Abo
  • Services:
Anzeige
Mit einer europäischen Suchmaschine könnten die Verlage Druck auf Google ausüben.
Mit einer europäischen Suchmaschine könnten die Verlage Druck auf Google ausüben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Europäische Suchmaschine: Ein möglicher Masterplan für das Leistungsschutzrecht

Mit einer europäischen Suchmaschine könnten die Verlage Druck auf Google ausüben.
Mit einer europäischen Suchmaschine könnten die Verlage Druck auf Google ausüben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Wie kann ein europäisches Leistungsschutzrecht den Verlagen zu mehr Einnahmen verhelfen? Es könnte durchaus eine Möglichkeit geben, Google zur Zahlung von Lizenzgebühren zu bewegen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

Was versprechen sich manche Verlage von der Einführung eines europäischen Leistungsschutzrechts? Bislang ist nicht abzusehen, warum Suchmaschinen wie Google dafür zahlen sollten, dass sie den Medien einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Nutzer zuführen. Was in Deutschland und Spanien nicht funktionierte, sollte eigentlich auch auf europäischer Ebene zum Scheitern verurteilt sein. Könnte es trotzdem einen Hebel geben, Google zur kostenpflichtigen Indizierung von Medieninhalten zu bewegen?

Anzeige

EU-Digitalkommissar Günther Oettinger argumentiert stets damit, dass große IT-Konzerne zwar in einzelnen EU-Staaten darauf verzichten können, etwa News-Aggregatoren anzubieten, jedoch nicht in ganz Europa mit seinen 500 Millionen potenziellen Nutzern. Dieses Argument ist nicht wirklich überzeugend, denn der Medienmarkt ist sehr nationalstaatlich geprägt. Vor allem Sprachbarrieren verhindern, dass sich ein deutscher Nutzer für die Medien seiner Nachbarstaaten wie Polen, Dänemark, Tschechien oder der Niederlande interessiert. Letztlich müsste Google wohl in jedem einzelnen Land entscheiden, ob genügend Medien der Suchmaschine eine Gratislizenz erteilen, damit sich ein Angebot wie Google-News weiterhin lohnt.

Komplettauslistung aller Medien droht

Die Pläne der EU-Kommission wirken sich aber nicht nur auf Angebote wie Google-News aus, sondern auch auf die allgemeine Suche. Da das europäische Leistungsschutzrecht sogar die bloße Indexierung der Inhalte kostenpflichtig machen will, müsste Google konsequenterweise die strikten Verfechter des Leistungsschutzrechtes (LSR) komplett auslisten. Die entsprechenden Medien hätten dann die Option, mit Hilfe des Kartellrechts gegen den Marktführer Google vorzugehen und ihn zu zwingen, sämtliche Medien gleichzubehandeln. Derzeit scheitert ein solches Vorgehen daran, dass Google die in der VG Media organisierten Medien nicht komplett auslisten, sondern lediglich Teaser und Vorschaubilder streichen wollte.

Wie Kartellbehörden oder Gerichte unter anderen Voraussetzungen darüber urteilen, ist schwer vorherzusagen. Wenn es zu einer Totalauslistung kommt und die Verleger keinen indirekten Kontrahierungszwang durchsetzen können, würden am Ende alle als Verlierer dastehen: die Verlage, weil ihnen der Traffic über Google fehlt, Google selbst, weil es weniger Suchanfragen gäbe, und natürlich die Nutzer, weil sie gesuchte Artikel nur noch schwer finden könnten. Es wäre unverantwortlich von Oettinger und der EU-Kommission, wenn sie eine solches Ergebnis ihrer Urheberrechtsreform tatsächlich riskieren würden.

Google-Konkurrenz als Alternative

In dieser Situation gibt es für die Verlage jedoch einen Ausweg, der Google unter Druck setzen könnte. So könnten sich die LSR-Verfechter unter den europäischen Verlagen zusammentun und ihre Leistungsschutzrechte in einer gemeinsamen Suchmaschine einbringen. So wie die französische Suchmaschine Qwant, die zu 20 Prozent dem Axel-Springer-Verlag gehört, bereits jetzt einen Lizenzvertrag mit der Verwertungsgesellschaft (VG) Media in Deutschland abgeschlossen hat. Es dürfte kein Zufall sein, dass Springer der wohl größte Verfechter des Leistungsschutzrechts in diesem Universum ist.

Würden sich genügend Medieninhalte exklusiv bei einer solchen Google-Konkurrenz finden, wäre das für viele Nutzer sicherlich Grund genug, dort nach Artikeln zu suchen. Zum einen gäbe es dann zusätzlichen Traffic, den die Suchmaschine vermarkten könnte und an dem die Verlage dann verdienten. Zum anderen könnte Google sich gezwungen sehen, langfristig doch für die Indexierung von Inhalten zu zahlen, um nicht zu viele Marktanteile zu verlieren. Vielleicht gibt es schon Versprechungen von Springer und anderen Medien, im Falle einer Google-Verweigerung über Qwant Lizenzverträge mit Verwertungsgesellschaften zu schließen.

Google und Qwant profitieren 

eye home zur Startseite
/mecki78 12. Okt 2016

StartPage.com ist keine Suchmaschine, StartPage.com holt sich die Ergebnisse direkt von...

Enter the Nexus 11. Okt 2016

Und wiederum andere haben News-Seiten in Facebook geliked und schauen dort einfach ein...

tingelchen 10. Okt 2016

Ist nur nicht erlaubt durch die Rechtverwerter. Der Verlag alleine kann jedem einen...

tingelchen 10. Okt 2016

Es gibt zwar eine dt. Übersetzung, aber keine direkte qwant.de Adresse. Die Firma die...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. ROMA KG, Burgau
  2. DRÄXLMAIER Group, Vilsbiburg bei Landshut
  3. über Ratbacher GmbH, München
  4. Bosch Software Innovations GmbH, Berlin


Anzeige
Top-Angebote
  1. 19,99€ (nur für Prime-Mitglieder)
  2. (alle Angebote versandkostenfrei, u. a. Xbox 360 Controller für Windows USB 19,99€, Samsung...
  3. (alle Angebote versandkostenfrei, u. a. MSI WS60-6QJE316H11 Workstation mit 15.6"-UHD-Display, E3...

Folgen Sie uns
       


  1. LG G6 im Hands on

    Schlankes Smartphone hat zwei Kameralinsen

  2. P10 und P10 Plus im Hands on

    Huaweis neues P10 kostet 650 Euro

  3. Mobilfunk

    Nokia bringt Vorstandard 5G-Netzwerkausrüstung

  4. Blackberry Key One im Hands on

    Android-Smartphone mit toller Hardware-Tastatur

  5. Deutschland

    Smartphone-Aufnahmen in Wahlkabinen werden verboten

  6. Stewart International Airport

    New Yorker Flughafen wohl ein Jahr schutzlos am Netz

  7. Blackberry Key One

    Android-Smartphone mit Hardware-Tastatur kostet viel

  8. Arrow Launcher 3.0

    Microsofts Android-Launcher braucht weniger Energie und RAM

  9. Die Woche im Video

    Angeswitcht, angegriffen, abgeturnt

  10. Hardlight VR Suit

    Vibrations-Weste soll VR-Erlebnis realistischer machen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Limux: Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-Projekts
Limux
Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-Projekts
  1. Limux München prüft Rückkehr zu Windows
  2. Limux-Projekt Windows könnte München mehr als sechs Millionen Euro kosten
  3. Limux Münchner Stadtrat ignoriert selbst beauftragte Studie

Wacoms Intuos Pro Paper im Test: Weg mit digital, her mit Stift und Papier!
Wacoms Intuos Pro Paper im Test
Weg mit digital, her mit Stift und Papier!
  1. Wacom Brainwave Ein Graph sagt mehr als tausend Worte
  2. Canvas Dells Stift-Tablet bedient sich bei Microsoft und Wacom
  3. Intuos Pro Wacom verbindet Zeichentablet mit echtem Papier

Bundesnetzagentur: Puppenverbot gefährdet das Smart Home und Bastler
Bundesnetzagentur
Puppenverbot gefährdet das Smart Home und Bastler
  1. My Friend Cayla Eltern müssen Puppen ihrer Kinder zerstören
  2. Matoi Imagno Wenn die Holzklötzchen zu dir sprechen
  3. Smart Gurlz Programmieren lernen mit Puppen

  1. Kein Wechselakku....

    zenker_bln | 16:14

  2. Rückseitiger Sensor

    sniner | 16:10

  3. Wieso kann Microsoft...

    Unwichtig | 16:09

  4. Re: Also leider doch deutlich langsamer als Intel

    JohnD | 16:06

  5. Re: Briefwahl gab es doch auch noch

    Cok3.Zer0 | 16:00


  1. 15:49

  2. 14:30

  3. 13:59

  4. 12:37

  5. 12:17

  6. 10:41

  7. 20:21

  8. 11:57


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel