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Europäische Souveränität: Wird Deutschland mehr in Europas Raumfahrt investieren?

Die Esa hofft auf ein höheres Raumfahrt -Budget seitens Deutschlands. Das wird derzeit im Bundestag geprüft – früh genug für die Esa-Ministerratskonferenz?
/ Patrick Klapetz
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Die Bundesregierung soll mehr Geld in die europäische Raumfahrt investieren. (Symbolbild) (Bild: Pixabay)
Die Bundesregierung soll mehr Geld in die europäische Raumfahrt investieren. (Symbolbild) Bild: Pixabay

Die Haushaltspolitiker des Bundestags sollen mehr Geld als geplant für die europäischen Raumfahrtprojekte bereitstellen, fordert Josef Aschbacher, Generaldirektor der europäischen Raumfahrtagentur Esa, laut Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) : "Ich erwarte, dass das starke Deutschland seinen Anteil angesichts der geopolitischen Herausforderungen und der herausragenden industriellen Möglichkeiten deutlich erhöht."

Eine konkrete Zahl nannte der Esa-Chef nicht. Er verwies jedoch auf die von mehreren Ministerpräsidenten und der Raumfahrtbranche geforderten sechs Milliarden Euro. Sie sollen für die kommenden vier Jahre für die europäische Raumfahrtbehörde reserviert werden.

Deutschland prüft die Erhöhung seines Raumfahrtbudgets

Der derzeitige Entwurf der deutschen Haushaltspolitik sieht 982 Millionen Euro vor. Jedoch genügen die "bislang vorgesehenen Mittel" laut dem zuständigen Haushaltspolitiker von CDU/CSU, Carsten Körber, nicht. Das sei kein starkes Signal für die bevorstehende Konferenz der Esa für Ende November 2025.

Auf der Esa-Ministerratskonferenz werden die bereitzustellenden Gelder für die Missionen und Forschungsprojekte der Esa beschlossen. Je nach Entscheid können einige Projekte umgesetzt werden, andere müssten eingestellt werden.

Körber hält "einen Betrag von mindestens fünf Milliarden Euro über die nächsten Jahre" für notwendig, um die "technologische Souveränität zu sichern, Arbeitsplätze in der Hightech-Industrie zu stabilisieren und europäische Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten" . Das entspräche 1,25 Milliarden Euro im Jahr – was weniger als die von der Esa geforderten jährlichen 1,5 Milliarden Euro für die nächsten vier Jahre sind.

Der Autor meint:

Im Bundestag verhandeln die Haushaltspolitiker derzeit einen Entwurf, der Ende November beschlossen werden soll. Da das Esa-Ministerratstreffen dieses Jahr in Bremen stattfindet, ist Deutschland Gastgeberland, zudem hat es den Vorsitz der Konferenz. Mehr in Aussicht gestellte deutsche Gelder wären ein starkes Zeichen für die europäische Raumfahrt.

Da die USA unter Trump ihre America-first-Politik verschärft haben, sich China und die USA ein Wettrennen zum Mond liefern, Indien als aufstrebende und ehrgeizige Raumfahrtnation wächst und die russischen Kooperationen aufgrund des Überfallkriegs auf die Ukraine von europäischer Seite eingestellt wurden, bleibt Europa und Deutschland eigentlich keine Wahl.

Wenn in Europa nicht mehr Geld in die Raumfahrt investiert wird, könnte man den Anschluss im Zukunftsmarkt des Weltraums verlieren.


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