
  2. Energie Dieses Blatt soll es wenden
  3. Energiewende Grüner Wasserstoff aus der Zinnschmelze

Ikea Trådfri im Test: Das preisgünstige Smart-Home-System
Ikea Trådfri im Test
Das preisgünstige Smart-Home-System

Ikea beweist, dass ein gutes Smart-Home-System nicht sündhaft teuer sein muss - und das Grundprinzip gefällt uns besser als bei Philips Hue.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Ikea Trådfri Fehlerhafte Firmware ändert Schaltverhalten der Lampen
  2. Fyrtur und Kadrilj Ikeas smarte Rollos lernen Homekit
  3. Trådfri Ikeas dimmbares Filament-Leuchtmittel kostet 10 Euro

    •  /