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Europäische Souveränität: Schwarz Digits verdient offenbar kaum Geld und hostet weiter in den USA

Die Schwarz-Gruppe ist bei ihrer Digitalsparte Schwarz Digits mit 90 Prozent selbst der beste Kunde. Viel Software läuft weiter in US-Clouds, so Insider.
/ Achim Sawall
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Schwarz Digits stellt im April 2026 auf der Hannover Messe den European Sovereign Stack Standard ES³ vor. (Bild: Schwarz Digits)
Schwarz Digits stellt im April 2026 auf der Hannover Messe den European Sovereign Stack Standard ES³ vor. Bild: Schwarz Digits

Das Geschäftsmodell der Digitalsparte der Schwarz-Gruppe (Kaufland und Lidl) steht durch erhebliche Umsetzungs- und Ertragsprobleme unter Druck. Das berichtet das Manager Magazin (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf mehrere interne Unternehmensquellen. Über 90 Prozent des 2,2‑Milliarden-Euro-Umsatzes von Schwarz Digits stammen demnach aus dem eigenen Konzern, während der Kernbereich Stackit im Geschäftsjahr 2025/26 nur 46,5 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete.

Zentrale Projekte wie das für Lidl entwickelte Warenwirtschaftssystem Wawi Nexus und die von über 100 Millionen Kunden genutzte App Lidl Plus laufen laut Informationen des Manager Magazins zum Teil noch auf US-amerikanischen Plattformen wie Microsoft Azure oder Google Cloud und nicht auf der eigenen Stackit-Cloud. Zugleich verspricht Schwarz Digits in jeder Äußerung europäische Souveränität(öffnet im neuen Fenster), was die Grundlage des Geschäftsmodells ist.

SAP-Kunden warten weiter auf Hosting in der Stackit-Cloud

SAP-Kunden warten dem Bericht zufolge noch immer auf die bereits Ende 2024 angekündigte Möglichkeit, Anwendungen über die Stackit-Cloud zu nutzen. In anderen Fällen seien Betaversionen im Einsatz, vereinzelt fehlten noch Zertifikate, hieß es weiter.

Hinzu kämen gescheiterte Hoffnungsträger wie die Messenger-App Wire, die selbst intern nicht genutzt werde, sowie personelle Unruhen rund um die abrupte Trennung von Spartenchef Rolf Schumann(öffnet im neuen Fenster).

Notverkäufe in die USA

Um fehlende Skalierung und hohe Entwicklungsaufwände zu kompensieren, greift der Konzern vermehrt zu Notverkäufen und Koppelgeschäften bei XM Cyber oder G2K, bei denen Patente an US-Konzerne abgegeben werden.

Hoffnung machen dagegen Berichte zu jüngsten Großaufträgen der EU-Kommission, der EZB und der Bundeswehr für die Schwarz Cloud, die das Unternehmen aber bislang nicht bestätigt hat.

Schwarz Digits wollte für Golem erst eine Stellungnahme ausarbeiten, entschied sich dann aber, "Berichte und Gerüchte nicht zu kommentieren", wie ein Sprecher uns mittteilte.


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