Europa-SPD: Milliardenfonds zum Ausbau von Elektrotankstellen gefordert
Eine flächendeckende Infrastruktur für Elektro- und Wasserstoffautos würde 24 Milliarden Euro kosten, meint SPD-Europaparlamentarier Ismail Ertug(öffnet im neuen Fenster) . Die Finanzierung könnte über einen Fonds erfolgen, der allerdings größtenteils nicht von den Steuerzahlern, sondern zu 90 Prozent von der Industrie finanziert werden solle, heißt es beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel.
Der sogenannte Clean Mobility Funds müsste dafür sorgen, dass innerhalb der Europäischen Union mindestens 680.000 Elektroladesäulen und etwa 10.000 Wasserstofftankstellen aufgebaut werden. Ohne Geld aus dem EU-Haushalt sei dies nicht zu schaffen, so Ertug: "Große Infrastrukturprojekte wie Schienen oder Stromnetze hätten auch nie eine flächendeckende Versorgung erreicht, wenn die öffentliche Hand nicht mitfinanziert hätte."

Allerdings sieht Ertug vornehmlich nicht den Steuerzahler, sondern die Autoindustrie in der Pflicht. Sie solle zwischen 80 und 90 Prozent des Gesamtvolumens beisteuern, das für den Aufbau der Infrastruktur erforderlich ist. Das wären zwischen 19,2 und 21,6 Milliarden Euro. Wie er die Industrie dazu bewegen will, geht aus dem Artikel nicht hervor.
In Sachen Elektromobilität und Elektroautos will die EU-Kommission in der kommenden Woche zudem einen Plan vorlegen, wie die Produktion von Akkus für Elektroautos innerhalb der EU gefördert werden könnte. Derzeit werden die meisten Akkus in den USA und Asien gebaut. In Deutschland soll über eine Erhöhung der Kaufprämie der Umstieg von einem Verbrennungs- auf ein Elektrofahrzeug gefördert werden. Das gilt aber nicht für alle Käufer. So will die SPD die Prämie für gewerblich genutzte Fahrzeuge, vor allem Taxis und leichte Nutzfahrzeuge, aufstocken. Die Sozialdemokraten glauben, dass beispielsweise Taxiunternehmen oder Lieferunternehmen ihren Fuhrpark dann schneller von Diesel- auf Elektroautos umstellen. SPD und CDU haben eine solche Erhöhung im Koalitionsvertrag vereinbart.
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